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26.01.2001 - 

Roel Pieper verlässt nach nur zwei Monaten das sinkende Schiff

L&H hofft auf ein neues Management und auf das Geld von Daimler-Chrysler

Der gebürtige Holländer Roel Pieper hat nach nur zwei Monaten unerwartet seine Tätigkeit als Chairman der Lernout & Hauspie Speech Products NV beendet. Pieper, der Führungspositionen unter anderem bei Tandem, Ungermann-Bass und Unix Systems Laboratories innehatte, galt als vertrauenswürdiger Steuermann. Der Manager begründete seinen Abgang damit, dass er dem neuen CEO Philippe Bodson möglichst viel Entscheidungsfreiheit bei der Wahl seines neuen Management-Teams lassen wollte.

Bodson, Ex-Chef der belgischen Tractebel SA, löste kürzlich John Duerden als CEO bei Lernout & Hauspie ab, der sich nur knapp fünf Monate im Amt halten konnte. Als Hintergrund für die Demission Piepers darf allerdings auch der zeit- und nervenaufreibende Job als Mittler zwischen den beiden verfeindeten Lagern im Board von L&H angesehen werden: auf der einen Seite CEO John Duerden und seine Gefolgsmänner, die sich einer "belgischen" Fraktion rund um Mitbegründer Jo Lernout gegenüber sahen.

Pieper und Duerden hatten stets versichert, alle Fakten über die irregulären Geschäftspraktiken der Vergangenheit offen zu legen. Derzeit wird das Unternehmen sowohl von den belgischen Behörden als auch von der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) unter die Lupe genommen. Ein Sprecher des Softwarehauses erklärte, dass ein neuer Chairman erst auf einer Aktionsversammlung gewählt wird, die vermutlich Anfang März stattfindet. Zugleich wurde bekannt gegeben, dass Bernard Vergnes seinen Posten im Board von L&H vor zwei Wochen an den Nagel gehängt hatte. Vergnes leitete einst als Chairman das Europa-Geschäft von Microsoft. Die Redmonder sind mit etwa fünf Prozent an Lernout & Hauspie beteiligt.

Ein Hoffnungsschimmer für L&H zeichnet sich derzeit aus Deutschland ab: Daimler-Chrysler verhandelt über einen Teilkauf des Softwarehauses. Angeblich ist der Automobilhersteller an einer Geschäftseinheit interessiert, die Techniken für die Spracherkennung in Fahrzeugen entwickelt. Wie das "Wall Street Journal" meldet, könnten die Stuttgarter bis zu 250 Millionen Dollar dafür lockermachen.