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24.09.1982 - 

Halbleitergigant entwickelt Token-Interface-Chip nach Spezifikationen des Marktführers

LAN-Koalition von IBM und Texas Instruments

WHITE PLAINS - Die IBM Corp. bekennt Farbe: Nachdem der US-Computerriese mit seinen Aktivitäten auf dem Gebiet lokaler Netzwerke (Local Area Networks = LAN) bisher hinter dem Berg gehalten hatte, gab die Communication Products Division (CPD), White Plains, jetzt den Abschluß eines LAN-Kooperationsvertrages mit dem Halbleiterhersteller Texas Instruments (TI) bekannt.

Wichtigster Punkt: TI soll nach IBM-Spezifikationen einen VLSI-Chip (Very Large Scale Integration) entwickeln, der den sogenannten "Token Passing Approach" berücksichtigt, ein Ringkonzept für den Aufbau lokaler Netze. Das US-Gespann setzt damit einen I-Punkt auf das von Xerox, Intel und DEC entwickelte "Ethernet", das durch eine Busstruktur gekennzeichnet ist.

Der Entwicklungsvertrag unterstreiche das Bemühen der IBM, ihren Kunden die bestmöglichen Lösungen zu bieten, kommentierte Arthur F. Collins, Vizepräsident Telekommunikationssysteme der CPD. "Local Area Networking", sagte Collins, "ist ein wichtiges Element der Integration von Bürogeräten und Datensystemen."

Die VSLI-Chips sollen laut Texas Instruments den Anschluß von Computern, Terminals und sonstigen Informationsverarbeitungseinheiten über ein lokales Netzwerk ermöglichen. Es handele sich bei den zu entwickelnden LAN-Schnittstellen um Anordnungen von Chips auf einer Platine (Originalton: printed circuit card"). Weiter wurde mitgeteilt, daß man sich, was das Design der LAN-Bausteine betrifft, an die Architektur-Empfehlungen der amerikanischen IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) Computer Society halte. IBM und Texas Instruments sind im IEEE-Komitee vertreten.

Beobachter der LAN-Szene weisen denn auch darauf hin, daß die Vorschläge der IEEE-Gremien sowohl die Ethernet-Standards als auch das Token-Verfahren einschließen. Insofern könne auch nach dem IBM/TI-Announcement von einer IEEE-Präferenz für eines der beiden Konzepte nicht gesprochen werden. IBM möchte zweigleisig fahren, argwöhnen einige Konkurrenten, und verweisen auf die Kooperation des Mainframe-Marktführers mit der kanadischen Mitel. Als Weiterentwicklung der Serie /1-Minicomputer habe IBM überdies Netzwerkfunktionen realisiert, die das CSMA-Protokoll unterstützen. Mit "Carrier Sense Multiple Access" arbeitet unter anderem Ethernet.

Wann die Token-Komponenten verfügbar sein werden, ließ ein TI-Sprecher gegenüber der COMPUTERWOCHE offen. Im kommenden Jahr hofft man die ersten Ergebnisse präsentieren zu können, hieß es vage. Unabhängige Fachleute schätzen, daß Token erst in drei bis vier Jahren interessant sein wird. Bereits die CSMA-Technik, obwohl wesentlich weniger komplex, bereite den Entwicklern Chip-Probleme. Das für Token erforderliche Übertragungsprotokoll stelle enorme Anforderungen an den Chip-Designer - verständlich, so die Kommentatoren, daß sich IBM des Know-hows einer VLSI-Company wie Texas Instruments bediene.

Die Texaner, meinen Netzwerkspezialisten, könnten durch das "Joint Development Agreement" mit IBM einen großen Sprung nach vorn tun. Vermutet ein LAN-Profi: "Die werden jetzt ständig durchblicken lassen, sie allein wüßten, was IBM in den Schlüsselbereichen Office Automation und Distributed Processing vorhat."