Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.11.1980 - 

Technisch-wissenschaftliches Paket der GEI, Aachen:

Lärm-Meß-System vertrieb die Donner-Vögel

Eine genaue Messung des Fluglärms ist der erste Schritt zur Besserung. Dies zeigen die Auswirkungen eines speziellen Informationssystems zur Fluglärmüberwachung, das die GEI-Gesellschaft für Elektronische Informationsverarbeitung in Zusammenarbeit mit der Flughafen Düsseldorf GmbH entwickelte. Lärm-Meßwerte werden an verschiedenen Stellen in der Umgebung des Flughafens registriert und im Zusammenhang mit den Flugbewegungen analysiert.

Dafür erstellte die GEI nicht nur die gesamte Software, sondern wirkte schon in der konzeptionellen Phase mit: So wählte sie unter anderem die Hardware aus, die für die Kopplung des Fluglärmrechners an ein bestehendes Verkehrsinformationssystem benötigt wurde.

Sekündlich greifen die Meßstellen, auf deren Anzahl sich die Software selbst einstellt, die Lärmdaten ab, um die Informationen aufzubereiten und zu kombinieren. Den verschiedenen Lärmereignissen werden die jeweiligen Verursacher zugeordnet, Flugrichtung, Flugzeugtyp und Wetterlage sind dann erkannt und gespeichert. Ferner werden verschiedene Statistiken erstellt. Jeder Fluggesellschaft und jedem Maschinentyp wird angekreidet, wieviel Lärm jeweils verursacht wurde, jeder Meßstation angerechnet, wieviel sie ertragen mußte. Für Lärmpegel, die gewisse Richtwerte überschreiten, werden gesonderte Bulletins herausgegeben. Den leisesten Luftverkehrsgesellschaften winkt eine Prämie in Millionenhöhe. Die Folge: Die Lärmbelästigung hat in letzter Zeit an fast allen Meßstationen abgenommen, weil die Piloten "ohrenschonend" fliegen und die Gesellschaften nach Düsseldorf statt der alten "Donnervögel" die neuen "flüsternden Riesen" einsetzen.

Das Datenmaterial für all dies beschafft das Informationssystem selbständig. Es greift die Lärmmeßwerte in analoger oder digitaler Form ab, transformiert sie in charakteristische Kenngrößen, die im Fluglärmgesetz definiert sind, und speichert sie temporär. Die Kopplung an ein vorhandenes Verkehrsinformationssystem versorgt den Fluglärmrechner bei jeder Flugbewegung mit allen benötigten Verkehrsdaten. Außerdem hat er einen direkten Draht zur Wetterstation und merkt sich Änderungen der Flugrichtung. Wahlweise können diese Daten auch über Bildschirm eingegeben werden.

Um Lärmereignisse und Verkehrsdaten zu verknüpfen, wurde ein Zuordnungsmodell entwickelt. Über die jeweiligen Meßpunkte gleitet ein Zeitfenster, das sich an Standardüberflugzeiten orientiert, die wiederum von vielen Einflußgrößen abhängen. Die Zuordnung funktioniert mit großer Präzision.

Alle Typen auf der Liste

Alle gespeicherten Daten können vor der abschließenden Archivierung auf Magnetplatte manuell korrigiert, das heißt geändert, ergänzt oder gelöscht werden. Danach erst werden alle vorgeschriebenen Stunden- und Tageslärmkenngrößen unter Berücksichtigung von Betriebszeit und Flugaufkommen gebildet. Aus den archivierten Dateien erstellt die Software schließlich - periodisch oder auf Wunsch - die statistischen Auswertungen für Gesamtbewegungen, Starts oder Landungen. Außerdem erfaßt sie die Betriebs- und Ausfallzeiten der einzelnen Meßstationen.

Zum Aufstellen der verschiedenen Statistiken werden eine Reihe von Stammdateien benötigt, erwähnt sei die Datei der Meßstellen-Parameter, der Flugzeugkennzeichen und eine Datei der Flugzeugtypen mit ihren Lärmparametern. Da sich alle diese Werte - bedingt zum Beispiel durch neue Flugzeugtypen - laufend ändern, wurde auf benutzerfreundliche Dialogprogramme zur Pflege der Stammdateien besonderer Wert gelegt.

Swidbert Dohmes und Franz-Josef Leuchter sind Systemberater bei der GEI, Aachen.

Informationen: GEI, Gesellschaft für Elektronische Informationsverarbeitung m. b. H" Albert-Einstein-Str. 61, 5100 Aachen-Walheim, Tel.: 0 24 08/70 24.

Hardware-Konfiguration

Das Informationssystem zur Fluglärmüberwachung ist auf einer PI)P 11/ 34 mit 124 K Worten Speicherplatz realisiert, zu deren Peripherie zwei Plattenlaufwerke a 5,2 Megabyte, Konsolterminal und Drucker gehören. Unter dem Realtime-Multiprogramming-Betriebssystem RSX 11 M wurde die Software in Fortran IV geschrieben. Der Speicherplatzbedarf für ausgelagerte Realzeitprogramme beträgt maximal 30 K, darüber hinaus kann eine Anzahl von Dialogprogrammen, die einzeln 16 K groß sind, bei Bedarf geladen werden.

Die PI)P 11/34 ist über eine 20 mA Schnittstelle, die mit 1200 Baud betrieben wird, mit dem Verkehrsrechner des Flughafens, einer Krantz Mulby M, gekoppelt. Die analogen Informationen der Lärm-Meßstellen werden durch einen AD 11 K-Wandler, den 16-Kanal-Analog/Digital-Wandler von DEC, in 12-Bit-Worte umgesetzt.

Die GEI als OEM-Partner von DEC lieferte für das Projekt die komplette Hardware und trug die Gesamtverantwortung. Die Entwicklungszelt des Systems betrug 15 Mannmonate, es ist seit Frühjahr 1980 im Betrieb.