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04.03.1994

Kurseinbruch und Aerger mit Kapitalgebern waren der Anlass Der frischgebackene ASK-CEO hat das Unternehmen verlassen

MUENCHEN (CW) - Der kalifornische Software-Anbieter ASK Group Inc. wird schon wieder von einem neuen President und CEO gefuehrt. Hatte Leslie Wright kuerzlich den zu AT&T gewechselten Pier Carlo Falotti ersetzt (siehe CW Nr. 7 vom 18. Februar 1994, Seite 5), so warf der langjaehrige Weggefaehrte der Firmengruenderin Sandra Kurtzig jetzt selbst das Handtuch.

Nach Ansicht von Insidern zog der ehemalige Finanzchef mit seiner Kuendigung die Konsequenz aus der offensichtlichen Geldnot des in Alameda, Kalifornien, ansaessigen Software-Anbieters. Wie der britische Branchendienst "Computergram" meldet, verlor die ASK- Aktie innerhalb eines Jahres 70 Prozent ihres Wertes. Sie wird derzeit fuer einstellige Dollar-Betraege gehandelt.

Trotz eines Jahresumsatzes von 400 Millionen Dollar bewerten die Analysten den kalifornischen Software-Anbieter lediglich mit 160 Millionen Dollar. Von Computergram als "Bargain of the Year" bezeichnet, erscheint ASK derzeit als interessanter Uebernahmekandidat.

Gegenueber der britischen CW-Schwesterpublikation "Computing UK" nannte Donald Feinberg, Programmdirektor bei der Gartner Group, drei moegliche Kaeufer - allerdings nur fuer den Ingres-Teil der ASK Group: Computer Associates (CA), Fujitsu/ICL und Hewlett-Packard (HP). Obschon HP bereits mit neun Prozent an der ASK Group beteiligt ist, tippt Feinberg auf CA, da die eigene Unix-Datenbank des Unternehmens nicht besonders erfolgreich sei. Einen Zeitrahmen hat der Marktforscher ebenfalls abgesteckt: "ASK hat nur zwei Moeglichkeiten: aus dem Markt gehen oder verkauft werden. Ich gebe ihnen sechs Monate."

Die schlechten Ergebnisse der beiden letzten Quartale - insgesamt rund 20 Millionen Dollar Verlust - haben nicht nur zu Kursverlusten gefuehrt. Als gravierender duerften sich die daraus erwachsenden Schwierigkeiten mit den Geldgebern auswirken. Nach Angaben von Computing UK ist die Kreditlinie an ein minimales Nettoeinkommen und einen bestimmten Wert des Unternehmens gebunden.

Mit Falotti, Wright und dem Vertriebschef Michael Laven haben seit Anfang des Jahres drei hochrangige ASK-Manager das Unternehmen verlassen. Die Luecken sollen mit eigenen Mitarbeitern gefuellt werden - laut Feinberg ein Indiz fuer die Wahrscheinlichkeit einer Uebernahme. Neuer President und CEO ist Eric Carlson, bislang fuer Unternehmensstrategien und neue Projekte verantwortlich. Den weltweiten Vertrieb uebernimmt Stephen Weyl, der gleichzeitig die Tool-Division leitet. Nur fuer die Finanzen zeichnet ein Outsider verantwortlich: Paul Ely war erst Mitte Februar vom Venture- Kapitalgeber Alpha Partners in die ASK-Fuehrung gewechselt.