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Optimale Kapazitätsplanung durch Performance-Monitoring


31.01.1992 - 

Längere Antwortzeiten durch Komplexität des Systemverbundes

Die Kundenstruktur der Comdok ist vor allem durch die FDP und die Friedrich-Naumann-Stiftung gekennzeichnet. Für die Liberalen werden zum Beispiel Parteitage und Wahlkampfe organisiert. Zudem wurde ein Kommunikationsverbund realisiert, über den zwischen der FDP-Bundesgeschäftsstelle in Bonn, das Büro des Bundesvorstandes in Berlin und den einzelnen Landesverbänden sowie der Zentrale der Friedrich-Naumann-Stiftung und den Landesstiftungen oder Bildungsstätten problemlos Kommunikation möglich ist.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung wird in allen Belangen der politischen Erwachsenenbildung, Medienarbeit und Politikberatung unterstützen. Interessant ist das weltweite Datennetz, das die Zentrale und die verschiedenen Auslandsprojekte in Europa, Asien, Lateinamerika, Nahost und in den USA verbindet. Andere Kunden kommen aus den Bereichen: Verlage, Gastronomie/Hotelunternehmen oder Unternehmensberatungen. Insgesamt erzielten die 29 Comdok-Mitarbeiter einen Umsatz von sechs Millionen Mark.

Manfred Walterscheid, DV-Leiter der Comdok, umreißt die Ziele seiner Abteilung: "Wir wollen durch unser kontinuierlich auszubauendes System unseren Kunden ermöglichen, vorhandene Informationen gezielter und schneller zu nutzen Administrative Aufgaben sollen kostengünstig und rationell bewältigt und die Mitarbeiter von Routinearbeiten entlastet werden. Schließlich wollen wir traditionelle Informationsmittel wie beispielsweise Papier, sinnvoll ersetzen.

Für Realisierung dieser Zielsetzung sorgt eine umfangreiche informationstechnische Infrastruktur: das zentrale RZ der Comdok, ein weltweites Datennetz auf HfD- und Datex-P-PVC und Datex-P-SVC, Datenendgeräte vor Ort sowie entsprechende Betriebssystem- und Anwendungssoftware. Installiert ist ein IBM-System 4381-S91 mit 48 MB Hauptspeicher und 20 GB Magnetplattenspeicher unter den

Betriebssystemen VM/XA und VSE/SP bei gleichzeitigem Einsatz der Kommunikationssoftware VTAM und dem TP-Monitor CICS. In diesem Kommunikationsnetz sind zur Zeit zirka 400 Terminals/PCs mit insgesamt 70 Laser- und Matrixdruckern im Einsatz Als DV-Steuereinheit dient eine IBM-3720 mit 16 Leitungsanschlüssen und 1 MB Hauptspeicher.

Engpässe lokalisieren - Lösungen erarbeiten

Für die vielfältigen Kommunikationsaufgaben wurden bundesweit ein SNA-Datennetz, Nutzungsmöglichkeiten der Postdienste Datex-P und HfD sowie firmeneigene Kommunikationswege installiert. Über spezielle Schnittstellen besteht gleichzeitig Zugang zum Teletex-Netz der Post. Die gewählte Systemlösung bietet dezentrale und zentrale Anwendungsmöglichkeiten. Je nach Programm und Kostensituation arbeiten die Geräte online, also in Verbindung mit dem Rechenzentrum, oder offline als selbständige Arbeitseinheit mit dezentraler Intelligenz.

Neun Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen RZ-Betrieb - 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Eine durchschnittliche Verfügbarkeit von zirka 99 Prozent und Antwortzeiten in VM, die 0,30 Sekunden selten über steigen, zeigen eindrucksvoll die Leistung der Teams.

Solche Werte waren aber nicht immer die Regel. Vor allem die Antwortzeiten entwickelten sich zunehmend problematisch Das war die Zeit, wo man bei Comdok begann, sich mit dem Thema Performance-Management auseinanderzusetzen. Walterscheid erinnert sich: "Die ständig wachsende Komplexität unseres Systemverbundes wirkte sich negativ auf unsere Antwortzeiten aus. Wir brauchten dringend ein Tool, das uns half, die vorhandenen Engpässe zu lokalisieren und entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Schließlich leben wir als Anbieter mit überwiegendem Online-Betrieb nicht zuletzt von hervorragenden Antwortzeiten. Besonders der VSE-Bereich, in dem wir viele Anwendungen fahren, sollte durchleuchtet werden".

Ein ganz entscheidender Gesichtspunkt war die Kapazitätsplanung. Der DV-Leiter umreißt die damaligen Anforderungen: "Als Dienstleistungsunternehmen unterliegen wir natürlich einem harten Wettbewerb. Für uns sind deshalb optimale Kapazitätsplanung und gezielte, bedarfsgerechte Investitionen in Hard- und Software enorm wichtig. Wir wollten konkret sehen, wo es hakt, welche Lösung unsere speziellen Bedürfnisse befriedigt und wirtschaftlich sinnvoll ist."

Das RZ-Team von Comdok wußte ziemlich genau, was es von einem Performance-Monitor erwartete: "Für unsere kleine Mannschaft kam nur ein leicht verständliches, komfortables, schnell zu installierendes Tool in Frage", so Walterscheid.

Verständlich auch für die Geschäftsleitung

"Es mußte schnelle Information über akute Engpässe ebenso zur Verfügung stellen wie gesicherte Erkenntnisse über nötige Investitionen. All diese Informationen sollten zudem so aufbereitet sein, daß nicht nur der Fachmann, sondern auch die Geschäftsleitung davon profitieren und Investitionsvorschläge nachvollziehen konnte."

Nach eingehender Information und dem Besuch entsprechender Veranstaltungen entschied man sich für die Candle-Produkte "Omegamon für VM/ SP" und für "CICS/VSE". Ende 1990 wurden die Tools innerhalb eines halben Tages installiert, danach konnte sofort mit der Anpassung an die spezifischen Gegebenheiten begonnen werden.

Für Comdok hat sich der Einsatz der Performance-Monitore bezahlt gemacht. Die Tools lieferten alle wichtigen Werte für die notwendig gewordene Kapazitätsplanung. "Wir konnten eindeutig die Engpässe im System orten und dadurch entscheidende Informationen für unsere Investitionen gewinnen", so der DV Leiter. Die Candle-Tools lieferten Zahlen darüber, welcher Rechner und welches Betriebssystem optimal waren. Für den DV Verantwortlichen bedeutete das eine wichtige Argumentationshilfe sowohl gegenüber der Geschäftsleitung als auch gegenüber den Hard- und Software-Anbietern. "Das Ergebnis waren zielgerichtete Investitionen in einem wirtschaftlich vernünftigen Rahmen und kein überdimensionierter Rundumschlag mit unnötigen Ressourcen", erläutert Walterscheid seine Erfahrungen.

Die Aufgabe der Performance-Tools erschöpft sich jedoch keineswegs in der Kapazitätsplanung. Sie dienen vielmehr auch der ständigen Systembeobachtung und geben wertvolle Hinweise für die Optimierung des täglichen DV-Betriebs.

Durch ständiges Wachstum ist für Bewegung im System gesorgt, neue Problempunkte tauchen auf. Das Tool deckt folgende Anwendungsbereiche ab:

1) Fein-Tuning: Omegamon informiert darüber, wie der Hauptspeicher ausgenutzt wird, wie stark seine Belastung ist. Durch entsprechende Definitionen im Betriebssystem kann die Ausnutzung optimiert werden.

2) Mini-Disk-Ebene: Ab einer gewissen Anzahl von Benutzern wird es völlig unüberschaubar, welche Kanäle beansprucht werden oder wer die Platten besonders strapaziert. Der Performance-Monitor zeigt, wie durch eine Verlegung der Teilnehmer auf der Platte die Zugriffsmöglichkeiten verbessert werden.

3) Spooling-Bereich: Wenn der Spooling-Bereich voll ist, kostet das Kapazitäten, und das wiederum wirkt sich negativ auf die Performance aus. Omegamon sorgt für eine bessere Kontrolle.

4) Paging-Bereich: Die exakte Übersicht ist sehr wichtig, um negative Auswirkungen auf andere Bereiche zu erkennen und zu vermeiden. Wenn man nur grob schätzt, wann mehr Paging-Bereich angelegt werden muß, verschenkt man unnötig wertvolle Ressourcen.

5) I/O-Bereich: Informationen über die Zahl der I/Os pro Palette helfen bei der optimalen Plattenbelegung.

6) Shared Segments: Der Monitor zeigt, wie diese Segmente funktionieren und garantiert damit die Funktionsfähigkeit der Installation.

Jan Aasen, Systemprogrammierer, ist vor allem von der benutzerfreundlichen Oberfläche und der Informationsaufbereitung der eingesetzten Performance Tools angetan: "Sowohl der Operator ohne tiefere Einsicht in Zusammenhänge als auch die Geschäftsleitung ohne DV-Spezialwissen und der Systemprogrammierer als Experte erhalten die für sie relevanten Informationen in ansprechender Form." Die "Help Facilities" interpretieren das verfügbare Zahlenmaterial und nennen Lösungsvorschläge - sowohl für Momentaufnahmen bei denen es gilt, den Verursacher akuter Engpässe zu finden, als auch für Langzeitstudien, die den Input für die Kapazitätsplanung liefern.

Für die Zukunft des Comdok-Rechenzentrums schwebt Manfred Walterscheid noch einiges vor: "Ausbau des Kommunikationsverbundes, Automation, Aktualisierung der Systemwelt und eine größere Integration von zentralen und dezentralen Anwendungen-Stichwort Client-Server.

Wir sind eigentlich sehr zuversichtlich, daß sich der Trend zum Outsourcing von DV und Verwaltung weiter positiv entwickelt. Warum soll sich ein Unternehmen mit hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten belasten, wenn ihm ein zuverlässiger Partner diese Sorge abnehmen kann?

*Karl-Heinz Weinmann arbeitet bei der Interprom Gmbh, München.