Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.01.1995

Leserbrief Langes Leben

Betrifft CW Nr. 50 vom 16. Dezember 1994, Seite 7: "Cobol siecht mit dem letzten Programmierer dahin" Froehliche Weihnachten.

Alle Jahre wieder kommt der Abgesang, geht auf Cobol nieder, doch das lebt noch lang. Auch wenn es schon fast langweilig ist: Die meisten 4GLs sind so proprietaer, dass eine Ehe dagegen ein "Free Happening" ist. Eine Scheidung wird unnachgiebig mit dem Verlust aller erstellten Anwendungen bestraft.

Die objektorientierte Programmierung mit C++ befindet sich, wie die Dialogprogrammierung vor 15 Jahren, in der Guru-Phase: Nur der Meister versteht sein Programm noch halbwegs, nur er hat die Gnade, etwas aendern zu koennen. Professionelle Programmierabteilungen fuer kommerzielle Software haben eine Trennung in der Programmierung: Die Systemprogrammierung erstellt Schnittstellen zu Daten, Bildschirmen oder Fensterchen mit Assembler, C++ oder Super-Turbo-Visual-Big-Mac.

Der Anwendungsprogrammierer, zu dessen Aufgaben vorrangig die Organisation gehoert (also ein Gelegenheitsprogrammierer, von einem der Gurus auch "Nasenbohrer-Programmierer" genannt), erstellt mit Cobol Anwendungen.

Auch wenn die Auguren platzen:

1. Cobol ist die einzige herstellerneutrale Sprache, mit der nicht nur Freaks zurechtkommen.

2. Es gibt (wenige) 4GLs, die Cobol-Code erzeugen und damit die Sklaverei der Abhaengigkeit abschaffen.

3. Einige Cobol-Derivate sind bereits OO-faehig, und wenn das erst ANSI-Norm ist, kann man damit auch umgehen.

Vielleicht sollten Sie sich mal hinter die Ohren schreiben, dass es in den Firmen (nicht in Softwarehaeusern oder bei den Freistilringern) fast nur "Nasenbohrer-Programmierer" gibt, gerade weil die Gurus so unersetzlich sind.

Volker Raschke Berlin

Genugtuung fuer Kassandra

Betrifft CW Nr. 49 vom 9. Dezember 1994, Seite 1: "SAP AG zwingt R/2-Kunden zum Upgrade noch vor dem Jahr 2000"

In der CW-Jubilaeumsausgabe habe ich diejenigen gluecklich gepriesen, die ausschliesslich Standardsoftware im Einsatz haben und sich bezueglich der Jahrhundertumstellung auf den Hersteller verlassen koennen. Dazu stehe ich immer noch: Wer nur SAP verwendet, kann das Problem mit - zugegeben viel - Geld erschlagen, doch wie sieht es mit den sonstigen Anwendungen aus? Wenn der Sprecher von SAP fuer die Anpassungen des Produktes einen Aufwand von zirka 30 Mannjahren angibt, bin ich bereit, angesichts der Groesse der Anwendung dies zu akzeptieren. Dabei ist anzunehmen, dass SAP als Standardprodukt verhaeltnismaessig gut dokumentiert und als Programm standardisiert ist. Doch wie sehen die eigenen Anwendungen in bezug auf Dokumentation und Standards aus? Werden 30 Mannjahre da genug sein?

Robert Hall, 63544 Hammersbach