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SCS veranstaltet Workshop in München:

LAN und PABX-Welten miteinander verbinden

31.05.1985

MÜNCHEN (CW) - ISDN-Nebenstellenanlagen, so erklärte der SCS-Experte Dr. Franz Arnold auf einem Workshop in München, werden weltweit erstmals 1985/80 auf den Markt kommen. Als Hauptmerkmal dieser Systeme nannte der Ex-Post-Ministeriale, daß sie die wesentlichen Normen des im CCITT standardisierten öffentlichen ISDN-Netzes enthalten, obwohl dieses noch gar nicht errichtet ist.

Die Veranstaltung der Hamburger DV-Beratungsgesellschaft Scientific Control Systems (SCS) stand unter dem Motto "Unternehmensweite Kommunikationsplanung unter Einbeziehung digitaler Nebenstellenanlagen und Local Area Networks". Gegenstand der Diskussion waren die konkurrierenden Entwicklungen im Bereich digitaler Nebenstellenanlagen und Local Area Networks sowie deren Auswirkungen auf die Büro- und Telekommunikation.

Charakteristisch für ISDN sind nach Aussage von Arnold zwei Basiskanäle mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von je 64 KBit pro Sekunde auf einer gleichen Anschlußleitung, ein Signalisierungskanal, der 16 KBit pro Sekunde schafft, sowie der Anschluß aller vorhandenen öffentlichen Netze einschließlich Mietleitungen.

Wichtig für den Anwender sei, daß ISDN den Anschluß vielseitiger Endgeräte über eine genormte Schnittstelle erlaube, sich also des Prinzips der einheitlichen Kommunikationsschnittstelle bediene. Das System präsentiere sich medienunabhängig, als Übertragungsmedium kämen folglich grundsätzlich alle heutigen und künftig eingesetzten Übertragungsmittel in Frage, fuhr der Referent fort. Neben dem Fernsprechen würden eine Reihe neuer sowie bestehender Dienste geboten. Eine wichtige Rolle spiele allerdings der Kostenfaktor. Kommentierte Arnold: "Ein ISDN-System darf dem Anwender in der Relation nicht mehr Kosten verursachen als ein Analogsystem. Kaufargument für den Kunden sollte stets eine verbesserte Sprachkommunikation sein, nicht jedoch die Daten- und Textübertragung ."

Neue Infrastruktur mit einem Schlag

In erster Linie, so erklärte der SCS-Experte, sind ISDN-Nebenstellenanlagen Nachfolgeprodukte der PABX-Systeme der zweiten Generation: Durch Austausch der zentralen analogen Systeme entstehe mit einem Schlag eine neue Infrastruktur, über die transparente Kanäle mit einer Leistung von 64 KBit pro Sekunde von Endgerät zu Endgerät aufgebaut werden könnten. Dabei ließen sich einfache Telefone, DV-Anlagen und Computernetze verwenden. Beibehalten würden die bereits vorhandene Verkabelung sowie die installierten Endgeräte.

Die Anschaltung einzelner interner Nebenstellenanlagen und der verschiedenen öffentlichen Netze könne allmählich und nach Bedarf erfolgen und müsse nicht über viele Jahre im voraus geplant werden. Da die Verkabelung der bestehenden Nebenstellenanlagen erhalten bleibe, sei eine einfache Rangierung der internen Teilnehmer möglich.

Als unproblematisch bezeichnete Arnold das Zusammenschalten mit anderen PABX-Anlagen, da es nach den gegenwärtigen Postregelungen erfolge. Außerdem sei in naher Zukunft damit zu rechnen, daß eine Reihe von Postrestriktionen, wie sie für Nebenstellenanlagen der ersten und zweiten Generation gelten, bei den ISDN-Systemen aufgehoben würde. Auch zeichne sich ab, daß die Hersteller von Inhouse-Hardware ihre Pläne für den Anwender transparenter gestalten müßten, als dies heute der Fall ist.

Eine Gegenüberstellung von Local Area Networks und Nebenstellenanlagen stellte Gerhard Dieterle vom SCS-Bereich Büroautomation in den Mittelpunkt seiner Ausführung. LANs, so Dieterle, realisieren eine zu den Nebenstellenanlagen der zweiten und dritten Generation komplementäre Systemarchitektur. Sie bilden seiner Aussage noch weder in topologischer noch in funktionaler Hinsicht ein Äquivalent zu den digitalen PABX-Systemen.

Entscheidendes Wesensmerkmal der Local Area Networks sei dezentrale Intelligenz. Die LAN-Technologien, bestehend aus dem Zusammenwirken von Übertragungsmedien, Topologien, nachrichtentechnischen Übertragungsverfahren und den LAN-Zugriffsverfahren, bestimmen laut Dieterle die Systemcharakteristik im Sinne der Ebenen 1 und 2 des ISO-Schichtenmodells. Grundsätzlich bilden sie die Basis für die darauf aufbauenden LAN-Produktlösungen.

Zwei Hauptgruppen bei LAN-Systemlösungen

Die kombinierte Anwendung der analogen Frequenzmultiplexer und der digitalen Zeitmultiplexer führen nach Ansicht des SCS-Experten zu einer besonders vielseitigen Vermittlungs- und Verteilcharakteristik in den Breitband-LANs. Ferner erlaube sie eine problemlose Integration der bestehenden analogen Fernseh- und Videotechnik. Äquivalente Eigenschaften auf Basisband-Systemen seien auf absehbare Zeit nicht in Sicht und prinzipiell nur durch Anwendung von Kompressions- und Dekompressionstechniken erreichbar.

Die am Markt verfügbaren LAN-Systemlösungen bilden laut Dieterle die beiden Hauptgruppen Infrastruktur-Systeme und applikationsorientierte Systeme. Für die unternehmensweite, offene Kommunikation seien aus der Sicht der Hersteller die Infrastruktur-Systeme gedacht. Sie böten differenzierte Transportservices, marktrelevante Schnittstellen und Leistungen für Protokoll-Konvertierungen.

Mehrere Systemgruppen auf einem Trägermedium

Applikationsorientierte Systemlösungen nutzen die dezentralisierte LAN-Architektur durch Inkorporation, fuhr Dieterle fort. Aus Sicht der Hersteller bildeten die eingesetzten LAN-Technologien die Grundlage für eine verteilte System-Architektur oder eine Vernetzungslösung. Für den Anwender hingegen seien die Eigenschaften der eingesetzten LAN-Technologien gegenüber den Applikationsfunktionen nachrangig.

Infrastruktur- und applikationsorientierte LAN-Systeme könnten auf demselben Übertragungsmedium koexistieren, wenn die gleiche, beziehungsweise eine passende LAN-Technologie verwendet werde. Daher sei es möglich, daß auf einem Trägermedium mehrere, Systemgruppen gleicher oder verschiedener Hersteller untereinander kommunizieren.

Für die Zukunft prognostizierte Dieterle, daß die Rolle der digitalen Nebenstellenanlagen als Infrastrukturelement in Großunternehmen auf sprachorientierte Serviceleistungen beschränkt bleiben werde. In einer Gesamtlösung aus LAN und PABX sieht der SCS-Experte eine Koexistenz beider Systemlösungen mit verschiedener Rollenverteilung: Die Nebenstellenanlage biete den Zugriff auf öffentliche Fernmeldedienste und bilde das Rückgrat der sprachbezogenen internen und externen Kommunikation sowie der damit verbundenen Dienste. Die LANs übernehmen in einer unternehmensweiten Architektur aus Netzen und Subnetzen den größten Anteil der Daten-, Text-, Festbild und Bewegtbildkommunikation. Die klassischen DV-Netze würden durch teilweise inkorportierte LAN-Konzepte abgelöst, LAN- und PABX-Welten durch Gateways miteinander verbunden.