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12.11.1982 - 

Münchner Kreis diskutiert über Breitbandkommunikation:

Kupferkoaxialtechnik als Zwischenlösung

MÜNCHEN - Gespür für Aktualität bewies der Münchner Kreis, eine Vereinigung für Kommunikationsforschung, auf seiner letzten Fachtagung. Vorgestellt wurde ein Buch zum Thema "Interaktive Breitbandkommunikation - Nutzungsformen und Technik von Systemen mit Rückkanälen". Das zeitliche Zusammentreffen von Erscheinungstermin des Buches und Entscheidung der Bundespost, die Kupferkoaxialverkabelung voranzutreiben, ist allerdings nach Aussage des Münchner Kreises rein zufällig.

Professor Dr. Wolfgang Kaiser vom Institut für Nachrichtentechnik der Univerität Stuttgart betonte in seiner Einführungsrede ausdrücklich, die Publikation sei ein Bericht "sine ira et studio" - weder gedacht als medienpolitische Stellungnahme noch als Beitrag zur juristischen Einordnung der neuen Medien. Der Forschungsausschuß der Vereinigung habe vor zwei Jahren begonnen, sich der Fragestellung "Interaktive Breitbandkommunikation" anzunehmen um eine Bestandsaufnahme zu erarbeiten. Die Aktualität des Themas sei damals nicht absehbar gewesen.

Kaiser skizzierte kurz den Inhalt des Oeuvres: Zunächst sind die in Breitbandkommunikationssystemen mit Rückkanälen möglichen Nutzungsformen beschrieben und die verschiedenen Verfahren zur technischen Realisierung sowie die Probleme des Datenschutzes erläutert. Ein eigener Abschnitt ist den im Ausland in Erprobung befindlichen Anlagen gewidmet. Im Schlußkapitel wird dann der Versuch gemacht, die anfallenden Kosten für Installation und Betrieb solcher Systeme näher aufzuzeigen.

Kaiser betonte, daß bei der Darstellung der technischen Möglichkeiten auf die heutige Koaxialtechnik und auf die optische Übertragung mittels Glasfaser eingegangen worden sei. Sämtliche vorgestellten Szenarien berücksichtigten die breitbandige Individualkommunikation, wie sie in den Bigfon-Projekten vorgesehen sei.

In der Diskussion waren sich die Münchner Kreismitglieder einig, daß die Glasfaser frühestens Ende der achtziger Jahre preisgünstig und wirtschaftlich eingesetzt werden können. Die erforderlichen Investitionen der Post für ein Glasfasernetz und die Ausgaben auf Teilnehmerseite für die Endgeräte wurden auf je 80 bis 100 Milliarden Mark beziffert.

Um neben den bestehenden Telekommunikationsdiensten schon jetzt neue Nutzungsformen zu erproben, hält die Vereinigung "Zwischenlösungen" für notwendig. Die heutige Technik erlaube ohne weiteres Breitbandverteilnetze mit schmalbandigem Rückkanal - so zum Beispiel durch die Verlegung eines zweiten Kupferkabels zum Teilnehmer hin.

Voraussetzung hierfür - so wurde hervorgehoben - sei, daß die Bundespost ihre Vorschriften entsprechend ausgestalte, Schnittstellenanforderungen formuliere und notwendige Freiräume schaffe. Gelöst werden müßte bei der vorgeschlagenen "Zwischenlösung" das Problem der Kompatibilität von Kupferkoaxial- und Glasfasernetzen. Vom kommenden Jahr an schreibt die Bundespost nämlich vor, daß in der unteren Ortsnetzebene nur noch Glasfaserkabel verlegt werden dürfen.