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25.12.1992 - 

Comdex-NachleseTeil 3 und Schluß

Las Vegas überschüttete Anwender mit Mobilrechnern und Multimedia

LAS VEGAS/MÜNCHEN (CW) - Neben dem Dauerbrenner Microsoft, der die Comdex diesmal dominierte, waren es vor allem die Themen mobile Computertechnologie und Multimedia, die den Anwendern nahegebracht wurden. Zudem kristallisierte sich

PCMCIA als Standard für Scheckkarten-Erweiterungsslots heraus.

Auf der Comdex zeigten ungefähr 40 Unternehmen unterschiedliche PCMCIA-Produkte. Allein 100 verschiedene Karten lagen auf den diversen Präsentiertellern, äußerte Brendan McGuire, Executive Director der 1989 gegründeten PCMCIA-Gruppe.

Da die scheckkartengroßen Medien extrem wenig wiegen, eine nur sehr geringe Leistungsaufnahme und keine beweglichen Teile haben, die Abnutzungserscheinungen unterworfen sind, bieten sich diese Karten vor allem für portable Rechensysteme an: Allerdings weisen bislang lediglich die Notebooks von NCR ("3170"), Dell ("320Sli") sowie von AST Research ('Power-Exec") PCMCIA-Slots auf.

Ursprünglich wurden die PCMCIA-Karten vor allem als Flash-Cards oder als programmierbare, nichtflüchtige (solidstate) Schaltkreise eingesetzt, die als RAM-Speicherersatz dienten. Ab kommendem Jahr, so Brancheninsider, könne man von einer Flut von PCMCIA-Produkten ausgehen. Hierzu werden Hard- und Softwarekombinationen gehören wie etwa Fax-Modems mit entsprechender Kommunikationssoftware.

Big Blue setzt auf den PCMCIA-Standard ...

Die IBM, so deren Assistant General Manager der Entry Systems Technology Division, Robert Carberry, denkt daran, die digitalen Scheckkarten für Spracherkennungszwecke einzusetzen. Diese Funktion ließe sich bei tragbaren Rechnern für einfache Befehlsausführungen wie das Öffnen von Dateien etc. nutzen.

Außerdem trägt sich Big Blue mit dem Gedanken, über die PCMCIA-Technologie herkömmliche Bus-Schnittstellen (AT, MCA, EISA) zu ersetzen. Die blauen Ingenieure planen nach den Worten von Carberry offensichtliche eine ganze Reihe von PCMCIA-Karten zu entwickeln. Daß die Armonker auf PCMCIA setzen, zeigt auch der erstmals auf der Comdex als Prototyp vorgestellte "Environmental"-PC, der gleich mit vier Slots dieses Standards ausgerüstet ist.

Auf der Comdex setzte sich schließlich auch noch ein Begriff durch, der sich bislang eher im produktleeren Raum bewegte: Multimedia. Die IBM bewies im Bally's Hotel, was sie von der Vermischung diverser Medien in einem Rechensystem hält. Ihre Multimedia-Präsentationen gerieten nach Meinung verschiedener Beobachter zu Hollywood-Shows par excellence.

Das wesentliche Augenmerk des zunehmend ins Schlingern geratenden DV-Riesen gehört dabei dem Aspekt der Nutzung großer Rechensysteme wie der ES-9000-Mainframes und AS/400-Midrangerechner als Server für Multimedia-Anwendungen, die in LANs genutzt werden sollen.

Microsoft setzt völlig auf die in Windows 3.1 und NT verfügbaren Multimedia-Erweiterungen. Die in diesen Betriebssystemen enthaltenen Entwicklertools sowie die OLE-Technologie seien fundamental für die Einbindung von Multimedia-Funktionen in Standardapplikationen.

Apple gab sich diesbezüglich gelassen und verwies auf eine nunmehr schon jahrelange Erfahrung, Ton, Video, Text und Grafikelemente zu einer Einheit zu verbinden. Zudem steht die Multimedia-Erweiterung Quicktime für das Betriebssystem 7.0 nun auch in einer Windows-Version für IBM-kompatible PCs zur Verfügung.

... und Sony auf Multimedia

Der von Intel jüngst vorgestellte Kompressions-Algorithmus "Indeo" besonders für Multimedia-Anwendungen wird sowohl von den Mac- als auch PC-Versionen von Quicktime unterstützt. Die Entwicklerversion von Quicktime für Windows kann ab Januar 1993 bei der Apple Computer GmbH bestellt werden.

Abgesehen von den Multimedia-Oldies Commodore und Atari, die in Las Vegas ihre neuen Rechner Amiga 4000 beziehungsweise Atari Falcon030 zur Schau stellten, bewies vor allem Sony, daß PCs erst rudimentär ihre Fähigkeiten unter Beweis stellten. Konsequenterweise sprachen die Japaner auch von einer "digitalen Revolution", die auf der Comdex zu konstatieren war.

Sony zeigte das "Library-CD-ROM"-System, das "MDP-Universal-Laser-Disc"-Abspielgerät, die Jukebox "WDA-930" für einmal beschreibbare optische Disks sowie ein Multimedia-Werkzeugkit. Die Software steuert Sony-Video-Geräte über die Multimedia-Erweiterungen von Windows.

Das Library-System entspricht der MPC-Norm, mit ihm läßt sich auch Kodaks Photo-CD-Technologie, die der gelbe Riese seit der Fotokina heftig bewirbt, ansprechen. Ausgestattet ist es in verschiedenen Varianten, die mobile Lautsprecher, Soundkarten sowie diverse CD-ROM-Scheiben mit Enzyklopädien, Almanachen und anderer Software einschließt. Ein Starterkit bestehend aus CD-ROM-Laufwerk für den Einbau, Geoworks-CD-ROM-Manager- sowie Photo-CD-Software und CD-Enzyklopädie kostet etwa 500 Dollar.

Auch Toshiba konnte mit einem kompletten Multmedia-System auf Basis des "T6400MM"-Laptops aufwerten. Vorinstalliert ist ein DVI-Board von Intel, optional erhältlich sind interne und externe CD-ROM-Laufwerke. Von Altec stammen die portablen Lautsprecher, vorinstalliert ist DOS 5.0, Windows 3.1 sowie die Multimediasoftware "Interactive" und Videole" von HSC aus Kalifornien.