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05.12.1986

Kurzarbeit in Triumph- und Adler-Werken:TA wieder mit dreistelligem Millionenverlust

NÜRNBERG (CW) - Die seit September zum italienischen Olivetti - Konzern gehörende TA Triumph Adler AG kämpft mit Verlusten. Schätzungen von Branchenkennern, nach denen sich das Defizit im laufenden Geschäftsjahr auf 150 bis 200 Millionen Mark belaufen 8011. werden von TA nicht dementiert. Sanierer Francesco Tato will den Problemen zunächst mit Kurzarbeit beikommen.

Auf einer Betriebsversammlung der TA AG äußerte sich Vorstandsvorsitzender Tato, der vor kurzem auch den Aufsichtsratsvorsitz bei der Deutschen Olivetti in Frankfurt übernommen hat, nicht konkret über die Art, wie er das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen bringen will. Vertreter der Gewerkschaften vermuten jedoch, daß in absehbarer Zeit mit einem Stellenabbau zu rechnen ist. Zunächst hat der Vorstand für zwei Wochen im Januar 1987 Kurzarbeit beschlossen, von der 45 Prozent der 7000 Beschäftigten in den Werken Frankfurt, Nürnberg, Berlin und Schwandorf betroffen sind.

Hauptursache für die neuerlichen Verluste bei TA sind die wegen des Dollarverfalls rückläufigen Margen im Exportgeschäft mit Schreibmaschinen. Dieser Bereich ist auch hauptsächlich von der Kurzarbeit betroffen. In Berlin werden wegen der gesunkenen Machfrage die zwei Außenstellen aufgegeben, die in Boom - Zeiten zur Erweiterung der Produktionskapazität bei tragbaren Maschinen angemietet worden waren.

Zu seiner künftigen Politik sagte Francesco Tato, er gehe davon aus daß die "Gesundung der TA aus eigener Kraft erfolgen" müsse und daß das Nürnberger Unternehmen "nicht

die verlängerte Werkbank von Olivetti" werden dürfe. Vor Gästen der IHK Nürnberg gestand Tato laut vwd, TA habe zwar "einen guten Namen und gute Produkte, aber ein miserables Ergebnis". Jetzt gehe es um die Erforschung der Ursachen und die Beseitigung der Verlustquellen.

Der Aufsichtsrat wählte in einer Sitzung Mitte November Peter Reimpell, Vorstandsmitglied der Bayerischen Vereinsbank (BV), als Nachfolger von VW-Controller Horst Münzner zu seinem Vorsitzenden. Außer Münzner, der TA mit verschiedenen Vorständen nicht aus den Verlusten hatte führen können, schied auch Hans-Otto Thierbach, Ex-Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG, aus dem Gremium aus. Die vakanten Positionen gingen an Olivetti: Carlo de Benedettis Bruder Franco, der auch in Ivrea einen Sitz im Verwaltungsrat hat, und der General Manager der italienischen Gruppe, Vittorio A Levi, rücken in den Aufsichtsrat auf.