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IDC-Studie über die Entwicklungen bei IBM-Gebrauchtcomputern:


29.08.1980 - 

Lebenserwartung von Computern wird kürzer

WALTHAM/MÜNCHEN (to) - Die rapide Entwicklung in der DV-Technologle zeigt ihre Rüchwirkungen besonders auf dem Gebrauchtcomputermarkt. Die Lebensdauer der Systemserien wird immer kürzer, und wenn sich eine überholte Zentraleinheit nicht auf Terminalfunktion umrüsten läßt, wird sie binnen kurzem wertlos. Verständlich, daß die neue 4341 in etwa 70 Prozent der Fälle nicht gekauft, sondern nur geleast wurde.

Einen Computer zu kaufen ist eine Sache, ihn später wieder zu verkaufen eine ganze andere. Schon nach wenigen Jahren kann der Anwender auch für große Anlagen kaum mehr als zwanzig Prozent des Einkaufspreises erzielen. Als Kapitalanlage eignet sich nicht einmal eine 3033. Heute gekauft, bekommt man für die Konfiguration in 1986 nur mehr etwa 14 Prozent, schätzt die International Data Corporation (IDC), Waltham und München, in ihrem im März herausgebrachten Marktbericht "Residual Values of IBM DPD Equipment".

Den Vertriebszeitraum eines Computersystems hat IDC in vier Marktphasen eingeteilt: Die aktive, die bis zur Ankündigung eines Nachfolgesystems dauert (zirka zwei bis drei Jahre), die kritische Ablösezeit, vom Zeitpunkt dieser Neuankündigung bis zum Überschreiten des Maximums in den Vertriebszahlen (etwa vier bis sechs Jahre), die Spätphase, die bis zur Ankündigung der dritten Generation vergeht und schließlich die Auslaufphase (nach etwa zehn Jahren Lebenszeit), die hauptsächlich von der Beliebtheit des Rechners und den Wartungsbedingungen von Herstellerseite beeinflußt wird.

Familie adelt

Dem Report zufolge gibt es drei Hauptfaktoren, die die Lebensdauer eines Systems bestimmen. Der Status der ganzen Systemfamilie spielt dabei eine Rolle, da jede Neuankündigung Sekundäreffekte auf die anderen Mitglieder der Familie ausübt. Der Konkurrenzdruck kann die Lebenszeit eines Einzelsystems oder einer ganzen Familie verkürzen; der Hersteller sieht sich gezwungen, neue Techniken zu entwickeln und zusätzliche Optionen zu integrieren, um ein zugkräftiges System anbieten zu können. Wird ein System von den Benutzern sehr schnell akzeptiert - aus welchen Gründen auch immer-, sinkt der Vorgänger in seinem Wert. IDC erklärt, daß IBM eine Art "Akzeptanzautomatisierung" dadurch erreicht hat, daß sich der Anwender aus Angst vor überlangen Lieferfristen so bald als möglich in die Auslieferungswarteschlange einordnen läßt, was die Lebensspanne des bisherigen Systems beschneidet.

Auf den Gebrauchtcomputermarkt wirkt sich jedoch nicht nur die Lebensdauer der "Ahnenreihe" aus, sondern auch die aktuellen Marktbedingungen für einen Deszendenten. Das Preis-/Leistungsverhältnis eines Second-Hand-Computers sollte unter

Einbeziehung aller Randfaktoren wie Platzbedarf, Softwarebedingungen,

Wartungsaufwand, Durchsatz und ähnlichem gleich oder günstiger sein als das des neuesten Vergleichssystems, sagt IDC. Durch eine geschickte Preispolitik lassen sich, wie jüngste Erfahrungen lehren, viele Benutzer von der Minderwertigkeit eines Altsystems überzeugen. Mit sinkender Nachfrage schmilzt dann auch der Wiederverkaufspreis .

Revolution E-Serie

Der Grad der Verfügbarkeit eines Ersatzsystems, der aktuelle Produktionsstatus (wird produziert, beschränkt produziert, nicht mehr produziert), die Features, die es unterstützt und die Anzahl installierter Systeme stellen weitere Punkte dar, die IDC analysiert hat, um den Wert eines zu Beginn 1980 erworbenen Systems nach Ablauf einer gewissen Zeit vorhersagen zu können (Tabelle). Auf Feinheiten wie Mengenrabatt oder ähnliche Sonderbedingungen wurde dabei keine Rücksicht genommen. Im folgenden sind die wesentlichen Begründungen, die IDC für ihre Einschätzung liefert, aufgeführt.

Die kleinen und mittleren Systeme der Serie /370 verzeichnen bereits jetzt enorme Werteinbußen durch die Einführung der ersten beiden Systeme der Familie 4300. Die weiteren Modelle, die hier zu erwarten sind, lassen das Interesse an den Computern bis hinauf zur -148 abflauen. Die Systeme -115 und -125 konnten sich im Preisvergleich nicht halten, und die Anwender stiegen nur zu gern auf die im Preis-/Leistungsverhältnis revolutionierenden Systeme der E-Serie um. Der Gebrauchtmarkt wird zur Zeit von diesen Systemen, die darüber hinaus eine nichtkompatible Peripherie besitzen, überschwemmt.

Bereits in ihrer Spätphase sind der IDC-Studie zufolge, die Modelle -135 und -145. Sie werden nicht mehr vermarktet. In Phase zwei dagegen befinden sich die CPUs -138 und -148, die wegen der langen Lieferzeiten der sie ersetzenden 4300 als Interimslösungen gefragt sind.

Man munkelt vom "H"

Am meisten gelitten unter den neuesten Marktentwicklungen haben wohl die -158 und die -168. Sagte IDC noch im August rund 37 Prozent Wiederverkaufswert einer ein Jahr alten Einheit voraus, werden im März nur mehr 26 beziehungsweise 22 Prozent angegeben. Das Geraune um die H-Serie, ausgelöst durch die Preisreduktionen der 303X-Rechner, die veraltete Wasserkühlung des Systems und die kurzfristige Ablösung der 3032 durch die 3033-N sollen zum Untergang der -168 geführt haben.

Weniger leicht zu durchschauen ist das Abfallen der -158-Preise. IDC vermutet, daß trotz der "Popularität", die diese Einheit genießt, viele Anwender auf das System 3031 umgestiegen sind. Mittelfristig könnte die Ankündigung einer 4351-CPU, die IDC erwartet, die Preise dieses Systems weiter drücken.

Eine detaillierte Analyse über die Vorgänge um die H-Serie und deren Auswirkungen auf die Systeme 303X ist schwer möglich, da es nach IDC von Bedeutung sein wird, ob die leistungsmäßig vergleichbaren neuen CPUs wasser- oder luftgekühlt angeboten werden. Außerdem wird die Reihenfolge der Modelle der ungeborenen Systemfamilie den Marktwert der 303X-Rechner bestimmen. Diese Systeme stehen mehr oder weniger auf der Schwelle zur kritischen Ablösezeit.

Informationen: IDC Deutschland GmbH, Friedrichstr. 31, 8000 München 40, Tel.: 089/ 34 50 77