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24.10.1980 - 

Anwenderbericht: Rechnungswesen im Straßen- und Tiefbau

Leistungspaket an der richtigen Adresse

OSNABRÜCK (pi) - Sukzessive, peu á peu, wollte in Osnabrück ein Straßen- und Tiefbau-Unternehmen sein Rechnungswesen automatisieren. Seit November letzten Jahres haben die Straßenbauer ihr System gefunden: ein Mehrplatz-Dialogsystem von Philips. Welche Kriterien für das Unternehmen, die Blomeier GmbH & Co., ausschlag- respektive zuschlaggebend dafür waren, gerade dieses System auszuwählen, zeigt dieser Bericht.

Das Betätigungsfeld der Blomeier GmbH erstreckt sich in einem Radius von zirka 70 Kilometern um den Firmensitz. Die Aufträge kommen zu 90 Prozent aus Öffentlicher Hand. Den Schwerpunkt seines Leistungsangebots sieht das Unternehmen in einem Komplettangebot, das vom Erdaushub über Kabelverlegungen und Kanalbau bis zur kompletten Straßenfertigung reicht. Dazu werden über 300 Mitarbeiter beschäftigt, und an Maschinen für die Straßenfertigung stehen über 40 Großgeräte und etliche Lkws, Kleinbusse etc. zur Verfügung.

"Die Wettbewerbs-Situation zwingt dazu, moderne Management-Methoden anzuwenden. Eines der Instrumentarien ist Datenverarbeitung", schließt sich Hans-Ulrich Winkler, Verwaltungschef des Unternehmens, dem allgemeinen Trend an. "Der Informationsbedarf ist enorm gestiegen, genauso die administrativen Aufgaben. Im Vordergrund steht Aktualität denn was nützen uns zwar viele, aber veraltete Daten? Wir brauchen komprimierte und zuverlässige Ergebnisse, die die Grundlage für sichere unternehmerische Entscheidungen darstellen. "

Aus den Nähten geplatzt

Vor der Anschaffung des neuen Dialog-Computer-Systems hatte Blomeier einen Magnetkonten-Computer des Typs Philips P 353 und eine zweite gleiche Anlage mit Lochkarten-Peripherie eingesetzt. Die zu verarbeitenden Belegmengen waren in den letzten Jahren enorm gestiegen, so daß der organisatorische Spielraum der beiden Anlagen nicht mehr ausreichte. Darüber hinaus waren bei dem konventionellen Verfahren Mehrfacherfassungen notwendig, weil zum Beispiel zwischen der Finanzbuchführung und der Kostenstellen-/Baustellenabrechnung eine Integration aus Kapazitätsgründen nicht möglich war. Diese Tatsache machte die bereits weit entwickelte Kostenrechnung (in Form einer Deckungsbeitragsrechnung) von der Handhabung her umständlich und dazu zeitaufwendig - man platzte einfach aus allen Nähten.

Das heute eingesetzte Dialog-System Philips P 440 ist mit einem 96 KB Hauptspeicher ausgestattet. Die Magnetplatten-Kapazität beträgt zur Zeit 40 MB. Neben dem Konsolbildschirm sind drei weitere Bildschirm-Arbeitsplätze angeschlossen. Diese stehen der Finanzbuchführung, der Kostenrechnung und Geräteverwaltung sowie der dritte Arbeitsplatz den unterschiedlichsten Abteilungen des Hauses zur Verfügung. Die Anlage arbeitet im Multiprogramming, es können also mehrere Aufgaben unabhängig voneinander gleichzeitig abgewickelt werden.

Für Winkler sind die technischen Details der Anlage im großen und ganzen Nebensache, ihm sind die Vorteile der Umstellung wesentlich:

"Während wir früher zum Beispiel für die Lohnabrechnung zirka fünf volle Arbeitstage benötigten", erzählt er, "schaffen wir das heute über einen der Bildschirm-Arbeitsplätze in fünf Stunden. Die Mitarbeiter in der Personalabteilung wurden von den Routinearbeiten entlastet."

Zu dem Programmpaket "Bau 400" gehören neben der Lohn- und Gehaltsabrechnung die Kosten- und Leistungsrechnung, die kurzfristige Erfolgsrechnung mit dem Soll-/Ist-Vergleich und natürlich der Gesamtbereich der Bauauftragsrechnung (Vor- und Nachkalkulation).

Scheibchenweise

Im Hause Blomeier wurden nicht alle Arbeitsgebiete gleichzeitig auf die EDV umgestellt, sondern es war von Anfang an ein erklärtes Ziel, die Programme nach und nach zu übernehmen, damit der Betriebsablauf ganz normal weitergehen konnte. Mit der Lohn- und Gehaltsabrechnung wurde begonnen. Die erste Abrechnung - und darauf ist Winkler stolz - war fehlerfrei. Genauso ging es mit der Umstellung der Finanzbuchführung. In diesem Zusammenhang spricht Winkler auch von guter Zusammenarbeit mit dem Hersteller; der organisatorische Service spielte hier die entscheidende Rolle.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt war bei der Einführung des Dialog-Systems die Ausbildung: "Denn", so Winkler, "wir würden ja auch nicht auf die Idee kommen, einen unausgebildeten Mitarbeiter auf einen Bagger zu setzen." Er und zwei andere Mitarbeiter erhielten eine umfassende Ausbildung in der Bedienung der Anlage und der Handhabung der Programme im Philips-Ausbildungs- und -Informationszentrum in Siegen. Um den Boden im Unternehmen für die EDV noch besser vorzubereiten und vor allem Akzeptanzprobleme der Mitarbeiter gar nicht erst aufkommen zu lassen, hat Winkler darüber hinaus in einem vierzigstündigen, hausinternen Lehrgang Aufbau, Arbeitsweise und Nutzen der EDV erläutert.

Bei der Auswahl des Systems hatten 23 Angebote von verschiedenen Firmen vorgelegen. Es kristallisierten sich vier Favoriten heraus, die eine geeignete Problemlösung anboten; das "komplette Leistungspaket" wurde besonders stark bewertet. Mit Teillösungen wollte man sich nicht zufriedengeben. Priorität hatte die Problemlösung.

Programmpaket "Bau 400"

Dabei schien schließlich die Synthese zwischen dem Betriebssystem DOS 400, dem Mehrplatz-Dialog-System Philips P 440 und dem Programmpaket "Bau 400" gut geeignet, auch ging es darum, einen branchenerfahrenen Partner zu bekommen.

Last not least kam es den Osnabrückern eben nicht auf des "Preis-/ Leistungsverhältnis" in der Hardware an, sondern auf das "Preis-/Nutzenverhältnis". Winkler: "Ein Unternehmen ist ein Organismus, in dem sich die Anforderungen laufend ändern. Diese Änderungen müssen innerhalb der Administration nachvollzogen werden können, und das bedeutet Flexibilität der Software. Für uns war die getroffene Entscheidung richtig."