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27.10.1989 - 

"Wir sind in allen Leistungsbereichen stärker als die 3090."

Leichtgewicht Tandem fordert IBM in Mainframeklasse heraus

MÜNCHEN (CW) - Tandem stellte ein parallel arbeitendes Mainframe-System vor. Die "Nonstop Cyelone" wird gegen IBMs 3090-Mainframes plaziert. Wie der Geschäftsführer der Tandem Computers GmbH und Ex-IBMer Romin Neumeister ferner betonte, sei die Cyelone-Maschine in allen Leistungsbereichen der stärksten Version der 3090-Serie überlegen.

Da Tandem die VLX-Nachfolgermodelle ungefähr 30 Prozent kostengünstiger anbietet als IBM ihre Top-end-Mainframes und DEC ihre 9000-Serie ankündigte, sind nach Ansicht von Branchenkennern erhebliche Bewegungen auf dem Mainframe Markt zu erwarten. Das Einstiegsmodell, die Cyclone 903 E, kostet in der Grundversion etwa sechs Millionen Mark. Alle Modelle sind ab sofort lieferbar.

Tandem demonstrierte bei der Vorstellung die Überlegenheit seines neuen Cyclone-Systems über den 3090-Mainframe von IBM, indem man noch einmal auf das Beispiel des kalifornischen Straßenverkehrsamtes hinwies. Die amerikanische Behörde hatte seinerzeit (die COMPUTERWOCHE berichtete) eine Ausschreibung für eine Mainframe -Datenbankanwendung ausgeschrieben. Im letzten Stadium konkurrierten IBMs 3090-400 S und Tandems 28-Prozessor-VLX-Rechner, wobei das Tandem-System sich in fast allen abgefragten Leistungsmerkmalen als überlegen erwies.

Die zur Konkurrenz angetretenen Systeme unterschieden sich auch im Preis: IBM hätte 23 Millionen, Tandem hingegen zehn Millionen Dollar verlangt. Das Cyclone-System würde in einer Version mit fünf Prozessoren eine Leistung bieten, die der 28-Prozessor-VLX-Kapazität entspräche.

Neumeister meinte, daß man im nächsten Geschäftsjahr 30 Prozent des Umsatzes mit den neuen Cyclone Modellen erwirtschaften wolle. Der Umsatz weltweit von Tandem betrug im Geschäftsjahr 1988 (30.9.) 1,6 Milliarden Mark.

Wesentliche Charakteristika des Cyclone-Rechners sind die parallele Verarbeitung und die Möglichkeit, die Grundversion mit vier Prozessoren auf maximal 16 CPUs zu erweitern. Neumeister verwies besonders auf diese Ausbaufähigkeit als wesentlichen Vorteil gegenüber den von DEC avisierten 9000 Modellen.

Unter anderem wegen der auch im neuen System verwirklichten Luftkühlung könne man die Kosten wesentlich niedriger halten als die Konkurrenz. Das Unternehmen gibt an, daß die Cyclone-Maschine eine etwa dreifach erhöhte Leistung gegenüber dem bisherigen Spitzenmodell Nonstop VLX aufweise. Die Zielgruppe des Mainframe-Rechners sieht. Neu meister vor allem bei Organisationen mit sehr großen Datenbank-Anwendungen zwischen 100 und 1000 Gigabyte.

Es lassen sich maximal vier Gruppen zu vier Rechnern zusammenstellen. Das Unternehmen gibt an, daß innerhalb einer Rechnergruppe, die über einen sogenannten Dynabus verbunden sind, 20 Megabyte pro Stunde realisiert werden können. Über Glasfaserverbindungen können auch Prozessoren des VLX-Systems angebunden, bestehende Tandem-Anlagen so erweitert werden. Tandem gibt an, daß in der Maximalkonfiguration insgesamt 160 MIPS zur Verfügung stünden.

Die Cyclone-Parallelrechner stellen für jede CPU einen unabhängigen Speicher zur Verfügung. Der Speicher der Cyclone von '42 oder 64 Megabyte pro Prozessor ist aus Megabit-Chips aufgebaut und über zwei Cache-Speicher von je 64 Kilobyte an den Rechner angebunden.

Die zwölflagigen Leiterbahnen der Platinen haben eine Leistungsaufnahme von bis zu 1400 Watt, Gruppen von bis zu 3100 Watt. Um die hierbei auftretenden durchschnittlich 65 Grad Celsius zu bewältigen, mußte ein neuartiges Kühlsystem entwickelt werden. Jede Platine hat eine getrennte Kühlluftversorgung von unten in einen abgeschlossenen Kühlluftvorraum parallel zur Platine. Von dort bläst der Radiallüfter mit bis zu 55 km/h 50 Kubikmeter Luft über die Bauteile - daher vielleicht auch die Modellbezeichnung Cyclone. +