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18.05.1984 - 

Börsenfachleute prognostizieren: "Die Luft ist bald raus."

Kursabschwächung bei TI-Aktien erwartet

NEW YORK (VWD) - Nach einer Erholung vom Homecomputer-Fiasko im vergangenen Jahr ziehen die Kurse der Texas-Instruments-Aktien (TI) langsam an. Einige Wertpapierfachleute erwarten aber, daß "die Luft bald raus ist". So zog Gerald Fleming von Bear Stearns seine Kaufempfehlung zurück, weil er nicht damit rechnet, daß TI im Halbleitergeschäft noch lange die anderen Konkurrenten ausstechen kann.

Der TI-Kurs hat sich zwar seit Sommer 1983 um rund 45 Prozent erholt, während die Konkurrenz im selben Zeitraum Kurseinbußen um etwa 25 Prozent hinnehmen mußten, die Titel werden jedoch nicht länger als "verlockendes" Geschäft eingestuft.

Anfang 1983 hatte der TI-Kurs ein Hoch von 176 erreicht, bevor er aufgrund von Problemen im Homecomputer-Geschäft fast auf 100 zurückfiel. Das Unternehmen stieg im Oktober dann aus diesem Sektor aus. 1983 mußte im Computer-Bereich ein Verlust von 666 Millionen Dollar hingenommen werden. Fleming gehörte zu den ersten, die mit einem Wiederanziehen der Kurse rechneten.

Die Mehrheit der Wallstreet-Analytiker betrachtet die TI-Titel immer noch als hausseträchtig. "In jüngster Zeit hat das Unternehmen gute Nachrichten um sich gestreut, wie ein Hund die Haare seines Winterfells", heißt es. Das "Halbleiter-Bild" sehe sehr gut aus, sagt Adam Cuhney von Salomon Brothers. So gut, daß er jüngst seine Gewinnprognose für das laufende Jahr auf 14,25 Dollar Dro Aktie von zwölf Dollar erhöhte.

Auch mehrere andere Wallstreet Broker haben in jüngster Zeit ihre Schätzungen für TI nach oben revidiert. Nach Ansicht von Cuhney betrachten vor allem Portefeullie-Manager mit Interesse Halbleiter-Aktien, einschließlich Texas Instruments, im Gegensatz zu Computer-Werten. TI und andere Halbleiterhersteller würden außerdem, basierend auf den Gewinnschätzungen für 1984, zu einem niedrigen Preis/Gewinn-Verhältnis gehandelt.

Fleming gibt zu, daß der TI-Aktienkurs sich auf kurze Sicht noch zufriedenstellend entwickeln dürfte. Für 1985 sieht er jedoch Schwierigkeiten. Wegen des starken Ausbaus der Kapazitäten könnte sich im kommenden Jahr eine Preisschwäche bei Halbleitern breitmachen. Er rechne für die zwölf Monate bis Juni 1985 mit einem Spitzengewinn von 7 Dollar pro Aktie. Für die zweite Jahreshälfte 1985 erwarte er jedoch einen Rückgang. Auch Richard Billy von L. F. Rothschild rechnet für das kommende Jahr mit dem Höhepunkt des Halbleiter-"Zyklusses". Die nächste Preisveränderung werde nach unten gerichtet sein, und sie stehe kurz bevor.