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DSL-Spezialist Turnstone expandiert nach Deutschland


14.07.2000 - 

Kupfer-Cross-Connect beschleunigt Bereitstellung von DSL-Diensten

MÜNCHEN (CW) - Die Einrichtung und das Management von Digital-Subscriber-Line-(DSL-)Verbindungen dauerte bisher relativ lange, war kompliziert und arbeitsintensiv. "Copper Cross Connect CX 100" von Turnstone soll Abhilfe schaffen.

In Deutschland erklären immer mehr Provider, allen voran die Deutsche Telekom, DSL zur Zugangsmethode der Wahl für Vielsurfer. Allerdings war die Bereitstellung von DSL-Leitungen bisher keinesfalls trivial. So konnten die Techniker im Feld nicht, wie bei Telefonleitungen, anhand eines Signaltons feststellen, an welcher Verbindung sie arbeiteten. Dies liegt daran, dass die Kupferadern am Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) enden und nicht am Voice-Switch. Da die Leitungen zudem in Bündeln verlegt sind, ist unsicher, ob jede einzelne Verbindung tatsächlich die zugesagte Leistung bringt. Denn DSL ist wegen seiner höheren Bandbreite wesentlich anfälliger für Störungen (etwa Übersprechen).

Weil viele Anbieter für jeden Service einen eigenen DSLAM aufstellen, erforderte es bisher physikalische Veränderungen, wenn Kunden zum Beispiel von Asymmetric DSL (ADSL) auf Symmetric DSL (SDSL) umsteigen wollten. Teure Techniker mussten vor Ort die Umstellung vornehmen. "Copper Cross Connect CX 100" soll dies ändern: Das Modul wird zwischen die DSLAMs und die Hauptverteilerstation des Providers geschaltet und liefert für jeden Loop einen Signalton. Jedes Kabelpaar kann an einen Testkopf angeschlossen, mit anderen Paaren verbunden und umkonfiguriert werden, was die Fehlersuche beschleunigt.

Versagt eine Line Card im DSLAM, können die entsprechenden Verbindungen auf eine andere Line Card umgeleitet werden. Störungen werden auf diese Weise schnell und ohne Technikerpräsenz vor Ort behoben. Auch wenn der Kunde einen anderen Dienst wünscht, kann der Provider diesen einrichten, indem er per Software die Verbindung des Kunden im CX 100 auf entsprechende Verbindungen umschaltet.

So sparen Provider Zeit und Geld, weil wesentlich seltener Wartungstechniker eingesetzt werden müssen. Da jede Leitung vor Inbetriebnahme auf ihre tatsächliche Kapazität testbar ist, können Provider, die den CX 100 nutzen, mit Kunden Service-Level-Agreements abschließen, in denen sie bestimmte Verfügbarkeiten und Leistungen verbindlich zusagen.

Die Verwaltung eines oder mehrerer CX 100 erfolgt über die Management-Applikation Crossworks. Diese ermöglicht laut Anbieter das Einrichten von Verbindungen über eine grafische Oberfläche. Management-Karten mit dieser Software können in jeden Slot des CX 100 integriert werden.

Bereits jetzt sind 5000 Systeme mit 600000 DSL-Verbindungen ausgeliefert, die meisten davon in den USA. In Deutschland konnte Turnstone jetzt First Telecom und Riodata als Kunden gewinnen. Beide Provider bieten seit kurzem DSL-Services für Unternehmenskunden an. Der Vertrieb erfolgt momentan vor allem über Partnerschaften. Namhafte DSL-Anbieter wie Copper Mountain, Lucent, Nokia, Pairgain und Paradyne arbeiten mit Turnstone zusammen. In Zukunft sollen als weiterer Kanal Systemintegratoren dazukommen.

Weil Turnstone den deutschen Markt innerhalb Europas für besonders wichtig hält, plant Eric Andrews, Vice President Marketing des Unternehmens, "schon bald" eine Niederlassung hierzulande, wahrscheinlich in München. Den Markt für seine Lösung schätzt der Manager sehr optimistisch ein: "Es gibt weltweit rund 750 Millionen Local Loops, von denen heute nur rund ein Prozent Datenpakete befördert. Bis 2010 werden es mehr als 90 Prozent sein."