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Integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung:

Leasing schützt vor Überalterung

08.02.1980

Die landläufige Meinung, "Leasing ist die teuerste Art der Finanzierung", stimmt einfach nicht. Gemessen am klassischen Finanzierungsbegriff, nämlich die Zuführung von finanziellen Mitteln, gleichgültig ob diese im Unternehmen gebildet wer den oder von außen zufließen, ist Leasing für den Unternehmer wesentlich mehr. Ein nach seinen Vorstellungen spezifiziertes Produkt, dessen Preis, Liefer- und Zahlungsbedingungen er wie ein künftiger Eigentümer beim Lieferanten selbst aushandelt wird ihm hundertprozentig Nutzung zur Verfügung gestellt.

Er erhält also mehr als nur eine Finanzierung, er erhält zur Rationalisierung Erweiterung oder zum Einsatz eines technologisch veralteten Investitionsgutes ein neues Objekt. Die Finanzierungsphase wird bei Leasing ganz eindeutig übersprungen und sofort in die Investigationsphase - die Nutzung - übergeleitet. Die Miete zahlt Leasingnehmer aus dem Ertrag das ihm das Objekt durch die Nutzung erwirtschaftet. Technologisch Investitionsgüter sind meist nicht nur einfacher und sicherer in der Bedienung, sondern darüber hinaus auch kostengünstiger zu betreiben. Besondere Berücksichtigung findet, das heute besonders aktuelle Streben nach Energie-Ersparnis, mit der sich der "ressourcenbewußte" Unternehmen die Miete einer energiesparender Investition verdient.

Der Unternehmer erhält also mehr als nur eine Finanzierung , die -als traditionelle Mischfinanzierung betrieben - oft zu lange hinausgezögert wird, da die Bezahlung des gesamten Kaufpreises in der Regel mit einem komplex angelegten Entscheidungsprozeß verbunden ist. Im Vergleich hier zu bewegen sich die Mietraten aus einem Leasingvertrag in überschaubaren Größenordnungen, die auch in den Entscheidungsrahmen der jeweiligen Fachbereiche wie EDV-Organisation, Materialwirtschaft etc. hineinpassen. Dem Profitcenter-Gedanken kann von den Verantwortlichen somit eher Rechnung getragen werden. Geringere Betriebskosten, höhere Durchsatzleistungen bei über die Dauer der Mietzeit konstanten, also indexfreien Mieten verbessern die Wirtschaftlichkeit.

Um Leasing mit all seinen Vorteilen würdigen zu, können, ist demzufolge t nicht die "Finanzierung" sondern der "Kauf" eines Investitionsgutes als vergleichbares Kriterium mit all seinen Konsequenzen in bilianzpolitischer, finanztechnischer und arbeitstechnischer Hinsicht heranzuziehen .

Der Unternehmer erhält bei Leasing die volle, das heißt uneingeschränkte Nutzung am Investitionsgut. Nicht das Eigentum bringt ihm den wirtschaftlichen Erfolg, sondern ausschließlich dessen Nutzung. Mit Leasing erhält der Unternehmer ein Instrument, das ihm die notwendige Flexibilität gibt, die Altersstruktur, Modernität und Leistungsfähigkeit seiner Investitionsgüter stets auf einem wettbewerbsfähigen und ökonomisch günstigen Standard zu halten.

Leasing schützt vor Überalterung des Produktionsapparates, wenn nach einer Mietverlängerung innerhalb der amtlichen AfA-Zeit das Umsteigen auf ein neues Investitionsgut gewählt wird. Instandhaltungsaufwand und Verschleißreparaturen, die mit zunehmendem Lebensalter in der Regel progressiv ansteigen, können reduziert werden.

Das mancherorts stark ausgeprägte Eigentumsdenken muß sich bei vordergründiger Betrachtung für jenen Interessentenkreis zunächst als Nachteil erweisen, da sich das Leasingobjekt für jenen Leasingnehmer nicht in der Bilanz ausweisen läßt.

Das wirtschaftliche Eigentum verbleibt beim Leasinggeber, da nach der Interpretation der Finanzverwaltungen dem jenigen das wirtschaftliche Eigentum zugemessen wird, der auch Risiko und Chance am Investitionsgut hat. Andere Leasingnehmer begrüßen gerade aus bilanzoptischen Gründen den Nichtausweis in der Bilanz. So hat sich beim aufgeschlossenen Finanzmanagement eine leasingfreundlichere Bilanzformel herausgebildet, die auf der Aktivseite kein Sachanlagevermögen, dafür aber nur Finanzanlagevermögen ausweisen würde.

Der gewinnorientierte Unternehmer entscheidet sich sehr rasch für das "Nicht-Eigentum", da ihm der Ertrag alleine aus der Nutzung und nicht aus dem Eigentum des Investitionsgutes zufließt. Darüber hinaus kann der Unternehmer weiterhin über sein Eigenkapital verfügen, das er beim Kauf festgelegt hätte.

Die Entscheidung für Leasing ist ebenso eine Managementaufgabe wie andererseits eine Lösung zu finden ist, Überliquiditäten abzubauen, um dadurch die Rentabilität eines Unternehmens nicht zu schmälern. Der Unternehmer kennt die Interdependenz von Rentabilität und Liquidität und wird sich stets um ein optimales Verhältnis beider Phänomene bemühen müssen, wenn er langfristig den Bestand des Unternehmens sichern oder gar erweitern möchte.

Die steigenden Wachstumsziffern der Branche unterstreichen, daß Leasing längst ein integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung geworden ist und die geübte Praxis der Investitions- und Finanzplanung sinnvoll ergänzt.

*Hans-Peter Hermann ist Geschäftsführer der DAL Mobilien-Leasing GmbH, Mainz