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14.07.1978

Len Kreuter was here:Der "wilde Mann" der EDV zog seine Spuren

FRANKFURT (CW) - Der Beifall war kräftig, den rund 30 Operations-Manager und Systems-Software-Manager aus der Industrie, von Computer-Herstellern und freien Beratern einem Mann zollten, der sie in Frankfurt in breitem Amerikanisch mit Thesen zum Thema "Computer Performance Measurement and Capacity Planning" traktierte und temperamentvoll Einblick in seine rigorosen Methoden der Leistungsmessung und der Kapazitätsplanung gab. Der Applaus galt Len Kreuter, dem Mann aus New York, der seit einiger Zeit in den USA Furore macht, weil er multinationalen Unternehmen und amerikanischen und kanadischen Bundesbehörden durch seine Methoden zu Hardwareeinsparungen verhilft.

Viele der erklecklichen Teilnehmer des CDI-Seminars machten sich mit dem festen Vorsatz auf den Nachhauseweg, nun auch ihre Computerinstallation zu überprüfen, aber auch mit der Sorge, wie diese Gedanken dem oberen Management zu Hause zu verkaufen seien.

Len Kreuters Methode bedient sich der Leistungsmessungs-Daten, wie sie den meisten EDV-Managern über ihre Anlage zur Verfügung stehen. Leider kann kaum ein EDV-Verantwortlicher mit diesen Zahlen etwas anfangen. Was bedeutet zum Beispiel die Angabe, daß die Disk-Channel-Load 35 Prozent beträgt? Ist das nun viel oder wenig, und wenn es zuviel ist, welche Folgen hat das? Die Kennzahlen, die Len Kreuter zur Verfügung stellt, besagen, daß 35 Prozent um etwa 10 Prozent zu hoch wären. Mit der Konsequenz, daß die Produktivität des Systems zu niedrig liegt, da zu viel Zeit für die I/O-Execution zur Platte benötigt wird. Die CPU ist also nicht immer voll ausgelastet, die Jobs dauern langer als notwendig und beanspruchen unnötig viel Betriebssystemzeit.

Der "Wilde" aus New York nennt Standards und Maßzahlen, die helfen, die Leistungsdaten transparent zu machen. Im Seminar wurden eine Reihe von Beispielen an echten Zahlen durchgesprochen und durchgerechnet.

Komplimente verteilte auch der CDI-Gast: Er war beeindruckt von dem hohen Stand der technischen Kenntnisse. Aber ein Seitenhieb galt dem mangelnden Problembewußtsein der deutschen Manager in höheren Etagen: "Ich wollte, mein Chef wäre hier und könnte zuhören", murmelten die Seminarteilnehmer mehr als einmal und bestätigten damit, daß Kreuters Kritik ins Schwarze traf.

Wem es gelingt, Kreuters Methoden der Leistungsmessung und der Kapazitätsplanung zu Hause an der eigenen Anlage anzuwenden und entsprechend notwendige Sehritte zu veranlassen, dem verspricht der Amerikaner im Schnitt eine Erhöhung der Produktivität zwischen 10 und 25 Prozent, eine erhöhte Nutzungsdauer des gegenwärtig vorhandenen Geräteparks und Kosteneinsparungen in der Größenordnung von 250 000 bis 750 000 Dollar.

Kreuters Methoden, Richtzahlen und Standards werden noch dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres im Kreuter-Report erscheinen und über das Control Data Institut zu beziehen sein.