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09.03.1979 - 

EDV im Gruner-Lager, Hannover, macht Schule,

Lagerservice kundennah und aktuell

HANNOVER (bi) - Up to date ist jetzt die 100prozentige Preussag-Tochter, das Speditions- und Lagerunternehmen Gruner, in Hannover. Durch einen Lagerneubau, der moderne architektonische und lagertechnische mittel von einsetzt, ist Gruner "dem Ziel, dem Kunden einen integrierten Speditions-, Lager- und Umschlagbetrieb mit allen Möglichkeiten für Transport und Verteilung anzubieten, ein gutes Stück nähergekommenen". Ordnungsfaktor Nummer 1 ist jedoch eine EDV-Anlage, basierend auf einer DEC PDP 11/34, die hausintern und kundennah die neuesten Angaben über Lagerbestände und -bewegungen bereithält.

Durch den Einsatz dieses Datenverarbeitungssystems wurde erreicht, daß der Hauptteil der übertragenen Funktionen im Dialog erfüllt werden kann, das bedeutet, Anfragen und Antworten respektive Eingaben und Ausgaben laufen direkt über Bildschirmgeräte. Außerdem ist es möglich, per Telefonwählleitung Daten an die DV-Anlagen der Kunden zu übertragen. Die Arbeiten an diesem DV-Projekt wurden in Zusammenarbeit zwischen Gruner, VTG und Preussag-Konzern-Datenverarbeitung im Herbst 1977 begonnen. Die schrittweise Einführung des Systems konnte termingerecht ab Mai 1978 beginnen.

3000 Artikel

Das neue Lagerhaus in Hannover ist als Regallager eingerichtet. In 36 Regalen von 6,20 Meter Höhe können 8100 Paletten gelagert werden. Die per Lkw oder Waggon eingehenden Waren werden in der Eingangszone zunächst auf Vollzähligkeit und Beschädigungen hin kontrolliert. Danach werden die einzelnen Paletten mit Spezialgabelstaplern zu den für sie bestimmten Regalplätzen gebracht und dort eingelagert. Die Zuteilung der Regalplätze und Kontrolle der einzelnen Paletten im Hinblick auf die Lagerdauer laufen über eine zentrale Kartei im sogenannten Rampenbüro.

Das Lagerbüro verwaltet die Waren; die Bestände umfassen rund 3000 Artikel. Hier gehen täglich etwa 600 Bestellungen von den Verkäufern ein, die im Auftrag der bei Gruner einlagernden Hersteller die weit über 1000 Einzelhandelsgeschäfte, Supermärkte, Drogerien und Gastwirtschaften im Raum Hannover besuchen. Diese Aufträge werden an das Lager weitergegeben. Dort wird die Ware zusammengestellt und in die Auslieferungszone gebracht.

Diese befindet sich direkt neben den Verladetoren und ist eingestellt in Richtungsbereiche, in denen Zielorte zusammengefaßt sind. Alle Aufträge für einen Zielort kommen so auf einem Platz zusammen. Eine Flotte von 22 Nahverkehrsfahrzeugen verteilt die Waren (täglich rund 200 Tonnen).

Schreibt die Bestände fort

Das Datenverarbeitungssystem unterstützt den Arbeitsablauf zwischen Wareneinlagerung und Warenauslieferung. Alle eingegangenen Aufträge und Wareneingänge werden erfaßt und gespeichert; dabei werden die Bestände aller Artikel fortgeschrieben. Diese Daten werden per Datenfernübertragung über Telefonleitung oder durch Listen, die postalisch versandt werden, den Herstellern der Waren mitgeteilt.

Ein Auftrag wird erfaßt

Beim Eingeben der einzelnen Aufträge über die Bildschirmtastatur prüft das Programm ständig die einzelnen eingetasteten Daten: Wird dieser Auftrag auch wirklich nur einmal eingegeben, stehen der Belieferung eines Kunden andere Anweisungen entgegen, gehört der bestellte Artikel zu dem Herstellersortiment sind die bestellten Artikel in ausreichender Menge vorhanden?

Ist ein Auftrag eingegeben, erscheinen auf dem Bildschirm die Anzahl der Kartons, das Auftragsgewicht und eine Kontrollsumme. Danach wird ein Lieferschein mit Name und Anschrift des Kunden ausgedruckt. Eine Kopie des Lieferscheins geht ins Lager, eine zweite an den Fuhrpark-Disponenten. Die Artikel sind in der Reihenfolge gedruckt, wie sie im Lager stehen. Man braucht daher bei der Zusammenstellung der Artikel nur den vorbestimmten Weg im Lager abzugehen.

Hardware-Konfiguration und Programmiersprache

- Hardware (vor Ort):

Digital Equipment PDP 11/34,128 KB, 30 MB Plattenkapazität,

6 Bildschirm-Terminals (VT 52 Ó 1920 Zeichen),

1 Drucker-Terminal (LA 36, 30 Z/s),

1 Drucker (LA 180, 180 Z/s),

1 DFÜ-Interface (Wählleitung 2780 - RJE-Betrieb)

- Host-Rechner:

IBM 370/158 (in Hannover oder in Frankfurt)

- Programmiersprache/Betriebssystem: MUMPS-11

Rechnet die Tour aus

Der Disponent erhält auf dem Bildschirm einen Ausfuhrvorschlag, in dem alle eingegebenen Aufträge mit Angabe des Liefertermins zu Touren geordnet angezeigt werden. Durch Verschieben von Aufträgen kann der Disponent die bestmögliche Zusammenstellung finden. Anschließend wird jeder Tour ein Fahrzeug aus dem Fahrzeugstamm zugeordnet.

Der Drucker gibt für jede Tour eine Ladeliste aus; sie wird samt den dazugehörigen Lieferscheinen dem jeweiligen Fahrer übergeben, der an Hand dieser Unterlagen das Beladen seines Fahrzeugs prüfen kann.

Nach Abschluß aller Arbeiten erhält. er Disponent durch Abruf das Tourenjournal, das ihm eine Übersicht über alle Touren mit Fahrzeugnummern, Auslastungsgrad der Fahrzeuge, Haltepunkten, Gesamtgewicht etc. liefert.

DFÜ-fähig

Zu einigen Einlagererfirmen besteht die Möglichkeit der Datenfernübertragung zwischen dem Computer bei Gruner und bei der Kundenfirma. Über diese Verbindung werden die wichtigsten Daten (wie Artikelbestände, Auftragsdaten, Fehlbestände etc.) täglich an den Rechner des Einlagerers (etwa nach Frankfurt) übermittelt. Damit erhält der Einlagerer die Daten für die Fakturierung und die Lagerbevorratung am gleichen Tage und nicht - wie bei manueller Organisation - erst drei bis fünf Tage später.

Ausgehend von den Erfahrungen, die Gruner seit einigen Monaten mit dein neuen Serviceangebot im Lager Hannover gesammelt hat, wird zur Zeit erwogen, weitere Gruner-Lager mit dieser neuen Technik der Dialogverarbeitung auszurüsten. Gute Beispiele machen Schule.