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11.12.1992 - 

Rückläufige Besucherzahl für 1993 erwartet

Lange: Die CeBIT hat ihren Kulminationspunkt erreicht

MÜNCHEN (bk) - Die Zeiten immer neuer Superlative scheinen auch für die CeBIT passé zu sein. Im Vorfeld des DV-Spektakels vom 24. bis 31. März 1993 kann die Deutsche Messe AG zwar noch eine leicht gestiegene Ausstellerschar und vermietete Nettofläche vermelden. Die Besucherzahl, so die Vorab-Prognose, wird 1993 indes unter der des Vorjahres liegen.

"Der Kulminationspunkt ist erreicht. In der Größenordnung von 1992 wird sich die CeBIT in Zukunft einpendeln." Ungewöhnlich leise Töne klangen bei Hubert Lange, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, Hannover, an, nachdem die Leinestädter seit der Teilung 1986 jedes Jahr mit neuen CeBIT-Superlativen aufwarten konnten. Zwar werden 1993 zum gegenwärtigen Stand mit über 5600 Ausstellern aus 45 Ländern rund 3,7 Prozent mehr Unternehmen ihre Produkte präsentieren als 1992 (5402 Anbieter), und auch die vermietete Nettofläche ist mit 320 000 Quadratmetern wiederum gewachsen, doch scheint auch in Hannover das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein.

So wird es laut Lange 1993 keine Steigerung der Besucherzahl geben. Nach dem Rekordbesuch von 648 900 zur letzten CeBIT müsse man sich im nächsten Jahr vielmehr darauf einstellen, nur noch gut 500 000 Messegäste begrüßen zu können. Auch die Ausstellerfläche werde sich ab 1994 nicht weiter ausdehnen. Ursächlich dafür sei nicht nur die derzeit flaue Konjunktur im In- und Ausland, die im Messewesen ihre Spuren hinterlasse, auch beginne 1994 für die Aussteller der CeBIT eine neue Vertragsperiode.

Angesichts des rauhen Windes, der der erfolgsverwöhnten DV-Branche ins Gesicht blase, so Lange weiter, sei damit zu rechnen, daß speziell große Hardware-Aussteller aus Kostengründen ihre Standflächen reduzieren werden. "Wir finden dies gut, denn wir sehen uns nicht als Flächenvermieter", betonte der Messestratege. "Außerdem haben wir noch eine Warteliste von derzeit rund 200 Unternehmen." Darüber hinaus will die Deutsche Messe AG 1994 eine Strukturbereinigung der CeBIT vornehmen, die sich vor allem in den Bereichen Büromöbel, Bürobedarf, Kongreßtechnik sowie Aus- und Weiterbildung niederschlagen soll.

Die größte Ausstellergruppe des kommenden Hannoveraner DV- und Telekommunikationsspektakels stellt einmal mehr der Bereich Software, Datenbanken und Unternehmensberatung mit insgesamt rund 1550 Teilnehmern. Ihr folgen die Anbieter von Informationssystemen mit 688 Unternehmen, der Bereich DV-Peripheriegeräte und OEM-Produkte mit 468 Ausstellern und die Telekommunikation mit 524 Teilnehmern. Die Networking-Anbieter sind mit 338 Unternehmen vertreten und zählen nach den Softwareherstellern zu der gegenüber 1992 am stärksten gewachsenen Ausstellergruppe. Wermutstropfen hier allerdings ist die unlängst publik gewordene CeBIT-Absage der Düsseldorfer Novell GmbH, ihres Zeichens Marktführer bei Netzwerk-Betriebssystemen (siehe auch CW Nr. 46 vom 13. November 1992, Seite 1). Lange erklärte der Presse in München dazu, man bedauere die Entscheidung Novells. Allerdings habe man die Erfahrung gemacht, daß wichtige Aussteller immer schon einmal ein Jahr Pause gemacht hätten, um danach wieder an der CeBIT teilzunehmen. Dies hoffe man auch im Fall Novell.

GUS: Ein PC für 50 Mitarbeiter

Verzichten müssen die Hannoveraner Messestrategen 1993 auch auf die Genossenschaftsbanken. Nach der letzten CeBIT im März war unter den teilnehmenden Bankengruppen Diskussionen darüber aufgekommen, ob sich ein weiteres Ausstellen noch rentiert - nicht zuletzt wegen der anstehenden Investitionen in neue Standbauten durch den Umzug in das Untergeschoß der Halle 18. Die Deutsche Bank, einst Mitinitiator der Bankensonderschau, hatte sich bereits 1990 von der CeBIT verabschiedet.

Das Partnerland des nächstjährigen DV-Treffs an der Leine wird mit Osteuropa gleich eine ganze Region sein. Beteiligt sind unter anderem die GUS, Ungarn, Polen sowie die CSFR. Grund für diese Wahl, so Lange, sei der riesige IT-Nachholbedarf der osteuropäischen Länder. Wie gravierend dieser ist, zeigte Günther Möller, Geschäftsführer des Fachverbandes Informationstechnik im VDMA und ZVEI sowie Generalsekretär des europäischen Dachverbandes Eurobit, an folgendem Beispiel auf: "Während in den USA im Durchschnitt ein PC für zwei Angestellte zur Verfügung steht, müssen sich in den Staaten der GUS fast 50 Angestellte einen PC teilen."