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25.01.1985

Leidensdrücke

Ausgerechnet die bisher so verachtete Zunft der Wirkungs- und Akzeptanzforscher liefert jetzt den Anbietern von Bürokommunikations-Equipment das Verkaufsargument, mit dem sie endlich ihre Produkte - neudeutsch: Integrierte Bürosysteme - flächendeckend unters Anwendervolk bringen können.

Die Einführung neuer Techniken am Arbeitsplatz, so war jüngst zu besagtem Thema zu hören, dient vor allem dem "Abbau von Leidensdrücken". Und da hat der Durchschnittsbüromensch im Laufe seines Acht-Stunden-Tages eine ganze Menge zu bewältigen, wie die Wirkungsforschung im Feld, sprich: in einem zweijährigen Pilotversuch, herausgefunden hat.

Nutzen und Akzeptanz solcher integrierter Systeme hängen demnach entscheidend davon ab, welche und wie viele Leidensdrücke sie - mit Hilfe von Textverarbeitungs- und Electronic-Mail-, Ablage- und Terminalfunktionen oder Hostzugriff - erträglicher gestalten.

Die bisher nicht erkannten Leidensdrücke der Anwender erklären wohl auch endlich die Leidensdrücke der Hersteller, litten und leiden diese doch trotz "maßgeschneiderter" Lösungen für das Büro von heute unter mangelnden Orders. Die Masse der potentiellen Käufer zeigte sich nämlich trotz aller dargebotenen Entscheidungshilfen, ob auf dem Silbertablett dargereicht oder mit dem Vorschlaghammer verabreicht, erstaunlich Office-Automation-resistent.

Das Rationalisierungsargument zog nicht mehr, nachdem die wenigen Vorzeige- und Pilotanwender zumeist berichteten, daß die neuen Systeme statt Personaleinsparungen eher noch zusätzliche Arbeitskräfte erforderlich machten. Auch die vielbeschworene Qualitätsverbesserung in puncto Arbeitsgestaltung erwies sich bisher nicht unbedingt als Umsatz-Treibsatz. Ganz zu schweigen von der Wirtschaftlichkeit. Hier steht der schlüssige Beweis noch aus, ist die Frage "Wie rechnet sich das?" nicht beantwortet. Immerhin bewegen sich ja die Kosten pro Arbeitsplatz zwischen 25 000 und 30 000 Mark, nicht eingerechnet den Aufwand für die notwendigen organisatorischen Änderungen. Leidensdrücke also auch hier, bei den Entscheidern und Einführungsstrategen in den Unternehmen.

Leidensdrücke allerorten. Oder sollten sich am Ende die Wirkungsforscher mit ihrer Diagnose und der vorgeschlagenen Therapie doch geirrt haben?