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Moderne Bankorganisation in KremsÖsterreich:


03.11.1978 - 

Kundenorientierte EDV mit System HB 61/60

Unter dem Motto "individueller, rationeller, schneller" nimmt die Sparkasse in Krems ein neues Computersystem 61/60 von Honeywell Bull in Betrieb. Dieses System, daß in seiner Leistung weit über den in vergleichbaren Instituten heute üblichen Standard hinausgeht, schafft in Krems eine der modernsten Bankorganisationen Niederösterreichs. Die EDV, die normalerweise nur im Hintergrund und für den Bankkunden unsichtbar ist, wird in Krems erstmals an den Kunden herangeführt.

Schon 1969 hat die Sparkasse in Krems im Bestreben, ihren Kunden mehr und bessere Serviceleistungen zu bieten sowie mehr Zeit für die Kundenbetreuung zu gewinnen, ein EDV-System angeschafft. Dieser erste Kontakt mit EDV - viele Angestellte standen dem Neuen einigermaßen reserviert gegenüber - erwies sich als voller Erfolg: Nach der ersten Phase der Implementierung, die in der üblichen Hektik vor sich ging, den Fehlern, die sie mit sich brachte und anderen größeren und kleineren "Katastrophen machte jedoch Befriedigung über das Neue dem anfänglichen Mißtrauen Platz. Die Entlastung von vielen kleinen Routinearbeiten und von der nicht sehr beliebten "Zinsenrechnerei" stimmte nach einiger Zeit auch den hartnäckigsten EDV-Gegner um. Die Zunahme der Kontenanzahl und die damit verbundene Umsatzsteigerung machten es nach 5 Jahren nötig, an eine Neuorganisation zu denken, da sich die Sparkasse einer reinen Kartenapplikation bediente, (...) letzten Betriebsjahr schon an die 3 Millionen Lochkarten verschlang.

Der Vorstand der Sparkasse entschied sich nach sorgfältiger Marktanalyse für ein System 61/60 von Honeywell Bull Ausschlaggebend dafür waren das günstige Preis/Leistungsverhältnis und die Online-Fähigkeit dieses Svstems. Ein weiterer Pluspunkt war die weitreichende Peripherie, die an das System anschließbar ist. Es war zum Beispiel möglich, eine Bandstation, die uns den Datenträgeraustausch, die Mikroverfilmung etc. erlaubte, mit anzuschließen.

Kundenorientierte EDV

Schon in den Vorgesprächen für die Organisation des neuen Systems stellte sich heraus, daß man damit die Möglichkeit hatte, die EDV, die bisher nur im Hintergrund und für die Kunden unsichtbar war, näher an den Kunden heranzubringen.

Bei der Programmierung für das neue System wurde besonders darauf geachtet, Daten, die für die Betreuung des Kunden am Schalter wesentlich sind, direkt am Schalter via Bildschirmterminal sichtbar zu machen. Es gelang in der Folge, nicht nur die Verbuchung der Umsätze und aller anderen Batch-Arbeiten befriedigend zu lösen, sondern auch die Umsatzerfassung und Disponierung in völlig neuer Weise zu handhaben.

Die einlangenden Umsätze aus dem Überweisungsverkehr, der mittels Datenträger durchgeführt wird, wird sofort am Kontenbestand disponiert. Auch die Erfassung der unbaren Buchungen, die Eröffnung von Konten, deren Änderungen und Schließungen, Kontenabfragen und die Abstimmung der Primanoten werden über Bildschirm durchgeführt.

Da auch alle Bewegungen aus dem direkten Kundenverkehr (Barverkehr) über Bildschirm erfaßt und sofort disponiert werden, steht dem Kunden jederzeit sein aktueller Kontensaldo zur Verfügung. Gleichzeitig führt die Anlage alle anfallenden Stapelarbeiten durch, wie Druck von Primanotenlisten, Ausdruck von Sammlern, Buchungsjournal und Tagesauszügen.

Um auch den nicht online angeschlossenen Filialen aktuelle und umfangreiche Daten zur Verfügung zu stellen, werden Dispolisten gedruckt beziehungsweise der gesamte Kontenbestand auf Mikrofilm übertragen.

Funktionelles Raumkonzept

Die Einteilung der Schalterhalle in arbeitstechnische Zonen war eine natürliche Folge des eingeschlagenen neuen Konzepts. Möglich wurde diese Lösung erst durch die Installation von intelligenten, druckenden Terminals in "Direktkassen". Die Kremser Sparkasse entschied sich für NCR-Kassenterminals, die über eine NCR-Steuereinheit an den Front-End-Prozessor von Honeywell Bull angeschlossen sind.

Je drei Doppelkasseneinheiten sind an eine Steuereinheit anschließbar. Es wurden vier Doppelkassen und zwei Steuereinheiten für die Anfangsphase installiert. In der Steuereinheit ist eine Kassettenstation integriert, die das Kassenterminalsystem dadurch auch offline-fähig macht. Dadurch ist die für ein Geldinstitut sehr wesentliche Frage der Ausfallssicherheit befriedigend gelöst worden. Pro Doppelkasse stehen den Kassierern folgende Geräte zur Verfügung:

- 1 Sparbuchdrucker mit Magnetstreifen-Lese/Schreiber

- 2 Journal-/Belegdrucker

- 2 32stellige Alpha-Displays mit Funktionsleuchten

- 2 numerische Tastaturen mit Funktionstasten

- 1 Magnetkartenleser.

Kundenkarte

Mit der Einführung der Kundenkarte die mit einem die Kontonummer und Kontrolldaten speichernden Magnetstreifen ausgerüstet ist, sowie eine Kontrollunterschrift aufweist, kann der Kassierer Auszahlungen von Konten schnell und sicher durchführen. Nach Einlesen der Karte und Eingeben des Betrages erscheinen am Display der Kundenname, der aktuelle Kontensaldo und Rahmen. Nach Quittierung der Meldung wird am Journaldrucker der Beleg mit Namen, Umsatz, Datum, Umsatzlaufnummer bedruckt und eine Journalzeile ausgegeben, die am Journalstreifen gedruckt wird. Verfügungseinschränkungen am Konto werden durch den Text "Journal" am Display angezeigt.

Absolutes Novum

Unsere "Schließfachzone" stellt ein absolutes Novum dar: Eigens für die Sparkasse wurde ein Fachsystem konstruiert, das mit der Kundenkarte als "Schlüssel" funktioniert. Jeder Privatkontenkunde erhält eine Kundenkarte nicht nur zur schnelleren Bedienung bei der Direktkasse, sondern auch zur Öffnung seines Schließfaches, in dem sich seine Kontoauszüge befinden. Der Kunde ist somit in der Lage, ohne sich anstellen zu müssen, seine Kontoauszüge selbst dem Fach zu entnehmen.

*Peter Neuhauser ist Mitarbeiter der Sparkasse in Krems, Ing. Helmut Kralicek arbeitet bei der Honeywell Bull AG, Österreich.