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02.03.2016 - 

E-Payment

Lassen Sie Ihren E-Commerce Samba tanzen

Tobias Schreyer ist Mitgründer und Chief Commercial Officer des auf internationale elektronische Bezahlprozesse spezialisierten Lösungsanbieters PPRO Group. Bereits während seines Studiums gründete er 1995 in München den Internet Service Provider GEDIK GmbH, 2006 folgte die Transact Network Ltd. mit Sitz in Gibraltar. Weitere Stationen seiner Karriere waren die WireCard AG, wo er als Vice President Business Development and Sales tätig war sowie Bay Management Ltd., wo er die Position Director of Payments innehatte.
Brasilien gehört nicht nur aus gesamtwirtschaftlichen Gründen wie der Bevölkerungszahl oder volkswirtschaftlichen Faktoren zu den größten Absatzmärkten in Lateinamerika, sondern auch, weil es über einen der ausgereiftesten E-Commerce-Märkte der Region verfügt. Das ist eine Chance für deutsche Händler.

Aktuell tätigen rund 51,5 Millionen der 202,7 Millionen Brasilianer Online-Käufe. Gemessen an europäischen Verhältnissen ist dies zwar eine immer noch geringe Prozentzahl - in Deutschland etwa sind es rund 63,9 Millionen Online-Käufer bei einer Bevölkerungszahl von 82,6 Millionen -, aber nichts desto trotz bedeutet dies immer noch mehr Online-Käufer als in den Benelux- und Nordics-Staaten zusammen.

Die Einwohner Brasiliens tanzen nicht nur gerne Samba sondern sie sind auch dem Online Shopping gegenüber aufgeschlossen.
Die Einwohner Brasiliens tanzen nicht nur gerne Samba sondern sie sind auch dem Online Shopping gegenüber aufgeschlossen.
Foto: Stanislaw Tokarski - shutterstock.com

Neben seinen Weltklasse-Fußballern, den anstehenden Olympischen Sommerspielen und seinen 1,80m-Topmodells kann sich Brasilien mit Gesamtumsätzen von rund 19,8 Milliarden Dollar im Jahr 2015 auch als größter E-Commerce-Markt in Lateinamerika brüsten.
Zudem zählt das Land zu den größten E-Commerce-Märkten weltweit und rangiert laut eMarketer international immerhin auf Platz 10. Die drei führenden E-Commerce-Märkte sind USA, UK und Deutschland. Prognosen gehen von einem kontinuierlichen Wachstum in den nächsten Jahren aus.
Für dieses Jahr wird bereits für Brasilien ein E-Commerce-Umsatz von 22,5 Milliarden Dollar angenommen, bis 2019 soll er die 30 Milliarden Dollar-Grenze überschreiten.

Die Zielgruppe kennen und bedienen

Mit einem Durchschnitt von mehr als einem Handy pro Kopf ist die Verbreitung von Mobilgeräten hoch. Mehr als die Hälfte aller Brasilianer (53,7 Prozent) - von der Copacabana bis zum Amazonasbecken - verfügen mittlerweile über einen Internet-Zugang. Damit liegt Brasilien zwar immer noch weit hinter europäischen Standards - die Internet-Durchdringung in Deutschland liegt bei 86,8 Prozent -, doch die zunehmende Internet-Verfügbarkeit ist nicht zu unterschätzen. Laut Prognosen werden bis 2017 beinahe alle Nutzer via Mobilgerät auf das Internet zugreifen können. Deshalb ist es für deutsche Händler, die eine Ausweitung ihres Geschäfts auf den brasilianischen Markt planen, wichtig, mobile Zahlarten im Hinterkopf zu behalten, um aus dem künftigen Marktpotential Kapital zu schlagen.

43,7 Prozent der brasilianischen Bevölkerung sind zwischen 25 und 54 Jahre alt, und annähernd die Hälfte aller Online-Käufer zwischen 18 und 34 Jahre. Die Mehrheit davon lebt in den urbanen Gebieten im Südosten (einschließlich Sao Pãulo und Rio de Janeiro), im Nordosten (Salvador und Recife) und im Süden (Porto Alegre, Curitiba, Florianópolis). In den vergangenen Jahren haben Modeartikel und Accessoires die Haushaltsgeräte als populärste Artikel in den brasilianischen Online-Warenkörben überholt.

Mit lokalen Bezahlarten punkten

In Brasilien sind es nicht nur Klassiker wie Visa und MasterCard, die E-Commerce-Händler anbieten müssen, sondern auch nationale Karten wie beispielsweise die lokale Hipercard und ELO Kreditkarten. Diese sind auf einkommensschwächere Zielgruppen ausgerichtet und erfreuen sich zunehmend größerer Beliebtheit.
Zudem haben nur 20 Prozent aller brasilianischen Käufer Zugriff auf internationale Kreditkarten, und ihre nationalen Karten können nur Transaktionen brasilianischer Reais abwickeln, weshalb sie für grenzübergreifende Zahlungen ungeeignet sind. Deshalb empfiehlt es sich für internationale Händler, Zahlungen möglichst lokal abzuwickeln. Dazu ist ein inländischer Geschäftsauftritt und ein brasilianisches Bankkonto vonnöten. Alternativ kann der Dienst eines Payment Service Providers in Anspruch genommen werden.

Boleto Bancário (Portugiesisch für "Bankticket") ist eine Bezahlart, die von der Federação Brasileira de Bancos (FEBRABAN, Zusammenschluss brasilianischer Banken) reguliert wird und über die rund 15 Prozent aller Zahlungen abgewickelt werden. Ein Boleto kann bis zum Ablauf seiner Gültigkeit an Bankautomaten, in Filialen und im Online-Banking jeglicher Bank, in Postfilialen, Lotto-Annahmestellen und in manchen Supermärkten bezahlt werden. Nach Ablauf seiner Gültigkeit kann er nur in Filialen der herausgebenden Bank bezahlt werden. Er stellt nach wie vor eine beliebte Bezahlmethode dar, insbesondere für die Hälfte aller Brasilianer, die gegenwärtig keinen Zugriff auf ein Bankkonto haben. Online Händler, die den brasilianischen Markt erobern wollen, müssen deshalb unbedingt den Boleto Bancário berücksichtigen.

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