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29.09.1989 - 

Software: Unix-Programme und DOS-Systeme sind die Gewinner

Kunden setzen auch bei kommerziellen Anwendungen immer mehr auf herstellerneutrale Betriebssysteme

Der Unix-Markt wächst unaufhörlich. Trotz der Querelen im letzten Jahr um den "wahren" Unix-Standard setzen die Anwender auf dieses Betriebssysteme Bereits 1988 machte sich der Trend zu Unix bei den Verkaufszahlen deutlich bemerkbar.

So meldet das Marktforschungsunternehmen IDC, daß im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik bereits 34000 Computer mit dem Unix-Betriebssystem verkauft wurden. Dies entspricht einer Steigerung von 43 Prozent.

Insgesamt waren bis Ende 1988 in der Bundesrepublik 86 000 Unix-Systeme installiert. Die Prognosen der Marktforscher besagen auch: Der heute noch geringe Einsatz von Unixlauffähigen PCs soll bis 1992 gesteigert werden; die Marktanteile von PCs und Workstations werden sich bis dahin die Waage halten. Zum ersten Mal werden die Besucher einer Messe sehen können, welche Ergebnisse die Herstellervereinigung OSF (Open Software Foundation) mit der ersten Version ihres Betriebssystems erzielen konnte. OSF/1 ist ein Betriebssystem, das auf IBM-Unix-Portierung AIX basiert und mit einer besonderen Benutzeroberfläche OSF/Motiv genannt, ausgestattet ist.

Die steigende Leistungsfähigkeit der Personal Computer läßt die Unterschiede zwischen Workstation und PC verschwinden. Garant dafür ist der neue Prozessor 80486 - die ersten Geräte mit dem neuen Chip werden erstmalig auf der SYSTEMS '89 in München der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Leistungsfähigkeit solcher Systeme zwischen 15 und 25 Millionen Operationen in der Sekunde machen diese Geräte so leistungsstark, daß in kleineren Büroumgebungen Unix, dessen Stärke auch in der Multiuser-Fähigkeit liegt, vollen Einsatz finden kann.

Lange Zeit galt Unix als Betriebssystem nur für den technisch-wissenschaftlichen Einsatz, die SYSTEMS '89 jedoch wird zeigen, daß bereits heute eine Vielzahl von Unix-Programmen für den Bürobereich angeboten wird. In der Software-Fibel der Computerindustrie, dem ISIS-Unix-Report, der im Sommer 1989 erstmalig erschien, sind bereits 1758 Programme von insgesamt 685 Unternehmen aufgelistet. Und dieses Angebot steigt stetig.

Die Marktforscher rechnen auch im Bereich der Bürosoftware für die nächsten Jahre mit einem Boom. Stark im Kommen ist die unter Unix laufende integrierte Bürosoftware, die Funktionen wie Datenbank, Spreadsheet, Textverarbeitung, Grafikdarstellungen und Electronic Mail aufweist.

So meldet IDC, daß 1987 weltweit gerade 40 297 Bürosoftwarepakete verkauft wurden, im Jahr 1992 sollen es dann schon 192 200 Programme sein.

Bestätigt wird dieser Trend durch die Ausschreibungen der bundesdeutschen Behörden, die immer stärker auf integrierte Pakete unter Unix setzen. Dieses Marktsegment wird zur Zeit von weniger als zehn Firmen beherrscht, die schon seit Jahren solche Programme anbieten und auf eine ausgereifte und fehlerfreie Software verweisen können.

Wichtig für den Durchbruch solcher Software sind Schnittstellen, also Verbindungen zu ganz normalen PC-Programmen wie Lotus, Multiplan oder dBase. Einmal erfaßte Daten müssen mit den neuen Programmen weiterhin verfügbar bleiben. Derzeit bemühen sich alle kommerziellen Hersteller von integrierten Programmen, solche Schnittstellen anzubieten.

Die SYSTEMS '81, die vom 16. bis 20. Oktober in München stattfindet, wird zeigen, wie MSDOS-Anwendungen und neue Unix-Lösungen auf einem System miteinander harmonieren. Eine einmal vorgenommene Standardisierung des Betriebssystems bleibt darum auch eine Investition, die sich auszahlt.