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11.02.2000 - 

Programme mieten ist nicht immer günstiger

Längerfristige Verträge mit ASPs bieten kaum finanzielle Vorteile

MÜNCHEN (CW) - Vor allem aus Kostengründen wollen Firmen Anwendungen lieber mieten als kaufen. Doch die Vorteile eines Application-Service-Provider (ASP) kommen nicht bei jedem Programmtyp zum Tragen.

Gerade mittelständische Unternehmen haben oft nicht das Geld, sich beispielsweise eine E-Commerce-Lösung zuzulegen. Allein die Lizenzgebühren erweisen sich als sehr hoch, von den Aufwendungen für die Konfiguration ganz abgesehen. Für mittlere Firmen muss das Angebot daher verlockend klingen, denn außer der monatlichen Gebühr fallen keine Kosten an. Allerdings lohnt es sich bei der Entscheidung "Kaufen oder Mieten" abzuwägen wie sich welche Kosteneffekte auswirken. Das Beratungsunternehmen Meta Group verglich hierzu die Kosten für eine Anwendung, die eine Firma selbst betreibt, mit dem ASP-Modell. Für eine Applikation, egal ob gemietet oder gekauft, fallen demnach die Softwarelizenzen und Aufwendungen für Implementierung, Infrastruktur sowie Wartung an.

Hohe Mieten übertreffen auf Dauer den KaufpreisDie Berater fanden dabei heraus, dass Firmen durch das ASP-Modell zwar die anfänglichen Investitionen in Softwarelizenzen erspart bleiben, doch je länger sie die Anwendung einsetzen, desto geringer wirken sich die Kostenvorteile des Application-Providers aus. Eine Firma fährt günstiger, wenn sie für die kurzfristige Nutzung bis zu zwei Jahre eine Spezialapplikation mietet. Eine Standardanwendung über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren bei einem ASP in Anspruch zu nehmen ist laut der Meta Group dagegen teurer als der Betrieb im eigenen Haus.

Auch bei den Implementierungskosten können die ASPs ihre Trümpfe nicht ausspielen. Nach wie vor müssen die Firmen Daten migrieren, Programme anpassen und ihre Mitarbeiter schulen. Dies gilt auch für Systeme, die ständig geändert werden müssen. Nach Ansicht der Meta Group ist es bei diesem Kostenblock egal, ob die Lösung gemietet oder gekauft wird.

Vorteilhaft ist das ASP-Modell allerdings bei der Infrastruktur und Sicherheit. Diese selbst aufzubauen und zu betreiben kommt ein Unternehmen teuer zu stehen. Zur Infrastruktur gehören schließlich auch eine ausgefeilte Technik zur Absicherung des Netzes, etwa mittels Firewalls, Funktionen zur Datensicherung und Standby-Rechnern. Durch Bündelung ihrer Einkaufsmacht sind nach Ansicht der Berater die ASPs in der Lage, Hardware günstiger zu erwerben. Carrier und ISPs investieren zur Zeit Unsummen in den Ausbau ihrer Rechenzentren. Sie wollen ASPs Infrastrukturdienste offerieren, denn viele Programmvermieter werden keine eigenen Netze aufbauen.

Profitieren können Firmen vom ASP-Konzept auch bei der Wartung von Anwendungen. Dies gilt laut Meta Group zumindest für Vertragslaufzeiten bis zu vier Jahren. Doch nach Ansicht der Berater fällt es den Firmen wie auch schon beim klassischen Outsourcing schwer, den Anbieter zu wechseln, da der neue Provider für eine fremdkonzipierte Lösung viel höhere Service- und Wartungsgebühren ansetzt. Dieses Problem dürfte aber weniger zum Tragen kommen, wenn die Unternehmen vorkonfigurierte statt individuell angepasste Programme leasen. Für das Mietmodell eignen sich beispielsweise Anwendungen für die Personalbeschaffung, Gehaltsabrechnung, Reisekosten sowie das elektronische Beschaffungswesen (Electronic Procurement), resümiert die Meta Group.