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14.11.1980 - 

Marketing-Ziel für 3790-Nachfolger nicht erreicht:

Kunden halten lBM 8100 Berater auf Trab

HAMBURG - Wenngleich IBM in der Bundesrepublik zum Jahreswechsel 1980/81 "ein paar hundert" Distributed-Data-Processing-(DDP-)Systeme vom Typ 8100 installiert haben wird, so mußte Cornelius Schulz-Wolfgramm, Vertriebsleiter Datenverarbeitung der IBM Deutschland GmbH, doch einräumen, daß die Marketing-Ziele bei dem 3790-Nachfolger bisher nicht erreicht wurden. Schulz-Wolfgramm: "Der Erwartungshorizont der Benutzer läuft wie ein Schatten vor uns her."

Prognosen von Marktbeobachtern, nach denen IBM den 8100-Vertrieb einstellen werde, tat indes Kumaresh Kohli, Leiter Systemvertrieb in der Stuttgarter IBM-Zentrale, als Spekulation ab. Schulz-Wolfgramm und Kohli sprachen zum Thema "Verteilte Datenverarbeitung, die 8100 und ihre Software" im DDP-Kompetenz-Center in der IBM-Niederlassung Hamburg.

Verantwortlich für das zähe Anlaufen der 8100 sei nicht die Hardware-Technologie, die "zunehmend beherrschbarer" werde, sondern die "anspruchsvolle" Software. Schulz-Wolfgramm: "Eine Menge Holz."

Das im Herbst 1978 als "Informationssystem" angekündigte DDP-Produkt kann als selbständiger Filialrechner, Multifunktions-Terminal oder Knotenrechner in einem SNA-Verbund eingesetzt werden. Zielgruppen sind Banken und Versicherungen, dezentral organisierte Handels- und Fertigungsbetriebe sowie öffentliche Verwaltungen.

Bei dem 8100er-Betriebssystem DPPX (Distributed Processing Programming Executive) handele es sich um eine vollständige Neuentwicklung. Die Zielsetzung von verteilter Datenverarbeitung, bei der sachbearbeiterbezogener Dialog im Vordergrund stehe, habe IBM gezwungen, eine diesen Bedürfnissen entsprechende Software zu entwickeln, erklärte Dr. Dietrich Seemeyer, Mitarbeiter in der Abteilung 8100-Marketing-Unterstützung im Hamburger DDP-Kompetenz-Center. Seemeyer bündig: "DOS/VS und OS/VS sind ursprünglich Betriebssysteme für die Stapelverarbeitung . "

Vor Fehlinterpretationen, etwa derart, daß IBM ein bestimmtes DDP-Konzept favorisiere, warnte Kohli: "8100 und 4300 sind Alternativen im DDP-Angebot der IBM." (Tabelle.) Bewertungskriterien aus Anwendersicht seien primär unternehmenspolitische Richtlinien, Programmieraufwand Realisierungszeitraum, Wirtschaftlichkeit und die jeweiligen Betriebsbedingungen.