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Software-Lösungen für den Mittelstand bildeten Schwerpunkt:


06.05.1983 - 

Leistungsschau ohne echte Messeknüller

Obwohl die diesjährige Hannover-Messe wenig Sensationelles im Softwaresektor brachte, zeigten sich die Aussteller dieser Zunft doch in ihren abschließenden Resümees positiv. Der Besucherandrang übertraf nach einhelliger Meinung den des Vorjahres um einiges und - so die Hoffnung - viele Gespräche deuteten darauf hin, daß sich die geknüpften Kontakte in nächster Zeit vertiefen werden. Der CeBIT-Katalog wies immerhin unter der Rubrik "Branchensoftware für die Fertigung" gut 60 Aussteller, unter der Rubrik "Anwendersoftware für kaufmännische DV-Aufgaben" knapp 80 Unternehmen aus. Bewegte sich das Neuangebot auch in verhältnismäßig bekannten Bahnen, so gab es dennoch für den interessierten Besucher vieles zu stöbern, zu fragen und anzuschauen.

Im Mittelpunkt des Messeangebotes standen bei Softwareunternehmen und Hardwareherstellern, die gezielt Programme anboten, integrierte Rundumlösungen. Branchenorientierung, Dialogfähigkeit und modularer Aufbau zogen sich als roter Faden durch die Exponate. Die Palette der angebotenen Programme war umfassend wie wohl selten auf einer Messe. Die Zahl der angesprochenen Branchen reichte von Apotheken über Tankstellen bis hin zu zahntechnischen Laboratorien. Daneben lockte selbstverständlich das Angebot branchenlosgelöster betriebswirtschaftlicher und fertigungstechnischer Programme.

Mittelständler fanden dieses Jahr in Hannover ein Eldorado vor: Sie galten als die interessanteste Zielgruppe dieser Zunft und wurden dementsprechend intensiv umworben. Auch die sonst als reine Hardwarehersteller bekannten Unternehmen stellten sich auf dieses Käuferpotential ein. Bei ihnen stand verstärkt die fertige Problemlösung im Mittelpunkt der Darstellung - frei nach dem Motto: "Hauptsache, die Lösung läuft, egal was für eine Kiste dahinter steht" (O-Ton).

Entsprechend umlagert waren auch die Hardwarestände in der Halle eins.

Zu Klagen gab es für die reinen Softwarehäuser aber dennoch keinen Anlaß. Den optischen Eindruck bestätigten Gespräche mit den Standbesatzungen. Im Schnitt, so war zu erfahren seien die Besucherzahlen um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die angebotenen Produkte indes vermochten den Insider nicht gerade zu dem Ausruf: "Sensation" verleiten. Trotz Vierfarb-Hochglanz-Werbematerials beschlich den Besucher oft das Gefühl, gerade die kommerzielle Software leide unter einer "Diktatur des Antiquariats", wie ein Pressesprecher treffend formulierte. Da sich die Ingenieure auf diesem Gebiet eng an gesetzliche Vorschriften halten müssen, konzentrierten sich die Verbesserungen und Neuentwicklungen hauptsächlich auf Bedienerfreundlichkeit und Antwortzeit.

Diese Entwicklung scheint allerdings den Anwenderwünschen weitgehend zu entsprechen. Im administrativen Bereich sehen nach übereinstimmender Aussage mehrerer Aussteller nur noch Großunternehmen echte Kosteneinsparungsmöglichkeiten. Dem Mittelständler hingegen liege das Ziel vor Augen, in seinem Metier besser zu sein als der Mitbewerb - er lasse die Personal- und Administrationsprogramme nur noch mitlaufen, um sich auf sein eigentliches Ziel konzentrieren zu können.

Interessante Anwendungen allerdings waren auf dem Gebiet der "Business Grafics" zu sehen. Die visuelle Darstellung der Unternehmensdaten in aktuellen Grafiken scheint vor einen neuen Boom zu stehen. Der Trend geht zur Verknüpfung eines Mikrovorrechners mit der Datenbank Freiräume für Entwicklungsingenieure bietet noch der Sektor der Produktionsplanung und Steuerung. Entsprechend vielfältig gestaltete sich dementsprechend auch das Angebot in Halle eins und drei. Hier liegen - abseits festgefahrener Verfahrenswege - echte Möglichkeiten für den Mittelständler, Kosten einzusparen. Dementsprechend konstatierten die Aussteller eine starke Nachfrage nach Fertigungssteuerungs-, Materialwirtschafts- und Zeiterfassungssoftware.

Chancen für die Fertigung

Die dedizierten Lösungen für Einzelbereiche der Fertigung sowie Problemlösungen für die Kleinserienfertigung wurden als Spezialität innerhalb der Großgruppe Fertigung angeboten und fanden, so die Aussteller, ebenfalls regen Zuspruch.

Fertigungsprobleme standen auch im Mittelpunkt der Nachfrage nach IBM/38-Software. Insbesondere Umsteiger von der /34 zeigten hier Interesse, ließen aber auch schon Gedanken zur erwarteten /36 in die Diskussion einfließen, berichteten die Aussteller.

Hier zeigte sich übrigens auch ein neues Verständnis der Anwender gegenüber den Softwarehäusern. So wurden auf der Messe Softwareunternehmen als Vermittler für gängige Gebrauchtcomputer zu Rate gezogen. Eine andere Art, miteinander umzugehen, stellte der Besucher aber auch innerhalb der Szene fest. Nicht nur, daß die Hardwarehersteller auffallend viele Softwarepartner um sich herum auf dem Stand gruppierten, auch untereinander zeigt sich eine deutliche Bereitschaft zur Kooperation. Der Kundenschutz ist dabei oberstes Gebot - aber der Weg der Softwarehäuser zum Generalunternehmer der Beratungsbranche scheint vorgezeichnet.

Die Hannover-Messe zeigte interessante Ansätze - wie jedes Jahr. Dem engagierten Besucher präsentierte sich ein vielfältiges Bild der modernen Softwaretechnik. Fehlten auch die echten Messeknüller, so bot die Leistungsschau doch einen guten Überblick und half bei der Bestätigung bereits getroffener Entscheidungen wohl mehr als bei der unbedarften Suche nach der Lösung.

Ein Wermutstropfen allerdings fällt auf das Bild: Stärker denn je waren amerikanische Produkte in Hannover vertreten.