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04.09.1992 - 

Die Marktbereinigung beginnt

Kyoceras PC-Abteilung wirft das Handtuch und stellt Produktion ein

MÜNCHEN (jm) - Die Pressemitteilung war kurz und bündig: "Kyocera zieht sich aus dem PC-Markt zurück." Damit behalten all jene Marktbeobachter recht, die wegen des unaufhaltsamen Preisverfalls und damit sinkender Gewinnmargen im PC-Markt von einem Großreinemachen unter den Personal-Computer-Herstellern ausgehen.

Gerade drei Wochen ist es her, daß die COMPUTERWOCHE über einen Mikromarkt schrieb, der vor dem Zusammenbruch steht (CW Nr. 33 vom 14. August 1992, Seite 21: "Japanische Hersteller büßen..."). Im Mittelpunkt des Interesses standen vor allem PC-Hersteller aus dem Land der aufgehenden Sonne, schienen doch Informationen von Insidern darauf hinzudeuten, daß vor allem Kyocera, NEC, Epson, möglicherweise aber auch die Laptop-Größe Toshiba vor einschneidenden Maßnahmen in bezug auf 1 die Produktion und Distribution der PC-Produkte in Deutschland beziehungsweise Europa stehen.

Auch bei den Japanern liegen die Nerven blank

Alle vier Japaner gaben sich seinerzeit ausgesprochen zugeknöpft: Keiner wollte auch nur den leisesten Zweifel daran aufkommen lassen, daß man auch weiterhin beim mörderischen Preiskampf der Mikrohersteller mitbieten wolle.

Daß die Nerven auch bei den Japanern mittlerweile blank liegen, bewiesen allerdings Reaktionen auf die Berichterstattung: Verschiedene deutsche Geschäftsleitungen ließen über ihre PR-Agenturen nachfragen, wie man denn zu Aussagen komme, die nicht über die Management-Ebene abgesegnet seien. Offensichtlich lassen sich auch Japaner nur äußerst ungern in die Karten sehen und mögen Recherchetätigkeiten über ihre Firmen nicht sonderlich.

Verdrängungswettbewerb in der PC-Branche

Bei dem Druckerspezialist Kyocera haben sich die negativen Vorhersagen nun bestätigt: Hatte man vor drei Wochen gegenüber der COMPUTERWOCHE. Absichten, sich aus dem PC-Markt zurückzuziehen, noch vehement bestritten, so mußte das Management jetzt das Aus für die "Multilight"-PCs verkünden.

"Drastische Preisreduzierungen und der daraus resultierende Verdrängungswettbewerb in der PC-Branche" hätten Kyocera zu diesem Schritt veranlaßt, heißt es in der offiziellen Begründung. Folgerichtig wird es auch keine Nachfolgemodelle mehr geben.

Benutzern von Kyocera-Rechnern wird allerdings versichert, daß sowohl die Garantie- als auch die Serviceleistungen sowie eine Hotline weiterhin "in gewohntem Maße durchgeführt werden".

Aussagen eines Insiders gegenüber der COMPUTERWOCHE vor drei Wochen legten den Verdacht einer bevorstehenden Schließung der PC-Linie nahe. Er hatte bemerkt, daß man vor zweieinhalb Jahren als Kyocera versuchte, sich im PC-Markt zu etablieren - nicht ahnen konnte, wie rapide die Preise im Mikrobereich in den Keller sacken würden. Man habe aber noch ein gutes Einkommen aus dem Druckergeschäft. In dieses soll nun die PC-Vertriebs- und Support-Mannschaft von Kyocera überwechseln.

Wegen des weiterhin auf rechterhaltenen Serviceangebots könnte es für potentielle Käufer interessant sein, sich am Ausverkauf bei Kyocera zu beteiligen: Die Preise der gesamten Rechnerfamilie vom 386SX bis zum mit 33 Megahertz getakteten 486-Mikro sollen "erheblich reduziert" werden.