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Technische Informatik als Alternative zur Hochschulinformatik:


29.08.1986 - 

Kurzstudium mit Praxis für DV-Jungexperten

STUTTGART/MANNHEIM (lo) - Nicht nur der von der Universität oder Hochschule diplomierte Informatiker hat gute Karrierechancen. Auch dem "Technischen Informatiker", der von einer Berufsakademie kommt, stehen in der DV-Branche die Türen offen. Seine Pluspunkte: Er ist als Abiturient gleichzeitig in die kurze Ausbildung mit Fachhochschulniveau und direkt in ein Unternehmen eingestiegen.

"Technische Informatik" als neuen Studiengang bieten die Berufsakademien (BA) in Stuttgart und Mannheim zum 1. Oktober 1986 erstmals an. Damit sind sie Vorreiter dieser Erstausbildung für Abiturienten, der "große berufliche Chancen" in der DV-Branche, so Walter Schneider, stellvertretender Leiter der Berufsakademie in Stuttgart, vorhergesagt werden, vor anderen ähnlichen Einrichtungen wie in Schleswig-Holstein oder der Akademie in Hamburg.

Der Studiengang von drei Jahren basiert auf dem dualen System, der normalen betrieblichen Lehre, wobei sich die Berufsakademien als "Hochschulen mit integrierter Lehre verstehen. Während die theoretischen Kenntnisse in den Instituten vermittelt werden, findet - im turnusmäßigen Wechsel von drei Monaten während des halbjährigen Semesters - die praktische Arbeit in den Ausbildungsstätten der Wirtschaft statt. Dort stehen das Handling von Rechnerterminals und Mikrocomputern sowie die Arbeit mit Anwenderprogrammen aus unterschiedlichen Fachgebieten auf dem Plan. Nach einem zweijährigen Grundstudium folgt eine vertiefende Unterweisung im letzten Studienjahr. Wahlweise stehen die Fachrichtungen Produktionsinformatik, Prozeßdatenverarbeitung oder Telekommunikation im Angebot. Die Lehrkräfte der Berufsakademien rekrutieren sich aus Universitäten und Fachhochschuen sowie aus der betrieblichen Praxis.

Die Vergütung der angehenden DV-Fachkräfte beginnt im ersten Jahr bei etwa 700 Mark und steigert sich bis zum Ende der Studienzeit auf rund eineinhalbtausend Mark.

"Tragende Säulen" der Kooperation zwischen staatlichen Studienakademien und Wirtschaft seien in Stuttgart Daimler Benz, IBM und Hewlett-Packard, in Mannheim zusätzlich im Bereich Telematik Nixdorf und weiterhin für Nachrichtentechnik SEL. Außerdem kooperierten in dieser Ausbildung auch eine Reihe von mittleren Unternehmen und Softwarehäusern.

Der Kurzstudiengang soll nach den Vorstellungen des Wissenschaftsministeriums in Baden-Württemberg der aktuellen Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Fach- und Führungskräften in den Bereichen Datenverarbeitung und Informatik entsprechen. Wie groß der Bedarf an Fachkräften mit theoretischen und praktischen Fähigkeiten ist, belegt die schnelle Ausweitung der Studienkapazität. Ursprünglich waren 50 Studienplätze vorgesehen, derzeit werden 150 Anfänger aufgenommen; und die Industrie setzt sich für eine noch höhere Zahl ein.

Besonders attraktiv für Unternehmen, so Schneider, ist vor allem die um die Hälfte kürzere Ausbildungsdauer als an der Uni oder FH. Zudem seien die BA-Studenten nach ihrem Studium in das Lehrunternehmen "schon fast eingearbeitet". Über 90 Prozent der Ausgebildeten könnten vermutlich übernommen werden. Eine Verpflichtungsklausel besteht nämlich nicht. Die späteren Einsatzgebiete der Diplom-Ingenieure (BA) umfassen das Spektrum von der Hardware- und Softwareentwicklung über Automation in der Fertigung bis hin zum Marketing, technischen Vertrieb, der Kundenberatung und dem technischen Service.

Die Kosten für einen Studienplatz belaufen sich über die gesamte Ausbildungszeit für das Land pro Student auf 15 000 Mark. Insgesamt stellt das Land Baden-Württemberg 1,45 Millionen Mark bereit.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium an der Berufsakademie ist neben dem Abitur der Abschluß eines Ausbildungsvertrags, um den der Student nachfragen muß. Dabei unterstützen ihn die Akademien.