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08.11.1991 - 

Zu wenig Kommunikation

Leiter von Softwareprojekten klagen über unpräzise Vorgaben

Projektleiter müssen sich mit vielen Problemen auseinandersetzen. Vor allem klagen sie über die unzureichende Kommunikation im Unternehmen, unpräzise Zielvorgaben und unmotivierte Mitarbeiter. In Seminaren versuchte Dieter Knöll*, den Problemen auf den Grund zu gehen und Lösungsansätze zu erarbeiten.

Unter der Leitung von Psychologie-Professor Ullrich Günther und dem Wirtschaftsinformatik-Professor Heinz-Dieter Knöll führten die Lüneburger Management-Seminare in den letzten zwei Jahren sechs Seminare für Software-Projektleitern durch. Der Seminaranbieter ist eine Weiterbildungsinstitution an der Fachhochschule Nordostniedersachsen in Lüneburg.

Durch Problemanalysen konnten die Seminarinhalte für die Teilnehmer maßgeschneidert werden. Wie zu erwarten, ließen sich die Schwierigkeiten bei der Leitung von Softwareprojekten in technische, soziale und psychologische Probleme untergliedern. Große Schwierigkeiten bereiten unklare Auftrags- und Zieldefinitionen, die sowohl von internen als auch von externen Auftraggebern kommen können.

Bei den internen Projekten ist das Top-Management häufig nicht willens oder in der Lage, die Ziele eines Softwareprojekts zu spezifizieren. Hinzu kommt, daß in vielen Fällen keine ausreichende Budgetierung stattfindet. Auch externe Auftraggeber sind häufig nicht bereit, eine detaillierte Spezifikation als Basis für das Projekt zur Verfügung zu stellen oder zu bezahlen.

Termin oft wichtiger als die Qualität

Meßbare Qualitätsziele als Vorgaben sind nahezu unbekannt. So ist es nicht verwunderlich, daß die Projekte sich stärker an der Einhaltung eines Einführungstermins als an Qualitätsnormen orientieren. Ein weiteres technisches Problem, das Projekt-Manager beklagen, sind die unzureichenden lnformatikkenntnisse der Mitarbeiter.

Die meisten könnten nur programmieren, aber nicht strukturiert denken. Aus diesem Problemumfeld resultieren häufig Softwarelösungen, die zwar formal alle Funktionen abdecken aber aus Benutzersicht äußerst unbefriedigend sind.

Die Teilnehmer der Seminare bezeichnen die mangelnde Zusammenarbeit zwischen den DV-Personal und der Fachabteilung beziehungsweise dem Auftraggeber als einen Schwachpunkt bei Projekten. Vor allem bei hausinternen Aufträgen hätten sich durch jahrelange Grabenkämpfe die Fronten zwischen der Datenverarbeitungsabteilung und den Fachabteilungen so verhärtet, daß ein fruchtbares Miteinander kaum noch möglich sei. Aus diesem Grund hofft so mancher Seminarteilnehmer, daß er Strategien und Techniken erlernen kann, die eine langfristige erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen.

Ein weiteres Problem ist die unzureichende Rückendeckung, die die Software-Projektleiter durch das Top-Management erfahren. Zu viele Führungskräfte wollen zweitklassige Lösungen durchbringen, um den einmal genannten Termin zu halten, ohne dabei auf die Entwicklungsmannschaft Rücksicht zu nehmen. Wenn aber Schwierigkeiten auftauchen, ist der Projektleiter verantwortlich.

Nach Erfahrung der Seminarteilnehmer gibt es in puncto Leistung und Leistungsbereitschaft unter Mitarbeitern erhebliche Unterschiede. Wie ein Leistungsanspruch und Leistungsniveau angemessen zu etablieren sind, war deshalb ein zentrales Problem der Mitarbeiterführung.