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23.08.1985 - 

Auch Frage nach menschlicher Verantwortung im Vordergrund:

Lehrstuhl verbindet Technik und Philosophie

DORTMUND (lo) - Ungewöhnlich in der deutschen Hochschulszene nimmt sich der Lehrstuhl für das fächerübergreifende Gebiet "Philosophie der Technik" an der Universität Dortmund aus. Wissenschaftsministerin Anke Brunn will künftig dazu beitragen, "Orientierungsfragen des technischen Wandels interdisziplinär aufzuarbeiten".

Ein philosophischer Studienanteil wird vom kommenden Semester an, so die Ministerin in Nordrhein-Westfalen, als Wahlpflichtfach in die Studien- und Prüfungsordnungen natur- und ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge erstmals eingeführt. Neben philosophischen Vorlesungen und Seminaren seien weiterhin regelmäßige Veranstaltungen von Professoren naturwissenschaftlicher und technischer Fächer geplant.

Für dieses neue Lehrgebiet wurde der "Technikphilosoph" Professor Dr. Friedrich Rapp an die nordrhein-westfälische Universität berufen. Ihn zeichnet eine Doppelqualifikation aus: Nach einem naturwissenschaftlichen Studium und anschließender Assistententätigkeit widmete sich der Experte in Physik und Mathematik dem Studium der Philosophie. Er unterrichtete bisher das Fach Philosophie und Wissenschaftstheorie der Technischen Universität Berlin.

Mit dieser Professur werde deutlich, daß "Philosophie der Technik" zum erstenmal als systematisches Teilgebiet der Philosophie gelte, so Rapp. Bisher lediglich als äußerliche Erscheinung betrachtet, sei die Technik für die Gegenwart zur lebensbestimmenden Macht geworden. "Mir geht es darum, auch philosophischtheoretisch die Bedeutung der Technik für die moderne Welt zu reflektieren", sagt der Professor. Schlüsselworte seien unter anderem Kritik und Rechtfertigung moderner Technik (Technikbewertung), die Verantwortung des Wissenschaftlers und Technikers sowie Abgrenzung zwischen künstlicher Intelligenz und menschlichem Selbstbewußtsein.

Seiner Ansicht nach stellt gerade die künstliche Intelligenz eine besondere Herausforderung an die Philosophie dar.