Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.11.1975

Leasing wird nicht als Zwangsjacke empfunden

Leasing ja - nur auf den Partner kommt es an. Mehr und mehr Anwender gehen dazu über, nicht mehr dem neuesten Stand der Computer-Technologie hinterherzurennen, sondern - kostenbewußt - eine Konsolidierung der EDV-Abteilung herbeizuführen. Gefordert wird mehr Zeit und Ruhe, um die eigentlichen Anforderungen an die EDV durch effiziente Anwender-Software zu realisieren. Die durch Leasing-Verträge zwangsläufig aufgedrängte Ruhepause von drei bis fünf Jahren wird hierbei oft geradezu begrüßt. Upgrading-Erweiterungen sind vielfach auch bei Langzeit-Bindung möglich. hö

Miete / Kauf / Leasing

Rudi Werner

Leiter EDV und Organisation Rheinhütte AG, Wiesbaden

Durch meine frühere Tätigkeit bei einem Münchner Unternehmen bin ich bereits seit sechs Jahren "Leasing-Fan". Als erster Leasing-Vertrag wurde bei der Rheinhütte 1970/71 eine 360/25 abgeschlossen, als Experiment galt es damals noch, zusätzlich Mixed Hardware in Form von BASF-Platten einzusetzen. Im Anschluß daran bekamen wir eine 360/30 mit Aufstockung von 64 auf 96 K und wieder BASF-Platten. Das für drei Jahre geleaste System war aber nach zwei Jahren durch 600 Arbeitsstunden total überlastet. Durch die Wahl unseres Leasing-Partners, einem internationalen Unternehmen mit gutem Background, konnten wir das System aber bereits nach knapp zwei Jahren zurückgeben und bekamen 1973 eine 370/135 dafür.

Dieses System steht jetzt noch vier Jahre (Sechs-Jahres-Vertrag) in unserem Hause. Sollten wird in dieser Zeit mit der Kapazität nicht auskommen, so wird unser Leasing-Partner problemlos dafür sorgen daß der Speicher unseren Bedürfnissen entsprechend erweitert wird.

Heute haben wir - neben ,dem Leasing - einen totalen Hersteller-Mix: CPU von IBM, Platten von BASF, Drucker von Potter, Spooler von MDS und in den BASF-Platteneinheiten laufen Memorex-Platten. Und trotzdem ist unser Verhältnis zu IBM optimal. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten kann jederzeit festgestellt werden, welchem Hersteller bestimmte Fehler zuzuschreiben sind.

Carl-Heinz Habel

Leiter der EDV-Abteilung Schulte & Dieckhoff GmbH, Horstmar

Bereits im Jahre 1972 mußten wir uns Gedanken machen zum Thema "Kostensparen" - die Forderung kam von der Geschäftsleitung. Wie wir das machen, sollte uns überlassen bleiben. Als ersten Schritt setzten wir im Januar 1973 Mixed Hardware in Form von BASF-Platten ein. Die nächste Überlegung ging dahin, ein kleineres System, die IBM 370/135 einzusetzen. Hierzu wurden vergleichbare Benchmark-Tests gefahren, die uns zeigten, daß bei dieser Lösung eine Erweiterung auf die dritte Schicht erforderlich wäre. Aus diesem Grund entschieden wir uns 1974, eine IBM 370/145 zu leasen. Unser Leasing-Partner bot uns ein Package an, das BASF-Platten- und Bandperipherie beinhaltet. Bereits beim Einsatz der Mixed Hardware begann die IBM "schwarzzumalen": Unser Rest-System würde als Kartenmaschine betrachtet werden und somit würden wir kein Betriebssystem erhalten, das Band/ Platte unterstützt. Diese "Ankündigung" trat natürlich nicht ein - im Gegenteil, wir arbeiten optimal mit der IBM zusammen. Wer derartige Aussagen ernst nimmt, wird sieh vielleicht scheuen, Leasing und Mixed Hardware in Angriff zu nehmen - und das wäre, meiner Meinung nach, töricht.

Dr. Hans Braun

Geschäftsführer und Inhaber Rechenzentrum Dr. Braun, München

In unserem Rechenzentrum stehen zwei geleaste Systeme IBM 360/40 mit 128 bzw. 192 K. In unserem Hause geht die Tendenz dahin, mit guten Leuten preiswerte Hardware so zu fordern, daß das Optimum herausgeholt wild. Und dieses Konzept hat sich seit Jahren bestens bewährt: bei einem guten Programmiert am, für das man vielleicht: etwas mehr ausgeben muß als derzeit üblich, kann aus einem "alten Hobel" so viel herausgeholt werden wie mit der neuen Computer-Technologie oft versprochen wird. Zum Vergleich haben wir vor kurzem bei einem Anwender-Kollegen auf einer 370 mit Direktanschluß und sechs Platten gefahren - mit dem Ergebnis, daß wir bei der 360 bleiben .

Derzeit beschäftige ich mich mit der Planung der Datenfernübertragung in unserem Hause. Und auch hierzu werden wir keinen "Riesen" benötigen: ein Besuch bei einem Londoner Buchverlag bestätigte meine Theorie: Dort arbeitet eine geleaste 360/50 mit 90 intelligenten Terminals von Sanders die trotz 60 000 Buchtiteln, 40 000 Kunden und täglich 4000 Anfragen die Maschine nur zu 13 Prozent belasten - auch hier scheint das Team in der Richtung zu arbeiten, wie unser Konzept aufgebaut ist. Entscheidend ist doch nicht der neueste Stand der Technik, sondern die Leistung die wiederum vom Personal und die Planung abhängt.

Und zudem haben wir einen exzellenten IBM-Service, der nur etwas verärgert wurde, als wir einmal versuchten, Zusatzkernspeicher von einem Fremdhersteller zu installieren .

Theo Bruckner

Leiter der Datenverarbeitung Carl Zeiss, Oberkochen

Seit dem Jahre 1960 bis vor etwa zwei Jahren waren wir stets bemüht, immer das neueste IBM-System im Hause zu haben. Das brachte uns - abgesehen von der Kostenseite - ständig Probleme.

Wir sprangen praktisch von der einen Umstellungsphase in die andere eine Konsolidierung der gesamten EDV-Abteilung war kaum möglich.

1974 haben wir uns entschlossen, ein System IBM 370/135 zu leasen, nach gründlicher Planung waren wir uns darüber einig, mit dieser Konfiguration und ihren Erweiterungsmöglichkeiten bis nahezu 1980 ohne Schwierigkeiten durchzukommen. Zugrunde gelegt wurde hierbei die Tatsache, daß wir die noch über wiegend vorhandene Stapelverarbeitung allmählich durch integrierte Datenbanksysteme ersetzen wollen. Der Erfolg der Leasing-Lösung zeigte sich bereits in ganz kurzer Zeit: Zu den 140 000 eingesparten Mark pro Jahr kommen noch - umgerechnet - etwa 50 000 Mark pro Jahr durch die uns erspart gebliebenen zwei Preiserhöhungen der IBM. Heute nehmen wir gerne in Kauf durch die Bindung an den Leasing-Vertrag nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand der Computertechnik zu sein. Durch die endlich eingetretene Ruhe können wir uns damit beschäftigen, die erforderliche EDV-Leistung zu möglichst niedrigen Kosten zu erbringen und uns der Entwicklung einer integrierten Datenverarbeitung voll zu widmen.