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21.04.1995

Leserbrief/Strommonopol sollte fallen

Betrifft CW Nr. 8 vom 24. Februar 1995, Seite 5: "RWE gewinnt Elektrizitaetswerke fuer bundesweite Netzkooperation"

Haben wir demnaechst einen durch die Strompreise subventionierten Telecom-Markt? Es ist zu befuerchten, dass mit dem Einstieg der Energieversorger in den Markt der Netzbetreiber der Markt selber kaputtgemacht wird. Die damalige Bundespost hat ihre Telefon- und Datennetze aus hoheitlicher Aufgabe heraus aufgebaut und mit den erwirtschafteten Ertraegen sogar andere Postdienste subventioniert. Nun soll das Netzmonopol fallen, und schon melden sich neue Monopolisten zu Wort. Die Energieversorger haben ueber Jahrzehnte ein eigenes Daten- und Kommunikationsnetz aufgebaut und fuer ihre Belange genutzt. Dies ist sicherlich sinnvoll, wenn man bedenkt, wie abhaengig wir inzwischen von elektrischer Energie sind, oder was passieren wuerde, wenn die Gasversorgung ganzer Gemeinden zusammenbraeche. Aber haben wir als Strom- und Gaskunden nicht diese Netze ueber unsere Strom- und Gasrechnung bezahlt?

Vor dem Hintergrund, dass einige Energieversorger gerade erst die Strompreise kraeftig erhoeht haben, kann man spekulieren, ob es nicht leicht ist, die Netze durch die Strom- und Gaspreise zu subventionieren, um andere Anbieter aus dem Markt zu draengen.

Den Nutzen aus diesen Netzen soll ja vorerst nicht der kleine Verbraucher ziehen koennen, sondern die Leistungen werden den Grosskunden angeboten. Die Energieversorgung Weser-Ems plant, wie aus der "Nordwestzeitung" zu erfahren war, ebenfalls den Einstieg als Datennetzanbieter, aber fuer Grosskunden. Die Strompreise fuer den Kleinverbraucher wurden zum 1. Januar dieses Jahres um sechs Prozent erhoeht.

Wenn dieser Netzmarkt so lukrativ ist, sollten noch andere Netzinhaber aktiv werden. So koennte die Bundeswehr ihr Fernmeldenetz vermarkten und so den Wehretat aufbessern, auch die behoerdeninternen Netze koennte man anbieten und mit den Einnahmen den Bundeshaushalt aufbessern.

Es bleibt zu hoffen, dass hier eine klare Trennung zwischen Energieversorger und Netzanbieter erfolgt. Sonst muesste man sich einmal ueber die Netzmonopole der Energieversorger Gedanken machen. Der Strom kommt bei mir zwar aus der Steckdose, aber den Lieferanten kann ich mir nicht aussuchen.

Bernd-J. Reinarz, 26180 Rastede