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11.04.1986 - 

Ankündigungsfeuerwerk kommt einer Rundum-Erneuerung gleich:

Laptop und High-end-AT für IBMs PC-Familie

11.04.1986

BOCA RACON (CW) - In einer Serie von Ankündigungen, die eine Rundum-Erneuerung ihrer PC-Linie markieren, stellte die IBM auch Ihren ersten "Laptop"-PC vor. Analysten zufolge hat IBM mit dem Tragbaren, der unter der Bezeichnung "PC Convertible" auf den Markt kommt, hinsichtlich der Technik allerdings kaum Chancen genutzt.

Bei einem Gewicht von weniger als sechs Kilo kommt der batteriegetriebene PC Convertible mit 256 KB Arbeitsspeicher, erweiterbar auf 512 KB. Er ist mit zwei 3,5 Zoll-Diskettenlaufwerken mit je 720 KB und einem abnehmbaren LC-Display ausgestattet. Nicht eingeschlossen im Preis des Rechners von 1995 US-Dollar sind allerdings die neueste Version des Betriebssystems PC-DOS 3.2 - es kostet 95 Dollar extra - und eine Reihe anderer Optionen, die IBM speziell für die Verwendung mit dem Convertible vorgestellt hat. Diese Optionen schließen ein Modem ein für Übertragungsgeschwindigkeiten von 300 oder 1200 Baud, ferner einen kleinen, leichten Matrixdrucker und schließlich eine Batterieladeeinheit.

Im Hinblick auf die Unterschiede zwischen dem PC Convertible und seinen Desktop-Brüdern erklärte Marktanalyst John McCarthy von Forrester Research, der Laptop sei bemerkenswert wegen der Chancen, die IBM nicht wahrgenommen habe. LCD-Anzeigen, die bereits bei den meisten Laptops eingesetzt würden, seien nicht gerade für gute Lesbarkeit bekannt.

"Das Image des LCDs ist nicht gut", erklärte McCarthy. "Die Leute assoziieren sie mit (den Displays in) Armbanduhren". Leistungsfähigere Portables verwendeten deshalb LCDs mit Rückseitenbeleuchtung oder Elektrolumineszenz-Bildschirme.

IBM-Sprecher Rick Scott hielt dagegen, der LCD-Bildschirm werde im Convertible wegen seines günstigen Energieverbrauchs und seines niedrigen Preises eingebaut. Außerdem könne der Bildschirm durch diese Technik schwenkbar und abnehmbar ausgeführt werden. Es bestehe auch die Möglichkeit, anstelle eines LCD-Screens einen normalen Video-Monitor anzuschließen.

McCarthy zeigte auch positive Aspekte auf. Seiner Ansicht nach "legitimiert die Maschine den Markt" für Laptop Computer, die sich bis dato nicht sonderlich gut verkauften. Seiner Ansicht nach kann in den kommenden Monaten damit gerechnet werden, daß auch Compaq und Wang sich mit Laptops in den Wettbewerb einschalten.

Für Compaq, so fuhr Carthy fort, stelle der Convertible die größte Bedrohung dar, denn Anwender, die die Anschaffung eines Compaq Portable erwägen, würden jetzt wohl einen IBM Laptop vorziehen. Aber auch andere Anbieter solcher Geräte würden jetzt den Druck verspüren - vor allem auch Softwarehäuser wegen der nun fälligen Konvertierung ihrer Programme auf das Dreieinhalb-Zoll-Format.

Im Rahmen der Neuvorstellung zeigte IBM 3,5-Zoll-Versionen von eingeführten PC-Programmen, unter anderen Displaywrite 3 (450 Dollar) Textverarbeitung, Grafiksoftware und Datenbankprogramme der IBM-Decisions-Familie.

Mehrere große amerikanische Softwarehäuser, darunter Ashton-Tate und Lotus, reagierten bereits auf die Vorstellung des Convertible mit der Ankündigung, sie würden ihre meistverkauften Programme auch im 3,5-Zoll-Format produzieren.

Mit der Ankündigung des Convertible gab Big Blue auch eine Reihe von Preissenkungen im PC-Bereich bekannt. Sie betreffen praktisch alle Personal Computer des Unternehmens vom PC bis zum AT. Weiterhin stellte IBM eine um 33 Prozent schnellere Version des AT vor, einen neuen XT mit 20-MB-Festplatte und Slimline-Laufwerken sowie ein optionales 3,5-Zoll-Laufwerk für den XT. Für die Verwendung von Convertible-Software auf allen Geräten der PC-Familie bietet das Unternehmen auch ein getrennt aufstellbares Diskettenlaufwerk im 3,5-Zoll-Format an.

Zu den Neuvorstellungen gehören auch einige Softwarepakete, darunter zwei Programme für das Rechnungswesen und eine neue TopviewVersion. Die Preissenkungen werden in Fachkreisen auf den Wettbewerbsdruck durch Billiganbieter von Kompatiblen zurückgeführt; außerdem halten sich Vermutungen, wonach IBM die Lager abbauen will, um für eine neue PC-Linie Platz zu machen.

Auf Anfrage mochte IBM keinen Termin für die Markteinführung des Convertible in Deutschland nennen. Aus eingeweihten Kreisen verlautete jedoch, in nächster Zukunft sei damit kaum zu rechnen. Die neuen PC-AT/XT-Versionen allerdings seien wahrscheinlich schon bald auch auf dem deutschen Markt erhältlich.