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15.04.1977

Läßt IBMs 3033 die Preisspirale rotieren?

Der Anwender - egal welchen Rechner welcher Größenklasse er hat - profitiert heute in zweifacher Hinsicht: Die Hardware-Preise sind ins Rutschen gekommen, die Systeme selbst dank immer größerer Speicherkapazitäten (CPUs sowie Platten) leistungsfähiger geworden. Keine Frage, daß IBM als Marktführer das Wachstums-Tempo bestimmt und die Mitbewerber zum Nachziehen zwingt. Das war bei der Ankündigung der 138 und 148 im Sommer letzten Jahres so (Siemens!), und das dürfte auch nach der Ankündigung des neuen IBM-Jumbos 3033 nicht anders sein.

Nachdem die Amdahl Corp. als derzeit wohl lästigster IBM-Konkurrent im Großrechner-Markt bereits innerhalb von 72 Stunden mit dem Announcement einer "preiswerten" und noch größeren 470er-Maschine reagierte, wollte CW wissen, welche Anti-Strategien die anderen IBM-Mitbewerber ausbrüten. Wir telexten deshalb an die Hersteller-Firmen Control Data, Burroughs, Honeywell Bull, Siemens und Univac folgende Frage: "Durch die Ankündigung des preisgünstigen neuen Großrechners IBM 3033 werden die Preise nach unten in Bewegung geraten. Zudem bietet IBM erstmals ein Betriebssystem wie MVS/SE als Lizenzprogramm an. Wie werden Sie darauf reagieren?"

Was von der in den Antworten zur Schau gestellten Gelassenheit zu halten ist, illustriert am besten das Beispiel Burroughs: In der Eschborner Zentrale war man (noch?) nicht bereit, ein Statement abzugeben, obwohl die US-Mutter bereits Preissenkungen für bestimmte Großrechner-Modelle bekanntgegeben hat (siehe erste Seite dieser Ausgabe).

- Dipl.-Ing. Robert K. Kobler, Direktor Vertrieb, Sperry Univac, Frankfurt

Bereits im November 1976 hat Sperry Univac mit Ankündigungen der Modelle 1100/181 und 1100/82 das Preis-/Leistungsverhältnis im Großrechnerbereich in Bewegung gebracht. IBM hat mit der Ende März 1977 vorgenommenen Neuankündigung der 3033 mit dem von der 1100/80 vorgezeichneten

Preis-/Leistungsverhältnis gleichgezogen, welches bei der IBM 370/168-3 trotz Preissenkung nicht erreicht wird. Sperry Univac sieht auch weiterhin keine Veranlassung, von seiner Politik des gebündelten Leistungsangebotes abzugehen.

Dr. Werner Poschenrieder, Leiter des Geschäftsbereichs Datenverarbeitung, Siemens AG, München

Die Produktankündigung des Marktführers zielt unseres Erachtens auf bestimmte Anlagen amerikanischer Mitbewerber ab, insbesondere auf PCM-Lieferer. Unser Produktspektrum ist davon nicht direkt berührt.

Die Preismaßnahmen des Marktführers, die sich fast nur beim Kauf einer Anlage auswirken, beruhen sicher auf Erfolgen bei der Halbleiterentwicklung. Wie Sie wissen ,sind auch wir auf diesem Gebiet als Entwickler von Halbleiter- und DV-Technologie besonders erfolgreich. Wir haben erst im Herbst letzten Jahres als erster 4 KBit-Bausteine in unser Produktspektrum eingeführt. Das neueste Modell 7.760 wird bereits 16 KBit-Bausteine enthalten.

Im Bereich unseres Produktspektrums werden wir auch weiterhin unseren Kunden das interessantere Leistungsverhältnis anbieten.

Dr. Gerd Bindels, Leiter des Geschäftsbereichs Vertrieb und Generalbevollmächtigter der Honeywell Bull AG, Köln

Mit der Ankündigung 66/85 in der letzten Märzwoche hat Honeywell Bull vorzeitig auf die IBM-Ankündigung reagiert und die Grundstufe einer neuen Modellreihe freigegeben.

Das System 66/85 soll mit völlig neuer, hochintegrierter Logik die Situation am Großrechnermarkt verändern. Honeywell Bull beabsichtigt, diese Anlage verstärkt außerhalb des eigenen Kundenparks anzubieten und hat deshalb das Preis-/Leistungsverhältnis des Systems unter Berücksichtigung des neuesten Markttrends wettbewerbsfähig ausgelegt.

Für das Betriebssystem der 66/85 berechnet Honeywell Bull keine Lizenzgebühr.

Dr. Karl Rihaczek, Marketingleiter, Control Data GmbH, Frankfurt

Etwa gleichzeitig mit der 3033 kam unsere Ankündigung der Systeme Cyber 176 und Cyber 171, mit denen die Cyber-170-Familie am oberen und unteren Ende ausgebaut wird. Diese beiden neuen Systeme liegen deutlich über beziehungsweise unter der Leistungsfähigkeit der 3033.

Für den dazwischen liegenden Teil der Cyber-170-Familie (172, 173, 174, 175) haben sich bislang keine Änderungen ergeben.

Die Tatsache, daß ein Betriebssystem als Lizenzprogramm angeboten wird, befriedigt uns insofern, als Control Data schon seit Jahren Betriebssysteme entbündelt anbietet.