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15.06.2001 - 

Gläubiger billigen Restrukturierungsplan

Lernout & Hauspie steht vor der Aufspaltung

MÜNCHEN (CW) - Die Gläubiger der skandalgebeutelten Lernout & Hauspie Speech Products (L & H) haben den Restrukturierungsplänen des neuen Managements zugestimmt. Damit ist die Aufspaltung des Herstellers von Spracherkennungstechnik beschlossene Sache.

Rund 514 Millionen Dollar schuldet L & H einer Gläubigergruppe, zu der neben den belgischen Banken KBC, Fortis und Artesia auch die Dresdner und die Deutsche Bank gehören. Um die Außenstände zurückzuzahlen, muss das Unternehmen fast sein gesamtes Vermögen verkaufen.

88 Prozent der Gläubiger stimmten nun für einen Restrukturierungsplan, den der seit Januar amtierende CEO Philippe Bodson am 21. Mai vorgelegt hatte. Demzufolge sind zwei Szenarien möglich: Ersteres sieht eine Veräußerung sämtlicher Vermögenswerte einschließlich des Kerngeschäfts mit Sprachtechnologien vor. Nach der zweiten Variante würde L & H das Kerngeschäft in ein neu zu gründendes Unternehmen einbringen und die restlichen Unternehmensteile verkaufen. Die zuständigen Konkursrichter in Belgien und den USA müssen den Plänen allerdings noch zustimmen. L & H unterhält zwei Firmenhauptsitze in Ieper, Belgien, und Burlington, Massachusetts.

"Kunden werden von der Restrukturierung nicht betroffen sein", versicherte ein Firmensprecher. "Wir verkaufen vollständige Teile. Die Produkte, die diese Einheiten anbieten, werden auf dem Markt bleiben, ebenso wird weiterhin Kundenservice angeboten."

L & H hatte sich im März 2000 rund 400 Millionen Dollar von einem Bankenkonsortium geliehen, um die Übernahme der Dictaphone Corp., einem Hersteller von Diktiergeräten, zu finanzieren. Deren Anteile stehen ebenfalls zum Verkauf. Um die katastrophale Finanzlage zu verbessern, hatte die Credit Suisse First Boston Corp. monatelang versucht, die L & H-Übersetzungssparte Mendez zu verkaufen.

Wegen skandalöser Bilanzierungs- und Geschäftspraktiken sowie betrügerischer Machenschaften im Zusammenhang mit Konkursverfahren war L & H immer wieder ins Fadenkreuz von Börsenaufsicht und Justizbehörden geraten. Ende vergangenen Jahres ließ sich das Unternehmen für zahlungsunfähig erklären. Das Management schloss mehrere Filialen und entließ mehr als 1100 Mitarbeiter.

Gaston Bastiaens, der frühere Chief Executive Officer, wurde am 26. Mai unter dem Vorwurf der Kursmanipulation und Bilanzfälschung in seinem Haus in Winchester, Massachusetts, festgenommen. Seine Auslieferung nach Belgien ist beantragt. Bereits im April waren die Firmengründer Jo Lernout und Pol Hauspie sowie der frühere Managing Director Nico Willaert verhaftet worden.