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01.10.1993

Lehren aus dem Debakel Gunhild Luetge in dem Wochenblatt "DIE ZEIT" ueber den Triumph der Winzlinge:

Aufgrund des gnadenlosen Preiskampfes brachte der PC-Boom nie das erhoffte Geld in die Kasse von IBM. Die elektronischen Winzlinge werden zudem immer leistungsfaehiger und machen in manchen Faellen sogar den grossen Pendants das Terrain streitig. Grossrechner sind deshalb immer weniger gefragt. Sie drohen zu den Dinosauriern der EDV-Welt zu werden. Damit aber bricht IBM das angestammte Geschaeft weg.

Schrumpfende Umsaetze und rote Zahlen sind die Folge. Mit einem Verlust von fast fuenf Milliarden Dollar verzeichnete das einst hoch profitable Unternehmen im vergangenen Geschaeftsjahr einen traurigen Rekord. Zigtausend Arbeitsplaetze wurden bereits gestrichen, ein weiterer Abbau ist geplant.

Bereits angeschlagen, trat IBM im Oktober 1991 die Flucht nach vorn an. In einem spektakulaeren Schritt verbuendete sich der Branchenriese mit dem einstigen Erzrivalen: Apple. Gemeinsam wollen die beiden bei den kleinen elektronischen Kraftpaketen der Zukunft einen neuen Standard etablieren - gegen Bill Gates von Microsoft.

Der sorgt sich derweil wohl eher wegen der Kontrolleure der amerikanischen Kartellbehoerde FTC. Sie untersuchen schon seit laengerem, ob Gates seine Marktmacht missbraucht. In diesem Monat erreichte auch die Europaeische Gemeinschaft in Bruessel eine Wettbewerbsbeschwerde. Ironie der Geschichte: Dasselbe passierte auch IBM vor etlichen Jahren.

Einer hat seine Lehren aus dem Debakel bereits gezogen: Andrew S. Grove. Der Chef von Intel - sein Unternehmen avancierte mittlerweile zum groessten Chiphersteller der Welt - verriet juengst: "Ich habe gerade ein Buch ueber die Geschichte der IBM an alle Mitarbeiter verteilt." Manchmal, sagt er, stecke in den groessten Erfolgen schon der Keim zum Niedergang.