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08.03.2002 - 

Online-Kultur an der Leine

Last Exit Laatzen

MÜNCHEN (ajf) - Acht Tage Standdienst auf der CeBIT sind eine extreme Herausforderung für den Körper und das seelische Gleichgewicht. Doch auch im Internet präsentiert sich Hannover als echte Belastungsprobe.

Die CeBIT-Metropole Hannover existiert tatsächlich im Web, und dies gar nicht mal zu knapp, wie man vorurteilsbehaftet unterstellen könnte. Laut Suchmaschine Google gibt es mehr als zwei Millionen Internet-Seiten, auf denen der Name der niedersächsischen Landeshauptstadt auftaucht. Rund 1000-mal erscheint Hannover zudem kombiniert mit dem Begriff "Lieferdienst", was auf acht unterhaltsame Messetage hoffen lässt. Allerdings ist das Angebot ziemlich dürftig: Außer dem studentischen Grundnahrungsmittel Pizza liefern anscheinend nur die Uni-Bibliotheken etwas aus. Innovative Impulse aus dem B-to-C-Bereich haben trotz der CeBIT noch nicht auf das virtuelle Stadtbild abgefärbt.

Jürgen Drews kommt auch!Erste zentrale Anlaufstelle für Surfer ist üblicherweise die Portal-Site www.hannover.de. Hier gibt es diverse Links zu Unternehmen, die es nicht mehr gibt. Darüber hinaus enthält das Portal auch die Rubrik "Kultur & Freizeit", wo vom Filmtheater über Bars und Restaurants bis zur Megabyte-Party am 15. März in der Preussag-Arena (mit dem "Stimmungsgiganten Jürgen Drews") fast alles aufgeführt ist. Gravierende Unterschiede zu anderen deutschen Regio-Portalen sind nicht festzustellen, was angesichts der jährlich stattfindenden IT-Leitmesse ebenfalls etwas enttäuscht.

Doch unter der auffällig ruhigen Oberfläche tobt an der Leine das pralle Leben. So hat Hannover im Jahr 2000 nicht nur mit der Weltausstellung, sondern vor allem wegen eines innovativen Bräunungsstudios für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. In einer echten Win-Win-Situation kann man dort seinen Körper kostenlos toasten lassen, dafür werden die Bilder live ins Internet übertragen. Inzwischen finanziert sich die Site fortschrittlich über ein "kostenloses Update der Verbindungssoftware", also einen so genannten Dialer.

Das Geld ist im echten Leben besser angelegt, beispielsweise bei "Patricia", deren Appartement auch zur Übernachtung genutzt werden kann - wenn die nötige Liquidität vorhanden ist. Für 50 Euro wäscht sie höchstens Ihren Wagen, weiterführende Preislisten (ohne Gewähr) finden sich aber auf den einschlägigen Seiten. Ob Patricia auch Standbesuche macht und die Mehrwertsteuer ausweist, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

Sämtliche einschlägigen Seiten sollten allerdings während der Messezeiten nur in Notfällen aufgerufen werden - denn sie sind in der Regel von den Einheimischen stark frequentiert, was zu langen Ladezeiten führen kann. Laut Medienberichten hat der Landesrechnungshof herausgefunden, dass 44 Prozent aller Web-Zugriffe von Landesbeschäftigten nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Als letzter Notausgang aus dem beschaulich-frivolen Hannover bleibt indes wie in allen Jahren zuvor immer noch der Zug nach Hamburg - am frühen Abend alle 30 Minuten für 25 bis 35 Euro. Das dortige Angebot unterscheidet sich zwar auch nicht von dem in Hannover, aber immerhin kann man am nächsten Messetag mehr oder weniger glaubwürdig fabulieren, man habe etwas erlebt.

Leine-Linkswww.bahn.de

www.gratis-solarium.de

www.hannover.de