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22.10.1976 - 

Deutscher Rückstand aufgeholt

Laserdrucker und 8-MB-System

MÜNCHEN - "Der technische Rückstand ist aufgeholt", erklärte Dr. Anton Peisl, Siemens-Vorstandsmitglied und seit 1. Oktober Leiter des neuen Unternehmensbereiches Daten- und Informationssysteme, bei einer Pressekonferenz in München. An zwei Beispielen, dem neuen Siemens-Großrechner 7760 und einem Laser-Drukker, demonstrierte er das Siemens-Problem: "Wenn der Markt unsere Leistungen honorieren würde, müßten wir den doppelten Umsatz machen. Das wollen wir auch bald erreichen. Technisch sind wir up to date - aber die Kunden müssen das wissen und auch danach handeln."

Der künftig größte Siemens-Rechner - lieferbar in der ersten Hälfte 1978 - ist mit einer Million Operationen pro Sekunde etwa doppelt so schnell wie die 7755 und einige Prozent leistungsfähiger als die IBM 158-3. Der Hauptspeicher besteht aus 16K-Bit-Chips (Speicherdichte 1000 Bit je Kubikzentimeter) und läßt sich von 1024 bis 8192 KB ausbauen. Kosten je nach Hauptspeicherumfang zwischen 5,5 und 9 Millionen Mark bei Kauf oder zwischen 111 000 und 223 000 Mark monatliche Miete beim Vierjahresvertrag. Siemens hofft, in den ersten zwei Jahren etwa 30 Aufträge für die 7760 abschließen zu können, die selbst "nachentwickelt" wurde. Das entsprechende Unidabel-Modell des französischen Ex-Partners CII mochten die Münchner nicht kaufen.

Zweite Neuheit aus München: Ein Laserdrucker 3352, der 1,2 Millionen Zeilen pro Stunde (oder 70 000 Zeichen pro Sekunde oder 220 DIN-A4-Formulare pro Minute) druckt. Wie bei der konkurrierenden IBM 3800 kann neutrales Papier verwendet werden - Vordruckmuster werden einfach eingeblendet. Kosten: 15 000 bis 16 000 Mark Monatsmiete - etwa 4000 Mark weniger als der IBM-Drucker, der nur 755 000 Zeilen, schafft. Siemens schätzt den Weltmarkt für solche Super-Drucker bis 1981 auf insgesamt 6000 Stück und hofft, selbst jährlich 100 Stück an eigene Kunden sowie weitere 200 Stück im OEM-Geschäft verkaufen zu können. Interessiert ist - so Peisl - unter anderem die US-Firma Control Data Corp (CDC).

Anpassung an den "Stand der Technik" bei den Plattenspeichern: Das neue Festplatten-Modell 3470 für rund 100 000 Mark oder 3000 Mark Monatsmiete hat 420 MB Speicherkapazität. Gegenüber früheren Modellen sinken damit die Speicherkosten um 50 Prozent, außerdem vermindert sich die Zugriffszeit um 20 Prozent.

Zukunftsperspektiven: In absehbarer Zeit kommt noch eine 7770 auf den Markt. Wo es um solche Angebote geht, will man in "Projektarbeitsgemeinschaft" mit dem befreundeten japanischen Unternehmen Fujitsu dessen M 190 anbieten, die etwa 2,5- bis 3mal schneller ist als die 7760. Weil das Betriebssystem für den japanischen Großrechner noch nicht in allen Teilen fertig entwickelt ist, scheiterte allerdings die Gemeinschaft beim ersten wichtigen Angebot: Die DFVLR in Oberpfaffenhofen wird einen Amdahl-Rechner nehmen. Peisl macht sich keine Sorgen: "Bei der Y-Familie, die wir für die 80er Jahre entwickeln, wird auch ein Rechner sein, der 3 Millionen Operationen pro Stunde schafft."