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19.07.1996

Leserbrief/Doch eine Alternative

In dem Artikel "Billig-PCs sind für Firmen keine Alternative" wurde dargelegt, daß PCs mit Handelsmarke für den betrieblichen Einsatz aus verschiedenen Gründen nicht geeignet seien. Dies trifft meiner Ansicht nach nicht zu. Im Gegenteil, Discount-PCs können eine interessante Alternative sein, wenn die Planung - vor allem in puncto Beschaffung und Installation - sorgfältig verläuft.

Vor der Beschaffung müssen mögliche Konfigurationsschablonen entwickelt und geprüft werden. Eine solche Schablone beinhaltet eine Hardwarekonfiguration inklusive der Software-Ausstattung. Es sollte nicht mehr als ein halbes Dutzend solcher Schablonen geben. PCs lassen sich im laufenden Betrieb durch den Download dieser Schablonen installieren.

Geht man so vor, ist das "Argument", Marken-PCs ließen sich schneller in Betrieb nehmen, hinfällig, da nur noch die Hardware- Ausstattung interessiert. Diese homogen einzukaufen ist beim Discounter genauso möglich wie beim Hersteller - die Quelle ist also uninteressant.

Im übrigen liegt auf der Hand, daß Firmen mit mehr als zehn PCs ohne die Verwendung von Schablonen geradezu fahrlässig Gelder verschwenden - fördert dies doch die schleichende Individualisierung der einzelnen PC-Konfigurationen, die den größten Wartungsaufwand nach sich zieht (hier trifft die Argumentation der Gartner Group bezüglich der Notwendigkeit eines homogenen Netzes zu).

Es mag richtig sein, daß Service und Support der Marken-PCs nicht mit denen der Discounter verglichen werden können. Aber im Kern ist nicht die Supportleistung wesentlich, sondern die Vermeidung von Arbeitszeitausfällen durch defekte PCs. Dieses Ziel kann auch anders erreicht werden. Da die Discount-PCs viel preiswerter sind, können bei immer noch geringeren Beschaffungskosten ein paar Geräte zusätzlich gekauft werden - als Reserve gewissermaßen. Fällt ein PC aus, ist mit Hilfe der Schablonen in weniger als einer Stunde ein betriebsbereiter, konfigurierter Ersatz vorhanden.

Damit wäre der (teure?) Wartungsvertrag, der kurze Reaktionszeiten garantieren soll, nicht mehr notwendig - verglichen mit den dort eingesparten Kosten fällt der zusätzlich benötigte Lagerplatz kaum ins Gewicht. Das schwierige Problem der Ersatzteilbeschaffung, mit dem auch die Anwender von Hersteller-PCs häufig zu kämpfen haben, ist ebenfalls gelöst. Ein ausreichender Pool an entsprechenden Teilen ist vorrätig.

Wünscht man sich also einen wartungsfreundlichen Netzbetrieb, stellt sich im Prinzip nicht die Frage, ob Marken- oder Handelsketten-PCs verwendet werden. Ausschlaggebend ist vielmehr, wie PCs effektiv in ein Netz integriert und kostengünstig betrieben werden können - und dabei kommt es in erster Linie auf die Planung an. Die eingesparten Gelder können sinnvoller für eine bessere Qualifizierung der Anwender ausgegeben werden - vielleicht leistet die DV ja dann irgendwann einmal, was sie schon heute kostet.

*Oliver Dorsch, DV-Beratung, Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH), Reutlingen