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21.04.1978 - 

Neue Technologien nicht einseitig sehen:

Lambsdorff warnt vor Zunftabsicherung

HANNOVER - Mehrfach Applaus für Bundeswirtschaftsminister Dr. Otto Graf Lambsdorff, der in seiner Rede zur Eröffnung der 32. Hannover Messe die gesamtwirtschaftlichen Probleme von dauerhaften individuellen und noch vielmehr von kollektiven Absicherungsregelungen" ansprach und eindringlich vor dem "Rückfall" in "generelles Absicherungs- und Zunftdenken" warnte.

Lambsdorff bündig: Solche Regelungen "bringen zumindest langfristig eine Kostensteigerung und erschweren die Wettbewerbsposition des einzelnen Unternehmens, international sogar ganzer Branchen". Der Bundeswirtschaftsminister setzte sich auch mit der Diskussion um die Rationalisierungskonsequenzen auseinander, die neue Technologien wie der Mikroprozessor bringen. Solchen "grundlegenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt" dürften "nicht einseitig malthusianistisch gesehen werden". Denn nur bei konsequenter Anwendung des technischen Fortschritts könne die Wirtschaft ihr Standing im internationalen Wettbewerb halten.

Auf das Menetekel des niedersächsischen Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht, "wenn die Wirtschaftsprobleme nicht gelöst würden, wäre nächstes Jahr alles noch viel schwieriger", setzte Lambsdorff die Bemerkung daß der Nutzen von staatlichen Konjunkturprogrammen mit einem Fragezeichen zu sehen sei.

Eine scharfe Lanze gegen überzogene Verteilungs-Auseinandersetzungen stach Dr. Hans K. Göhringer, Vorsitzender des ZVEI. Die Gewerkschaften verfügten "mit der Eröffnung des Arbeitskampfes über ein außerordentliches Schadenspotential". Und die Einigung in der Druckindustrie und in der Metallindustrie in Nordwürttemberg/ Nordbaden sei für die Arbeitgeber nur zustande gekommen, weil "der Volks und privatwirtschaftliche Schaden schon so groß geworden war, daß man einfach zu einem Schluß (in der Tarifauseinandersetzung) kommen mußte".

Der Hannover Messe unmittelbar ins Stammbuch sprach Bengt Hökby, Präsident des schwedischen "Mekanförbund", der eine international bessere Koordinierung der Messen verlangte. Für Hannover 1979 zeichnen ja in dieser Hinsicht bereits Veränderungen ab: Einige prominente Firmen (etwa Rosenthal) wollen nicht mehr kommen und im Bereich des CeBIT soll die Halle 18 mehr integriert werden.