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12.05.1989 - 

Automobilhersteller testet flexibles Computer Based Training:

Lernen, wann immer es Spaß macht

MÜNCHEN (CW) - Kurze Innovationszeiten und Konkurrenzdruck erfordern permanente Anpassung, ständiges Lernen. Ein "flexibilisiertes" Computer Based Training (CBM) verspricht neue Lehrmethoden, individuelle Lerninhalte und weitgehend frei wählbare Lernzeiten. Nach einem Pilotprojekt der BMW AG und des Control Data Instituts (CDI, München) wurde die neue Methode letzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wahrend der Computer vor einigen Jahren in der Aus- und Weiterbildung kaum mehr als ein elektronisches Buch war, so sehen es jedenfalls die CDI-Instruktoren, ermöglicht die heute vorhandene Software Flexibilität. Doch es wird eingeschränkt: Selbst die beste Software kann keinen Lehrer und keinen Trainer ersetzen. Die Qualität der sozialen Interaktion zwischen Instruktor und Lernendem, das Arbeitsklima und das breite Spektrum individueller Probleme und Fragen sei durch keine Maschine zu ersetzen. So sei modernes Computer Based Training auch nicht isoliert zu betrachten, sondern als eine Lernmethode unter vielen, deren sinnvoller Einsatz jeweils festgestellt werden muß.

CBT heißt also Lernen im Dialog mit dem Computer. Dabei nutzt die Software das gesamte Spektrum optischer Darstellungsformen: von Texten über Grafiken bis zu bewegten Bildern. Der Lernende reagiert auf Informationen und Aufgaben vom Rechner, die seinem Wissen möglichst angepaßt sind. Dabei sei er jedoch nicht zur Passivität verurteilt, sondern könne nach seinen Bedürfnissen in dem jeweiligen Stoffgebiet vor- und zurückblättern, Hilfen anfordern oder Zwischenalternativen beim Informationsangebot wählen - das starre Vorgehen nach Kapiteln entfällt. Ob der Benutzer schnell oder langsam vorgehen will, ist für die Erfolgskontrolle unwichtig: Gute Programme seien so strukturiert, daß sie Erlerntes immer wieder in Variationen abfragen.

In der erweiterten Variante von CBT kommt eine Komponente hinzu: Die Teilnehmer der Weiterbildungsmaßnahme können selbst bestimmen, wann sie zum Unterricht erscheinen wollen. Für das BMW-Projekt gilt jedoch eine Einschränkung: Der Automobilhersteller sieht die Schulung als ein Angebot an die Mitarbeiter, das heißt, die Teilnahme ist freiwillig und erfolgt deshalb in der Freizeit. Eine Einschränkung, die sich aber, so die bisherigen Erfahrungen, nicht negativ auf die Beteiligung und Motivation auswirkt.

Allein in den ersten beiden Monaten, so berichten die Protagonisten, eigneten sich 460 Mitarbeiter werktags von 16.30 bis 21 Uhr und samstags von 9.30 bis 16 Uhr im Dialog mit dem PC aktuelle Software-Kenntnisse an. Das Bildungsangebot ist nach Vorgabe der BMW den unternehmensspezifischen Anforderungen angepaßt und bietet neben vier Aufbaukursen zum Betriebssystem MS-DOS das gesamte Spektrum der betriebsinternen Standardsoftware für Textverarbeitung.

Anhand von Beispielen aus der internen Arbeitswelt trainiertes Wissen könne so unmittelbar in die Praxis umgesetzt werden. Falls Handbücher und Begleithefte auftretende Fragen nicht beantworten können, hilft ein ständig anwesender CDI-Berater weiter.

Nach Angaben des Automobilherstellers ist der Erfolg des Projektes so groß, daß man daran denkt, auch den Mitarbeitern an anderen Standorten diese Möglichkeit der Weiterbildung anzubieten.

CBT scheint mit zielgruppenorienterter Software nicht nur für Unternehmen interessant. Es wird deshalb auch privaten Benutzern zugänglich gemacht. Programme über kaufmännisches Wissen (zum Beispiel Markt und Preis, Vertragsrecht, Finanzbuchhaltung) Schlüsselqualifikationen (zum Beispiel Maschinenschreiben, effiziente Zeiteinteilung), Computerqualifikationen und Sprachunterricht stehen zur Verfügung.

Über diese Programme hinaus läßt sich die von Nicht-Wissen bestimmte Angst vor dem Computer mit Einführungskursen in die EDV abbauen.

Das Lesen langer, oft unverständlicher Handbücher entfällt, der Benutzer legt eine Diskette ein, drückt eine beliebige Taste und schon läuft das Einführungsprogramm. Dabei wird der Lernende über viele Einzelschritte an den Unterrichtsstoff herabgeführt. Aber auch hier gilt: Wenn Probleme auftreten, hilft ein Instruktor weiter.

Informationen: Control Data Institut, Karlstraße 42, 8000 München 2, Telefon: 0 89/52 39 17 00.