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13.06.1980

Kurzzeitgedächnis will Schnellreaktion

MÜNCHEN (to) - Die physiologischen Gegebenheiten der menschlichen Informationsverarbeitung über das Kurz- und Langzeitgedächtnis haben gewisse Auswirkungen auf jede Art von Kommunikation. Ein Rückgriff auf die sieben Speichercluster des Kurzzeitgedächtnisses, der nötig ist, um neue Informationen mit dem momentanen Inhalt vergleichend zu verarbeiten, muß jeweils kurz auf das Laden der Cluster erfolgen; denn zu lange Wartezeiten bedingen eine zeitaufwendige Suche im Langzeitgedächtnis.

In der Interaktion Mensch-Mensch oder Mensch-Maschine spielt die Reaktionszeit des Dialogpartners eine wesentliche Rolle für konstruktives Arbeiten, erklärt ein bereits 1973 herausgegebenes Buch von James Martin "Design of Man-Computer Dialogues". Da unser Kurzzeitgedächtnis Informationen nur über eine Spanne von wenigen Sekunden speichert, muß eine ausstehende Antwort dort rechtzeitig eintreffen, um einen kontinuierlichen Arbeitsablauf zu sichern. Diese Aussage gilt selbstverständlich auch in der dialoggesteuerten Programmentwicklung. Überschreitet die Reaktionsdauer des Rechners eine bestimmte, je nach Person leicht differierende Höchstwartezeit, so muß ein Gedanke erst wieder neu aufgenommen werden - es entsteht ein Bruch im Gedankenfluß.