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Viertes Quartal 2002: HP holt sich das Zepter zurück


31.01.2003 - 

Leichter Aufschwung im PC-Markt

MÜNCHEN (CW) - Der weltweite PC-Markt zeigt Anzeichen von Erholung: Nach den Vorabergebnissen der beiden Marktforschungsinstitute IDC und Gartner hat das Sorgensegment der IT-Branche im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2002 leicht zugelegt. Auch in Europa scheint es langsam wieder aufwärts zu gehen.

"Trotz düsterer Rezessionswolken wurde tatsächlich gekauft", wundert sich IDC-Analyst Roger Kay über das überraschend solide vierte Quartal 2002. Laut IDC wuchs der PC-Markt im Jahresvergleich um vier Prozent auf 38,4 Millionen abgesetzte Einheiten. Hauptantriebsfeder war der US-Markt, der gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent zulegte. Als Gewinner darf sich dabei vor allem Hewlett-Packard (HP) fühlen, das seinen Spitzenplatz vor einem halben Jahr an Direktanbieter Dell abtreten musste, diesen aber jetzt - nicht zuletzt dank gesteigerter Kaufbereitschaft im amerikanischen Consumer-Bereich - zurückerobern konnte. So verkaufte der mit Compaq fusionierte Konzern im Berichtszeitraum 6,2 Millionen Rechner (minus 9,8 Prozent gegenüber Vorjahr) und kam damit auf einen Marktanteil von 16,1 Prozent, während Dell mit 6,1 Millionen abgesetzten PCs - allerdings mit einem Stückzahlenplus von 24,2 Prozent - und 15,7 Prozent Anteil auf Platz zwei liegt. Nach Ansicht der Analysten dürfte sich das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Branchenschwergewichte in den nächsten Quartalen fortsetzen. Wer auf lange Sicht die Nase vorn haben wird, sei kaum abzuschätzen, so IDC-Analyst Kay.

Auf Rang drei des IDC-Hersteller-Rankings folgt in einigem Abstand IBM: Die Armonker setzten im vierten Quartal 2,2 Millionen PCs (plus 6,5 Prozent) ab und erreichten 5,8 Prozent Marktanteil. Dahinter platzierte sich Fujitsu-Siemens Computers (FSC) mit 1,7 Millionen verkaufter Einheiten (plus 3,2 Prozent) und 4,3 Prozent Anteil, gefolgt von NEC mit 1,3 Millionen abgesetzten Rechnern (minus 1,1 Prozent) und einem Anteil von 3,3 Prozent.

Warnung vor zu großer Euphorie

Trotz der beiden letzten Aufwärtsquartale befinde sich der weltweite PC-Markt noch ganz am Anfang eines Wachstumszyklus, baut Gartner-Analyst Charles Smulders übersteigerten Erwartungen für das laufende Jahr vor. Anzeichen für einen echten Aufschwung sei das Segment bislang schuldig geblieben. Dennoch verkauften die Hersteller im Gesamtjahr 2002 nach den Ergebnissen der Gartner-Marktforscher mit 132,4 Millionen PCs immerhin 2,7 Prozent mehr Systeme als im Vorjahr, als ein Rückgang von vier Prozent zu verzeichnen war. Etwas moderater fiel das Resümee der Kollegen von IDC aus, die für 2002 ein Wachstum um insgesamt 1,5 Prozent ermittelten.

Als treibenden Faktor für die leichte Aufwärtsbewegung im globalen PC-Markt hat Gartner das Geschäft mit den Heimanwendern und insbesondere deren Nachfrage nach Mobilcomputern ausgemacht. Eher bescheidene Lebenszeichen habe hingegen der professionelle Sektor von sich gegeben, so Smulders. Die nach wie vor stark verunsicherten Unternehmen zögen es vor, die Lebenszyklen ihrer bestehenden Systeme zu verlängern, anstatt in Hardware-Upgrades zu investieren.

Einen klaren Gewinner für das Gesamtjahr 2002 gibt es nicht: Während Gartner HP die PC-Krone aufsetzte, hob Konkurrent IDC Dell auf den globalen Thron. Die differierenden Ergebnisse beruhen nicht zuletzt auf Unterschieden in der jeweiligen Berücksichtigung des HP-Compaq-Mergers. Laut IDC liegt Dell mit 20,7 Millionen verkauften Rechnern und einem Anteil von 15,2 Prozent vor HP (13,6 Prozent), das 18,4 Millionen Einheiten absetzte, während der fusionierte Konzern nach Gartners Top-Fünf-Liste der weltweit größten PC-Hersteller mit einem Marktanteil von 16,2 Prozent den Spitzenplatz besetzt.

Bronze holt sich laut Gartner IBM mit sechs Prozent Marktanteil, gefolgt von NEC (3,4 Prozent) und Toshiba mit einem Anteil von 3,2 Prozent. IDCs Nummer vier ist Fujitsu-Siemens Computers (hierbei handelt es sich um kombinierte Stückzahlen von Fujitsu und Siemens) mit 4,3 Prozent, während NEC (3,3 Prozent) Platz fünf besetzt.

Für den PC-Markt in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (Emea) hat Gartner im vierten Quartal 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 6,3 Prozent ermittelt. Im Gesamtjahr 2002 wuchs der Markt um 3,2 Prozent. Zu etwas bescheideneren Resultaten kamen die IDC-Auguren: Demnach beträgt der Stückzahlenzuwachs für das vierte Quartal 3,7 Prozent, während das Plus für das vergangene Kalenderjahr bei lediglich 1,9 Prozent liegt.

Noch ein weiteres hartes Jahr

IDC sieht den Markt bei anhaltend schwacher Nachfrage vor allem von Preissenkungen und scharfem Wettbewerb getrieben. Positive Impulse kamen nach Beobachtungen der beiden Marktforschungsinstitute insbesondere aus dem Bereich der Consumer-Notebooks, die Beschaffer in Unternehmen hingegen zeigten weiterhin wenig Investitionsbereitschaft. Letztere werde noch mindestens bis zur zweiten Jahreshälfte anhalten. "2003 wird für die PC-Industrie ein weiteres Jahr der Herausforderung", prophezeit Karine Paoli, Emea-Spezialistin bei IDC. (kf)

Abb: PC-Markt in der Region Emea

Der PC-Markt in Emea konnte laut Gartner im Gesamtjahr 2002 um 3,2 Prozent auf insgesamt 41,1 Millionen verkaufte Rechner zulegen. Quelle: Gartner, Januar 2003