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08.03.2002 - 

Ärger um Aktivierung und Zwangsregistrierung bei Jbuilder, Version 6

Kunden beklagen sich über Borlands Lizenzpolitik

MÜNCHEN (ba) - Unter den Borland-Kunden macht sich Unmut breit. Nach dem Vorwurf, der Hersteller spioniere über sein Lizenzverfahren die Kunden aus, klagen die Anwender nun auch über die Zwangsaktivierung.

Stein des Anstoßes ist die mit Jbuilder 5 eingeführte Zwangsregistrierung. Anwenderberichten zufolge hat die Produktaktivierung, die von Anfang an Fehler aufwies, in der Version 6 neue Tücken. So generiere Jbuilder während der Installation einen Registrierungsschlüssel anhand von Informationen zur Hardware, dem verwendeten Betriebssystem sowie über den User, der während der Installation am System angemeldet ist. Nach dem Aufbau einer Internet-Verbindung müssten die Anwender diesen Registrierschlüssel sowie die Seriennummer des Produktes eingeben. Daraufhin bekomme man einen Aktivierungs-Key für sein Produkt.

Doch damit gehe der Ärger erst richtig los, berichtet ein Borland-Kunde. Der Aktivierungs-Key sei erst nach etlichen fehlgeschlagenen Versuchen vom System akzeptiert worden. Als sich Jbuilder dann endlich auf einem Windows-2000-System starten ließ, habe nur derjenige User damit arbeiten können, der während der Installation am System angemeldet war. Das sei in aller Regel jedoch der Administrator, der in den meisten Unternehmen als einziger die Systemrechte besitzt, um neue Programme zu installieren.

User ohne Systemberechtigung könnten mit dem Borland-Produkt nicht arbeiten. "Produkt für den User nicht aktiviert", lautet die entsprechende Systemmeldung.

Unter diesen Bedingungen könne man in der Praxis nicht auf Windows-2000-Systemen arbeiten, schimpft der Anwender. Borland habe mit dieser Vorgehensweise erheblich an Seriosität und Glaubwürdigkeit verloren.

Dazu beigetragen habe auch die verfehlte Kommunikationspolitik des Herstellers. So seien die Kunden nicht über die Aktivierung und Zwangsregistrierung informiert worden. Erst bei der Installation hätten die Anwender die Änderungen bemerkt. Bei der nachträglichen Inspektion der Verpackung habe sich dann ein verschwindend kleiner Schriftzug auf einer Lasche gefunden: "Die Registrierung des Produktes ist erforderlich."

Auch bei weiteren Neuankündigungen wie dem "C++Builder", Version 6, der in den nächsten Wochen auf den Markt kommen soll, sei bislang keine Rede von einer notwendigen Aktivierung, berichtet der Anwender. Auf eine Nachfrage über die Bestell-Hotline habe die Telefonistin geblafft, sie könne doch nichts dafür, dass die neuen Borland-Produkte registriert werden müssten.

Aktivierung für alle ProdukteBorland scheint darauf aber nicht mehr verzichten zu wollen. Laut Ronald Rindfuss, Marketing Director bei Borland in Deutschland, sei geplant, eine einheitliche Registrierungsplattform für alle Produkte zu schaffen.

Bislang seien keine Probleme bei der Aktivierung und Registrierung von Borland-Produkten bekannt, behauptet Rindfuss. Die oben geschilderten Schwierigkeiten müsse man vorerst als Einzelfall einordnen. Allerdings räumt der Marketing-Manager Fehler in der Kommunikationspolitik ein. Den schwarzen Peter dafür schiebt er jedoch den Händlern zu. Diese sollten eine Mittlerrolle zwischen dem Hersteller und dem Kunden einnehmen und diesem die Bedingungen erklären. Alle Händler seien über die Lizenzvereinbarungen genau informiert.

Mit dem Ärger über die Produktaktivierung gehen die seit Monaten schwelenden Auseinandersetzungen zwischen Borland und seinen Kunden um die Lizenzbedingungen weiter. Erst Mitte Januar dieses Jahres sorgte ein Passus für Aufregung, wonach Borland und seine Partner das Recht auf Hausbesuche bei den Kunden hätten, um die rechtmäßige Verwendung der Produkte zu überprüfen.

Angesichts wütender Proteste von Seiten der Anwender reagierte Borland und änderte die Lizenzbedingungen. CEO Dave Fuller entschuldigte sich und erklärte, es seien versehentlich Passagen aus den Volume-Lizenzen für Geschäftskunden in andere Vereinbarungen eingeflossen.

Weiterer Kritikpunkt der Anwender ist das 14-tägig aktualisierte News-Fenster, das beim Start von "Delphi" oder C++ Builder erscheint. Dabei werde versucht, auf die Einstellungen des "Internet Explorer" zuzugreifen und die Website des Herstellers zu kontaktieren. Das Ganze geschehe unbemerkt, ohne dass der User gefragt werde oder die Möglichkeit bekomme, den Vorgang zu deaktivieren. Welche Informationen über die Verbindung vermittelt werden, sei nicht bekannt. Auch Borland-Manager Rindfuss vermochte bis Redaktionsschluss nicht zu erklären, welche Daten hier übertragen werden. Das müsse erst mit dem Softwarelabor abgeklärt werden.