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26.03.2009

Leibesertüchtigung für IT-Profis

Ein sportliches Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

CW: Sie fördern die Aktion "3000 Schritte extra", die Unternehmen animieren soll, die Bewegung ihrer Mitarbeiter zu fördern. Wie kann die sportliche Betätigung in der Praxis aussehen?

SCHMIDT: 20 bis 25 Minuten Gehen am Stück tun besonders gut, womit wir dann bei den empfohlenen 3000 Extra-Schritten wären. Aber selbst wenn es nur zehn Minuten sind, ist das immer noch besser als nichts. Empfehlenswert ist beispielsweise, sofern Sie nicht gerade in der 30. Etage arbeiten, anstatt des Lifts das Treppenhaus zu benutzen. Statt Kollegen im gleichen Stockwerk anzurufen, gehen Sie einmal kurz zu Fuß vorbei. Bauen Sie die alltägliche Bewegung in das Berufsleben mit ein.

Schön ist eine aktive Mittagspause im Unternehmen, etwa in Form von Geh- oder Laufgruppen, die sich an festen Tagen gemeinsam bewegen. In vielen Unternehmen, die sich an der 3000-Schritte-Extra-Aktion beteiligen, haben sich regelrechte Wettbewerbe um die aktivsten Abteilungen gebildet. Mittwochnachmittags, wenn die Arztpraxen geschlossen haben, ist da in Deutschland immer besonders viel los.

CW: Viele Büroangestelle sitzen jedoch inmitten zubetonierter Industriegebiete und fühlen sich nicht gerade dazu eingeladen, mittags kurz eine Runde um den Block zu laufen.

SCHMIDT: Selbst im zugebauten Industriegebiet ist die Bewegung an der frischen Luft immer noch besser, als in der Mittagspause nur in der Kantine zu sitzen.

CW: Was ist der ideale Sport im Büro selbst?

SCHMIDT: Gymnastik. Selbst wenn Sie nur kleine Dehnübungen machen oder den Kopf ab und an nach allen Seiten bewegen, macht das schon viel aus. Anregungen finden sich unter anderem auf unserer Website die-praevention.de mit "Pauls Schreibtischübungen", die jeder problemlos nachmachen kann.

CW: Zu einem gesunden Arbeitsplatz gehört auch ein umfassendes Rauchverbot, das die meisten Unternehmen jetzt eingeführt haben. Was beobachten Sie in Ihrem eigenen Umfeld?

SCHMIDT: Seitdem das Rauchen in den Ministerien verboten ist, haben viele Mitarbeiter versucht, diese Gewohnheit aufzugeben, weil es ihnen zu lästig war, immer vor die Türe treten zu müssen. Natürlich gibt es immer noch welche, die bei Wind und Wetter auf die Straße gehen. Wenn das Rauchen durch immer mehr Nichtraucherzonen ein wenig diskreditiert ist, kommen nach und nach viele, die sich dagegen entscheiden. Das Motto muss lauten: Es ist nicht cool, zu rauchen - es ist cool, wenn jemand es schafft, damit aufzuhören.

CW: Wie halten Sie sich persönlich fit?

SCHMIDT: Ich schwimme gerne oder gehe ab und an ins Fitness-Studio, mache dazu noch regelmäßige Dehnübungen. Zum Radfahren komme ich leider nur am Wochenende und im Urlaub - zwischen den Kabinettssitzungen und den vielen Dienstreisen bleibt keine Zeit dafür.