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Saviem hat die Produktionsdaten TOTAL-verkettet:


12.05.1978 - 

Lastwagen nach Hubschrauber - Vorbild

PARIS (ee) - Die Produktion von rund 40 000 Leicht -, Mittel - und Schwerkraftfahrzeugen pro Jahr erfordert Organisation und Koordinierung, vor allem wenn viele dieser Fahrzeuge auf die Verbraucherbedürfnisse zugeschnitten sind. Das Problem ist, daß die Organisation der Daten der Firma ebenso komplex ist wie der eigentliche Entwurf der Fahrzeuge.

Als einer der führenden Hersteller von Lastwagen und Bussen in Frankreich ( Renault und Industriefahrzeuge) stand Saviem vor der schwierigen Aufgabe, die große Menge von Daten, die zur Produktion der Spezialfahrzeuge notwendig sind, zu organisieren. Dieses Problem wurde durch die Einführung von TOTAL, Cincoms Datenbankverwaltungssystem gelöst, mit dem das Produktionssystem vom Entwurf bis zur Fertigung kontrolliert werden kann.

"Einer der Hauptvorteile der Saviem-Fahrzeuge", bemerkt der Organisationsdirektor von Saviem, "ist die Vielseitigkeit unserer Produktionszweige. Saviem produziert keine Standardlastkraftwagen oder -busse kein Fahrzeug von der Stange. Die Mehrzahl der Fahrzeuge wird nach Auftrag hergestellt, mit einer großen Spanne von Variationsmöglichkeiten und Alternativen, die auf die Transportbedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind. Das führt dazu, daß beispielsweise ein Busmodell in mehr als 100 verschiedenen Variationen gebaut werden kann, was die Koordinierung von ungefähr 100000 Teilen erforderlich macht.

Um mit dieser großen Menge von Daten und den sich ergebenden Schreibarbeiten fertigzuwerden, begann Saviem vor sieben Jahren, Computer in ihren drei Produktionsanlagen und ihrer Zentrale aufzustellen. Die Zentrale der Gesellschaft in Suresnes, im Außenbezirk von Paris benutzt eine IBM 370/145 und eine 370/148. Das Werk in Annonay, das im wesentlichen Stadt - und Intercitybusse herstellt und 2900 Arbeiter beschäftigt, benutzt eine IBM 370/125. Das Werk in Blainville, das vor allem ein Fertigungswerk ist und 7000 Arbeiter beschäftigt, benutzt eine IBM 370/145. Das Werk in Limoges, das auf Maschinen, Getriebe und Triebwerke spezialisiert ist und 2800 Arbeiter beschäftigt, benutzt eine IBM 370/135.

Die drei Hauptabteilungen der Firma, Entwurf, Produktionsorganisation und Fertigung, durchläuft jedes Fahrzeug von Anfang bis Ende und jede Abteilung entwickelt ihre eigenen Daten für die besonderen Erfordernisse.

Beispielsweise wurde das elektrische System eines Fahrzeugs von der Designgruppe als Ganzes angesehen, während die Produktionsgruppe es bei der Fertigung in Einzelteilen sah.

Um dieses Problem zu lösen, beschloß das Unternehmen, die Planung von Fahrzeugen, die Herstellung von Einzelteilen und die Kontrolle der Fertigung zu organisieren. Obwohl die Lösung des Managements auf dem Papier vernünftig und einfach aussah, wurden wesentliche Veränderungen in der Planung und Durchführung in den drei Hauptabteilungen notwendig.

Einfach gesagt bestand die Idee darin, kein Fahrzeug mehr als getrennten, einmaligen Auftrag anzusehen (und deshalb die notwendigen Einzelteile gesondert zu betrachten), sondern ein System von "Optionen" einzuführen. Saviem konzipierte eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen mit Grundausstattung, zu denen jede beliebige Zahl von bestimmten Optionsprogrammen paßte.

Diese Veränderung der Betriebskonzeption führte zu einer Verbesserung des Informationsflusses zwischen den drei Abteilungen, die nun alle mit denselben Daten arbeiten.

Um so weit zu kommen, studierte Saviem vier Datenbankverwaltungssysteme und die technische Unterstützung, die jede Gesellschaft ihren Produkten gab. Die Produkte waren S/2000 von MRI, DL/1 und IMS von IBM, ADABAS von Software AG und Cincoms TOTAL.

Neben den Gesprächen mit unabhängigen Datenverarbeitungsberatern wollten die Lastwagenbauer eine ähnliche, bei einem Kunden laufende, Anlage sehen.

Der Cincom-Kunde, der ausgesucht wurde, um TOTAL in Funktion zu betrachten, war die italienische Firma Agusta, ein Hubschrauberfabrikant. Agusta steht vor demselben Problem wie Saviem; die Hubschrauber werden nämlich im wesentlichen nach den Wünschen ihrer Kunden gebaut, und deshalb sind viele verschiedenartige Einzelteile notwendig.

Saviem begann mit der TOTAL-Einführung Anfang 1977, und zwar in der Produktionsmethodologieabteilung, wo Fahrzeugteile spezifiziert und in die Produktion geschickt werden.

Nach Fertigstellung wird die Datenbank etwa eine Billion Bytes umfassen: TOTAL wird acht Stunden pro Tag in Betrieb sein, und täglich werden neue Daten hinzugefügt werden.

TOTAL soll im Netzwerkformat aufgestellt werden, damit die Daten von verschiedenen Punkten aus eingegeben werden können. Graphisch kann man die Datenbank als eine Reihe von Kreisen betrachten, die um einen zentralen Punkt angeordnet sind.

Für diese Einrichtung war teilweise auch die Entwicklung eines Interfacesystems notwendig, mit dessen Hilfe die Saviem-Programmierer die benötigte Information finden konnten. Die Kundensystemabteilung von Cincom, die auf den Eintragungen von Saviem basiert, entwickelte ein System, das die Auffindung von Informationen vereinfacht und den Zugang zu diesen Informationen kontrolliert, d. h. nur ausgewählte Programmierer haben Zutritt zu den Datenbereichen.