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21.04.1995

Leserbrief SAP-Forum/ Integration ist entscheidendes Kriterium

Betrifft CW Nr. 13 vom 31. Maerz 1995, Seite 7 (Thema der Woche): "Standardsoftware: Hoechst komplex und zudem sehr teuer"

Es lohnt sich, einige Aussagen des Artikels hervorzuheben und zu verbinden:

1. Eine offene, objektorientierte Softwarestruktur (hier bezogen auf Standardsoftware) waere wuenschenswert.

2. Wer Standardsoftware einsetzt, muss seine Unternehmensstruktur oder die Software verbiegen, beides kostet Blut, Schweiss und Traenen.

3. Es versteht sich von selbst, dass auch in grossen Unternehmen die Eigenentwicklung von Individualsoftware fuer eine moderne DV praktisch unbezahlbar ist.

Speziell der letzte Satz hat es mir angetan. Die in ihm ausgedrueckte Auffassung fuehrt dazu, dass manche Firmen glauben, mit Standardsoftware die Individualprogrammierung komplett abschaffen zu koennen. Doch wovon ist eigentlich die Rede?

Individualsoftware ist Software, die genau das tut, was der Anwender will, nicht mehr und nicht weniger. Die vom Anwender nicht mehr Wissen und Eingabedaten verlangt, als fuer seine Arbeit erforderlich ist.

Zwar gibt es Leute, die glauben, das Verbiegen von Standardsoftware erzeuge etwas Aehnliches wie Individualsoftware, aber sie taeuschen sich. Aus einem Schlachtschiff kann man kein Rennboot machen.

Vor 20 Jahren (und sicher teilweise noch heute) haben Kuenstler teure und unwartbare Programme erstellt, mitunter mit Routinen bis hinunter auf die Betriebssystem-Ebene. In vielen Firmen wird jedoch durch Ausbau und Einsatz von Dienstleistungsroutinen in Verbindung mit Werkzeugen wie 4GLs, Generatoren etc. der Aufwand fuer Erstellung und Wartung von Individualsoftware drastisch vermindert.

Das fuehrt uns direkt zu Aussage 1: Unter Verwendung von Objekten (wie die Dienstleistungsfunktionen in diesem Fall heissen) wird dann nichts anderes als Individualsoftware erstellt!

Es geht also gar nicht um die Frage Individualsoftware kontra Standardsoftware, sondern um die Fragen gute oder schlechte Individualsoftware und gut oder schlecht anpassbare, verwendbare oder integrierbare Standardsoftware, wobei hier unter Integration nicht die Verbindung innerhalb des Schlachtschiffes, sondern die Verknuepfung mit Individualsoftware oder fremder Standardsoftware verstanden werden sollte.

Volker Raschke, RSG Raschke Software GmbH, 12205 Berlin