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29.10.1976 - 

Algorithmen für Agrarpoltiker

Landkarten im Rechner überlagert

ST. AUGUSTIN - Die für politische Planungen wichtigen Daten über die "natürlichen Gegebenheiten" in der BRD wie beispielsweise Niederschlagsmengen, Höhenschichten oder Bodenarten liegen bisher nur als sogenannte thematische Karten vor, in denen die unterschiedlichen Merkmale durch Farben und Schraffierungen dargestellt sind. Um diese Informationen mit Hilfe von Datenverarbeitungsanlagen auswerten zu können, ist es zunächst notwendig, die kartografischen Darstellungen in eine digitalisierte und strukturierte Form zu überführen.

Das Institut für grafische Datenverarbeitung und Strukturerkennung hat jetzt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Auftrag zur EDV-gestützten Analyse, Vorausschätzung und Simulation im Agrarstrukturbereich erhalten. Außerdem soll das Institut Algorithmen für geografische Überlagerungsoperationen und Verfahren zur Darstellung der Ergebnisse in kartografischer Form durch automatisch gesteuerte Zeichengeräte entwickeln.

Dazu werden die Linienzüge der Karten segmentweise erfaßt und zu jedem Gebiet ein Punkt und das zugehörige Attribut aufgenommen. Die so aufbereiteten Daten sollen dann untereinander sowie mit politischen Karten verknüpft werden. Damit können beispielsweise Fragen nach Niederschlagsmengen pro Landkreis oder nach bestimmten Bodenarten in gewissen Höhenlagen beantwortet werden. Solange sich die Fragen auf feste Einheiten wie Landkreise beziehen, ist die Beantwortung mit einem üblichen Datenbanksystem möglich. Eine größere Präzision und Flexibilität sollen aber dadurch erreicht werden, daß alle Karten im Rechner überlagert werden. Für die erste Phase des Projektes ist vorgesehen, die BRD in ein Raster mit 1 km² großen Einheiten einzuteilen. Die Überlagerung erfolgt innerhalb dieses Rasters; Feinheiten unterhalb der Einheit von einem Quadratkilometer bleiben unberücksichtigt. Für eine spätere Phase ist die Einbeziehung von Karten über Naturparks und Landschaftsschutzgebiete, die mittlere Bodenerosionsgefährdung und die Dauer des produktiven Pflanzenwachstums vorgesehen.