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12.08.1988 - 

Trend zu Token-Ring und mehr Kompatibilität bestimmt das Netzwerk-Geschehen, Teil 1

LAN-Markt '88: Irrgarten der Produktvielfalt Von CW-Mitarbeiter Peter Gruber

Der LAN-Markt ist im ersten Halbjahr 1988 noch mehr in Bewegung geraten. Neue Kooperationen prägen die Szene, und die Zahl der Produkte wächst kontinuierlich. Nach wie vor aber kreist das Markt-Geschehen um die Standards Ethernet und Token-Ring. Auf der Strecke bleibt der Anwender, der den Überblick zu verlieren droht.

Die Qual der Wahl hat momentan Engelbert Weber, Leiter Datenverarbeitung bei der Hoffmann-La Roche AG in Grenzach-Wyhlen. Er ist auf der Suche nach dem richtigen Netz zur Verbindung von etwa 100 Terminals und 150 PCs auf dem Firmengelände. Eines steht für Weber aber schon fest: Die Wahl wird entweder auf ein Ethernet mit Micro Vax-Kopfstationen fallen oder auf Token-Ring-LANs mit IBM-Software und entsprechenden File-Servern.

Der Pharmakonzern befindet sich derzeit in einem Entscheidungsprozeß, der repräsentativ für den LAN-Markt ist. An der Frage, ob Token-Ring oder Ethernet als Netz-Standard, kommt man kaum vorbei. Beide dominieren das Marktgeschehen und stehen im Mittelpunkt des Anwenderinteresses.

Darf man den amerikanischen Marktforschern Dataquest und International Data Corp. (IDC) Glauben schenken, dann steht dem Token-Ring eine große Zukunft bevor. Dataquest rechnet dieses Jahr weltweit mit einem Anstieg der Token-Ring-Verkaufszahl von 225 000 auf 636 000 Stück. IDC zufolge werden Token-Ring-Produkte in den nächsten zwei Jahren 45 Prozent des LAN-Geschäfts ausmachen.

Ob die prognostizierten Wachstumsraten der Amerikaner auch für den deutschen Markt zutreffen, bleibt fraglich. Zwar steigt die Zahl der Token-Ring-Installationen, aber Zahlen, die auf einen Token-Boom hindeuten könnten, liegen für die Bundesrepublik nicht vor. Für den Aufschwung des Token-Ring gibt es nach Meinung von Bernhard Zöller, Berater für neue Technologien bei der Diebold Deutschland GmbH, eine logische Erklärung: "Token-Ring und Ethernet sind zwei LAN-Typen; Ethernet der ältere, und deswegen notwendigerweise mit geringerem Zuwachs als so ein neues Produkt wie der Token-Ring, hinter dem die Marktgröße IBM steht."

Weiterhin positiv sieht dagegen Klaus Lipinski, Geschäftsführer der MultiNet Services GmbH in Puchheim bei Köln, die Ethernet-Zukunft: "Es wird sicher noch eine Zeit dauern, bis sich der Token-Ring am deutschen Markt durchsetzt. Die Ethernet-Domäne wird noch lange anhalten, weil jetzt mit Einführung preiswerter Komponenten und mit entsprechender ISO- und OSI-Software der Ethernet-Markt weiter wächst."

Mögen die Meinungen darüber, welcher der beiden Standards die bessere Zukunft vor sich hat, auch auseinandergehen, klar ist, keiner wird K.-o.-Sieger über den anderen werden. Alle Anbieter fahren mehrgleisig und richten ihre Angebotspalette überwiegend an diesen beiden Standards aus. Die Produktorientierung hin zu Ethernet und Token-Ring ist ungebrochen.

Der Netzwerk-Markt besteht jedoch nicht allein aus diesen beiden "LAN-Giganten". Daneben haben sich andere Netz-Standards angesiedelt, die zwar weit weniger verbreitet sind, aber in den Vernetzungsstrategien so mancher LAN-Betreiber eine wichtige Rolle spielen.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Cheapernet, eine abgespeckte Ethernet-Version. Dieser Kategorie ist auch das Starlan von AT&T zuzuordnen. Es bewegt sich wie alle Cheapernet-Varianten, nahe der Norm IEEE 802.3, stellt aber wegen der Twisted-Pair-Verkabelung eine preiswertere Vernetzung dar. Nach Ansicht von Lipinski hat die geplante 10-MBit/s-Starlan-Version gute Chancen, eine wichtige Rolle am LAN-Markt zu spielen.