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Kurz und bünd(l)ig

09.08.1985

Von der Mikro-/PC-Euphorie der vergangenen Jahre ist 1985 nichts übriggeblieben. Industriegläubige Marktanalysten suchen die Erklärung für die Flaute darin, daß irgendwelche "grauen DV-Eminenzen" in großen Unternehmen die hehren Vertriebsabsichten der Hersteller durchkreuzen.

Der Standardfall für Konfliktvermeidung aus der Sicht der Anbieter war in der Tat, daß Mikros am DV/Org.-Chef vorbei verkauft wurden: Wildwuchs entstand. Lösung: Die Fachabteilungen werden aufgefordert, ihre PC-Wünsche-bei der zentralen DV anzumelden. Aber sollte deshalb der Markt nicht mehr funktionieren?

Jeder, der im Computer-Busineß steckt, weiß, daß es anders ist: Die DV-Verantwortlichen in den Betrieben durchschauen nicht mehr die Ankündigungspolitik und ihre Wirkungen. Beispiel IBM PC: Ein Nachfolgemodell sei derzeit "kein Thema", heißt es von offiziellen IBM-Stellen. Big Blue fühlt sich gründlich mißverstanden, wenn von Marktbeobachtern unterstellt wird, erst müßten die Läger geräumt werden.

Gleichzeitig aber bleibt Big Blue der Maxime treu, nicht über zukünftige Produkte zu spekulieren.

Was soll der Anwender davon halten? Das beste Konzept scheint allemal, einen kühlen Kopf zu bewahren und abzuwarten. So muß die DV-Industrie vor ihrem eigenen Pre-Announcement-Schmäh kapitulieren; aus Absicht wird Zufall, aus Zufall wird Absicht.

Wann gab es denn das schon mal, daß der Marktführer mit marktschreierischen Anzeigen (siehe Ausriß aus "COMPUTERWORLD") um Zufallskäufer werben mußte? "There are a lot of good reasons to buy an IBM System/36", heißt es nunmehr. Offeriert wird ein Discount von 33 Prozent in Form von Software-Naturalien.

Moment mal, wurde dem Rechnerriesen nicht vor 20 Jahren untersagt, Software gebündelt anzubieten, um das Hardware-Geschäft anzukurbeln? Aus "Bundling" wird bei IBM "Software umsonst". Mit einer "Bündelung", die gegen die Wettbewerbsethik verstoßen würde, so argumentiert Big Blue, habe das nichts zu tun. Nur: Für die Konkurrenten können 33 Prozent eine schlimme Marke sein - und ein verkapptes Bundling-Angebot wird nicht schon deshalb zur noblen Geste, weil man selber in der Tinte sitzt.